Schön wär’s: Pokalsiege eintauschen

Waiblingen. Im DHB-Pokal steht der TV Bittenfeld zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Achtelfinale. In der Liga dagegen läuft’s längst nicht so gut. Am Sonntag fährt der TVB als Außenseiter nach Essen: TUSEM ist seit vier Spielen ohne Niederlage, überraschte zuletzt mit Siegen in Nordhorn und beim DHC Rheinland.

Nach der riesigen Enttäuschung gegen den TV Emsdetten hatten die Bittenfelder nur drei Tage später die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Und der immense Aufwand mit dem Flug nach Hamburg hat sich gelohnt: Mit dem 42:32-Sieg beim SV Beckdorf zogen die Bittenfelder in die vierte Runde des DHB-Pokals ein.

Auch wenn der Gegner nur ein Drittligist war: Günter Schweikardt freute sich über die engagierte Leistung seiner Mannschaft. „Der Sieg hat uns gutgetan und uns Selbstvertrauen zurückgebracht“, sagt der Bittenfelder Trainer. Für den Verein sei der Einzug ins Achtelfinale ein großer Erfolg – „auch wenn wir unsere drei Pokalsiege lieber in Punkte umtauschen würden“.

Nach den unglücklichen Niederlagen in Neuhausen und gegen Emsdetten sollten die Bittenfelder bei TUSEM Essen nicht leer ausgehen. Zumal sie im nächsten Heimspiel gegen den Titelfavoriten TSV GWD Minden nicht mit Punkten rechnen dürfen. Es ist jedoch zu befürchten, dass die Aufgabe am Sonntag beim Traditionsclub aus dem Revier nicht einfacher werden wird.

Das Team von Trainer Maik Handschke hat einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel ausgegeben und ist auf einem guten Weg dorthin. In den acht Spielen bisher sorgte Essen für manche Überraschung und hat mit 11:5 Punkten den Anschluss an die Tabellenspitze hergestellt. TUSEM deklassierte den Erstliga-Absteiger TSG Friesenheim mit 32:21, gewann beim Titelkandidaten DHC Rheinland mit 23:20, ließ der SG BBM Bietigheim beim 34:27 keine Chance und nahm zuletzt mit 26:25 beide Punkte aus Nordhorn mit. Im DHB-Pokal an selber Stelle musste sich TUSEM am Mittwoch knapp mit 26:27 geschlagen geben. Unverwundbar indes ist auch Essen nicht. Das zeigt beispielsweise das 22:22 in eigener Halle gegen den Tabellenletzten VfL Bad Schwartau.

„Essen spielt sehr diszipliniert“, sagt Schweikardt. „Das wird ganz schwer für uns.“ Natürlich wünscht sich der Trainer, dass bei seiner Mannschaft auswärts der Knoten platzt. Erfolg oder Misserfolg will er aber nicht ausschließlich am Ergebnis festmachen. „Unsere zuletzt verletzten Spieler müssen Wettkampfpraxis sammeln, damit sie uns schnellstmöglich stärken können.“ Allerdings dürften die Erwartung nicht zu hoch sein. Im Württemberg-Liga-Team machten Simon Baumgarten und Adrian Wehner gegen Bietigheim II Zusatzschichten, das Pokalspiel kam den beiden ebenso gelegen. In Essen sollen sie am Sonntag weiteren Schritt in Richtung Bestform machen.

TUSEM musste seine Mannschaft zur aktuellen Saison ziemlich ummodeln. Guillaume Laout, Matthias Gerlich, Richard Wöss, Ben Schütte und Pasqual Tovornik haben den Verein verlassen. Zwei Spieler sind neu im Kader – und erstligaerfahren: Ole Rahmel (22) kam vom VfL Gummersbach, Hannes Lindt (24) vom DHC Rheinland. Lindt war einst Top-Torschütze der HSG Frankfurt und spielte auch in Magdeburg. Mit der Junioren-Nationalmannschaft wurde er 2006 Europameister und 2007 Vize-Weltmeister. Das Duo auf der rechten Seite gilt als besonders torgefährlich.

Stark besetzt ist Essen im Tor mit dem Tschechen Jan Kulhanek und am Kreis mit dem Ex-Saarlouiser André Kropp. Verzichten müssen die Essener derzeit auf den verletzten tschechischen Spielmacher Pavel Prokopec. In seine Rolle ist der Ex-Düsseldorfer Philipp Pöter geschlüpft.

Für einen Bittenfelder wird’s ein besonderes Spiel werden: Torhüter Daniel Sdunek ist in Essen geboren und spielte auch für TUSEM.