TV Bittenfeld: Punkt gewonnen und verloren

Nichts ist es geworden mit dem zweiten Saisonsieg des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. In einem emotionsgeladenen und aufregenden Spiel vor 900 Zuschauern in der Gemeindehalle musste sich der TVB gegen die HSG Düsseldorf mit einem 26:26 (12:14) begnügen. So richtig glücklich mit dem Punkt waren weder die Bittenfelder noch die Düsseldorfer.

Mathias Lenz ging’s nach den 60 nervenaufreibenden Minuten so wie den meisten aller aktiv und passiv am Spiel Beteiligten: Der Torhüter der HSG Düsseldorf wusste nicht so recht, wie er das Ergebnis einordnen sollte. Keinen Zweifel indes gab’s daran, dass der Ex-Bietigheimer einer der überragenden Spieler in der Gemeindehalle war: Mit 17 Paraden entnervte er die Bittenfelder Angreifer, die allein fünfmal vom Siebenmeterstrich an Lenz scheiterten.

Die Freude über die eigene Leistung hielt sich beim 26-Jährigen allerdings in Grenzen. „Wenn wir das Ding hier verlieren, kann ich noch so gut gehalten haben“, sagte Lenz kurz nach dem Spiel. „Dann habe ich etwas falsch gemacht.“

Er und seine Mitspieler hatten in den 60 Minuten zuvor vieles richtig gemacht und den Bittenfeldern große Schwierigkeiten bereitet. Der TVB, ohne die verletzten Simon Baumgarten und Adrian Wehner angetreten, kam wie in allen bisherigen Spielen nur mühsam in die Gänge. 53 Minuten mussten die Fans am Samstag auf die erste Führung des TVB beim 24:23 warten.

Dramatik pur am Schluss: Gunnarsson vergibt Strafwurf

Beinahe hätte es noch zum Sieg gereicht, doch Arnor Gunnarsson versagten 32 Sekunden vor dem Ende die Nerven: Der Isländer setzte beim Spielstand von 26:26 einen Siebenmeter neben das Düsseldorfer Tor. Zwei Sekunden vor dem Ende hatten die Bittenfelder sogar noch Glück, dass die unsicheren Schiedsrichter Lutz Daßler und Lutz Günther einen Treffer der Düsseldorfer wegen angeblichem Kreisübertritt nicht anerkannten.

Gunnarsson war bereits an der ersten unglücklichen Aktion des TVB beteiligt gewesen. Nach 48 Sekunden scheiterte er mit einem Siebenmeter an Lenz. Die kompakte Defensive der Düsseldorfer mit Ex-Nationalspieler Michael Hegemann und Maximilian Weiß im Mittelblock stellte den TVB vor bisweilen unlösbare Aufgaben. Er tat sich ungemein schwer, brachte das HSG-Bollwerk vor dem starken Lenz zu selten in Bewegung.

Zu leicht waren die Bittenfelder auszurechnen. Der Beste im Team, Alexander Heib, versuchte mit großem Einsatz und Willen zwar alles. Doch vor allem von den Halbpositionen fehlte die Durchschlagskraft. Auf der rechten Seite laufen Jan Forstbauer und Arni Sigtryggsson immer noch ihrer Form hinterher, auf der anderen Seite war Dominik Weiß nicht ganz so treffsicher wie zuletzt. Und das Kreisspiel fand lange Zeit so gut wie überhaupt nicht statt.

In der Defensive agierte der TVB in den ersten 30 Minuten viel zu passiv. Zu schaffen machten ihm der Oldie und der Youngster der HSG: Michael Hegemann (34) glänzte als Spielgestalter und Torschütze, Jugend-Nationalspieler Julius Kühn (18) als Vollstrecker.

Nach elf Minuten stand’s in der zunächst torarmen Begegnung gerade einmal 2:4 aus Sicht des TVB, der fortan ständig einem knappen Rückstand hinterherlief. Über 12:9 (22.) und 14:11 (27.) ging Düsseldorf mit der verdienten 14:12-Führung in die Pause.

Ziemlich still wurde es in der Gemeindehalle zu Beginn der zweiten 30 Minuten. Die HSG nützte eine Zeitstrafe gegen Sigtryggsson, ein Stürmerfoul von Jürgen Schweikardt und die Abschlussschwäche des TVB zur 17:12-Führung (33.). Auch wenn die Ideen im Angriff der Heimmannschaft fehlten: Sie kämpfte verbissen um den Anschluss. Jürgen Schweikardt, zwischenzeitlich sicherer Siebenmeterschütze, schaffte das 17:18 und 18:18 – es war der erste Ausgleich seit dem 8:8.

Fortan war’s bis zum Schluss ein verbissen geführtes, ausgeglichenes Spiel. Das schwache Überzahlspiel verhinderte die Bittenfelder Führung, die HSG war beim 23:21 (48.) wieder im Vorteil. Dann hatte Gregor Lorger seinen großen Auftritt. Der Bittenfelder Torhüter, der zuvor kaum eine Hand an den Ball bekommen hatte, war binnen einer Minute gleich viermal zur Stelle. Pech hatte der TVB indes, dass die Abpraller jeweils bei den Düsseldorfern landeten.

Sieben Minuten vor dem Ende war es doch so weit: Dominik Weiß erzielte beim 24:23 die erste Bittenfelder Führung im Spiel. Beim 25:25 scheiterten Gunnarsson – in Überzahl – und Weiß an Lenz. Max Weiß brachte den Gast beim 26:25 wieder in Führung, Florian Schöbingers einziger Treffer zwei Minuten vor Schluss zum 26:26 bedeutete bereits den Endstand in einem intensiven Spiel, das mit einem gerechten Remis endete.

TV Bittenfeld: Sdunek, Lorger; Schimmelbauer, Schöbinger (1), Salzer, Forstbauer (1), Weiß (4), Pabst (1), Lenz, Schweikardt (6/5), Gunnarsson (6), Heib (5), Sigtryggsson (2). HSG Düsseldorf: Lenz, Savonis; Feld, Kühn (5), Hegemann (7), Auerbach (1/1), N. Artmann, J. Artmann (2), Weiß (5), Pagalies, Backhaus, Arnason (5), Bauer (1).