Mit Wehner in die „Hofbühl-Hölle“

Mit dem 37:22-Sieg gegen Rostock hat sich der TV Bittenfeld ein Stück Sicherheit zurückgeholt. Die braucht der TVB auch: In der gefürchteten Hofbühlhalle muss er morgen gegen den TV Neuhausen/Erms antreten, der als einziges Team der Liga ungeschlagen ist. Der TVB dagegen hat noch kein Pflichtspiel gegen Neuhausen verloren. Adrian Wehner feiert sein Comeback.

Der Kantersieg gegen Rostock war Balsam für die Seele und brachte die so wichtigen Punkte aufs bis dato schlanke Konto des TVB. Mehr aber auch nicht. Mit einer neuerlichen Niederlage morgen rutschte der TVB erneut in die bedrohliche Zone der Tabelle ab. „Wir haben gegen Rostock zu Hause eine ordentliche Leistung gezeigt“, sagt Trainer Günter Schweikardt.

Die Betonung liegt dabei auf „zu Hause“. Auswärts haben die Bittenfelder in Dormagen, Erlangen und Hamm nichts gerissen. In der vergangenen Saison platzte erst im fünften Anlauf mit dem 26:21 in Groß-Bieberau der Knoten. Schweikardt hätte nichts dagegen, wenn die Negativserie in dieser Spielzeit ein Spiel früher reißt. Die Statistik spricht für die Bittenfelder, die in beiden Pflichtspielen in der Hofbühlhalle als Sieger vom Platz gingen. „Ich hätte nichts dagegen, wenn das so bleiben würde“, sagt Schweikardt.

Der württembergische Konkurrent dagegen wird darauf brennen, die Bittenfelder im fünften Versuch endlich zu besiegen. Die Chancen hierzu standen schon schlechter: Nach Minuspunkten führt die Mannschaft von Trainer Markus Gaugisch die Tabelle an, ist als einzige noch ohne Niederlage. In der vergangenen Saison musste sich der TVN erst am 13. Spieltag geschlagen geben. In dieser Spielzeit hielt er sich gegen Post Schwerin (34:26), Nordhorn-Lingen (30:23) sowie in Bad Schwartau (33:30) und Korschenbroich (31:27) schadlos. Den einzigen Punkt büßte Neuhausen ausgerechnet gegen den Aufsteiger SC DHfK Leipzig beim 28:28 ein, dabei hatte der TVN bereits mit acht Toren geführt.

Dass die Neuhausener so gut in ihre dritte Zweitligasaison starten würden, war nicht unbedingt zu erwarten. Als Tabellenachter, mit vier Punkten Rückstand auf den Vierten TV Bittenfeld und sieben Zählern Polster auf den ersten Abstiegsplatz, hatten sie sich für die eingleisige 2. Liga qualifiziert.

Die drei Abgänge, die der TVN zu verkraften hatte, waren nicht ohne: Junioren-Weltmeister Fabian Gutbrod zog es zum Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten, Christian Dürner wechselte zum Drittligisten HV Stuttgarter Kickers. Torhüter Milos Slaby (39), immerhin 95-facher tschechischer Nationalspieler, schloss sich dem Baden-Württemberg-Oberligisten TSV Altensteig an.

Erstaunlich ist, wie schnell sich die drei Neuen integriert haben: Von der HSG Frankfurt kamen der aktuelle österreichische Nationalkeeper Thomas Bauer und Junioren-Nationalspieler Andreas Schröder (19/linker Rückraum). Nico Büdel (21/linker Rückraum) wechselte von Zweitliga-Absteiger TV Groß-Umstadt zum TVN.

„Das sind sehr ehrgeizige Spieler“, sagt Schweikardt. „Und Neuhausen hat ein spielerisch sehr gutes, eingespieltes Team, das äußerst konterstark ist.“ Zu knacken ist der Gegner dennoch – auch in der gefürchteten Hofbühlhalle, die gerne in „Hofbühlhölle“ umgetauft wird. Für Schweikardt ist’s kein klassisches Auswärtsspiel: In den vergangenen beiden Jahren nahmen einige TVB-Fans die einstündige Fahrt nach Metzingen auf sich und unterstützten den TVB lautstark.

Personell sieht’s wieder besser aus. Adrian Wehner wird nach seiner Schulterverletzung wieder im Kader stehen. Auch der Einsatz von Torhüter Gregor Lorger (Bänderdehnung) ist nicht gefährdet. Somit fehlt den Bittenfeldern lediglich noch Simon Baumgarten. „Er ist einen Schritt weiter, aber an einen Einsatz ist noch nicht zu denken“, so Schweikardt.