„Der Blick auf die Tabelle genügt“

Nach fünf Spieltagen steht der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld auf dem 17. Rang, der am Ende der Saison den Abstieg bedeutete. „Ein Blick auf die Tabelle genügt, um die angespannte Situation zu erkennen, in der wir uns befinden“, sagte TVB-Trainer Günter Schweikardt nach der 23:29-Niederlage in Hamm.

Zu Hause ein Sieg gegen den VfL Bad Schwartau und ein Unentschieden gegen die HSG Düsseldorf sowie drei Auswärtsniederlagen in Dormagen, Erlangen und Hamm: Diese magere Bilanz bringt dem TV Bittenfeld nach fünf Spieltagen mit 3:7 Punkten einen Platz ein, der ihm überhaupt nicht schmeckt: den ersten von vier Abstiegsrängen. Dabei trennt den TVB vom Schlusslicht gerade einmal ein mageres Pünktchen.

„Ich kann mich nur wiederholen“, sagt Günter Schweikardt. „Die 2. Liga hat in diesem Jahr ein ganz anderes Level, die Mannschaften sind durchweg besser aufgestellt.“ Die Stärke des Gegner musste Schweikardt zuletzt beim 23:29 in Hamm anerkennen. Dabei sei’s keine neue Erkenntnis, dass seine Mannschaft, was die individuellen Fähigkeiten angeht, mit einem Team wie Hamm um Ex-Nationalspieler Maik Machulla nur schwer mithalten kann. „Wir können uns nur über ein gutes Kombinationsspiel durchsetzen – und wenn die Leistung der Spieler in der Summe stimmt. Wer von uns vor der Saison erwartet hat, dass wir die großen Champs sein werden, der hat keine Ahnung vom Handball.“

Am Freitag passte die Leistung wieder einmal nicht – sehr zur Enttäuschung des Bittenfelder Trainers. „Wir hatten uns unheimlich viel vorgenommen.“ Wieder einmal sei die Wurfauswahl mäßig gewesen, seine Spieler seien mit der stabilen Hammer Abwehr nicht zurechtgekommen. „Wir mussten viele Würfe unter Druck nehmen.“ Denen fehlte oft die Präzision, was den guten ASV-Torhütern Tomas Mrkva und Torsten Friedrich in die Karten spielte.

Dran waren die Bittenfelder beim 15:13, doch sie versemmelten zwei dicke Chancen und wirkten etwas fahrig. Binnen fünf Minuten zog Hamm auf 19:13 davon. „Dann war das Spiel gelaufen.“ Am Ende zeigten die Bittenfelder eine allenfalls durchschnittliche Leistung – und die dürfte ihnen in dieser Saison wohl in keinem Spiel zu einem Erfolgserlebnis reichen.

Schweikardt ist sich im Klaren darüber, „dass wir dringend ein Erfolgserlebnis brauchen“. Und zwar schnellstens, am Samstag in der Gemeindehalle gegen den HC Empor Rostock. Zumal es die folgenden Aufgaben beim Überraschungsteam TV Neuhausen/Erms, gegen Emsdetten, in Essen und in der Porsche-Arena gegen den Liga-Favoriten GWD Minden in sich haben. Rostock zählte in der vergangenen Saison nicht zu den Top-Mannschaften der 2. Liga Nord. Dumm nur, dass dies keine Rückschlüsse auf die Leistungsstärke des Gegners zulässt: Gestern trotzte Rostock dem Erstliga-Absteiger TSG Ludwigsburg-Friesenheim beim 31:31 einen Punkt ab.

Es war im Übrigen nicht das einzig erstaunliche Resultat am fünften Spieltag: Post Schwerin besiegte die HSG Nordhorn-Lingen mit 27:24. Die Nordhorner fegten zuletzt im DHB-Pokal den Erstligisten TBV Lemgo aus der Halle und zwangen anschließend in der Liga Minden in die Knie. Aufsteiger Leipzig holte in Neuhausen beim 28:28 einen Punkt, dabei hatte er bereits mit neun Toren im Hintertreffen gelegen.

„Wenn ich mir die Ergebnisse so ansehe, weiß ich nicht, wer hier eigentlich absteigen soll“, sagt Schweikardt.