Schweikardt bangt um Salzer

4:4 Punkte wären ein ordentlicher Saisonstart für den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. Dazu muss der TVB aber am morgigen Samstag (19.30 Uhr) den Vorjahresdritten HSG Düsseldorf in die Knie zwingen. „Das wäre schon sehr, sehr wichtig“, sagt Trainer Günter Schweikardt. Adrian Wehner ist verletzt, auch Thorsten Salzers Einsatz ist fraglich.

Restlos überzeugend war die Leistung des TVB beim 36:32-Pokalsieg in Obernburg am Mittwoch nicht. Günter Schweikardt hält sich aber mit Kritik zurück. „Sicherlich hatten wir Chancen, früher alles klarzumachen und das Spiel ruhiger zu gestalten“, sagt der Trainer. „Aber ich habe gute Ansätze gesehen.“ Und einen Formanstieg beim einen oder anderen seiner Spieler. „Und wir sind eine Runde weiter, das ist das Wichtigste.“

Nichts dazu beitragen konnten Adrian Wehner und Thorsten Salzer. Während Wehner wegen einer Kapselverletzung an der Schulter in Zivil auf der Tribüne Platz nahm, saß Salzer 60 Minuten auf der Auswechselbank. Wegen eines Pferdekusses im Oberschenkel schonte ihn sein Trainer. „Ein Einsatz wäre zu riskant gewesen.“ Inwieweit der 25-Jährige morgen wieder dabei sein kann, ist ungewiss. Lockeres Laufen bereiteten Salzer keine Schmerzen, größere Belastungen indes seien am Donnerstag noch nicht möglich gewesen. Schweikardt wäre schon froh, wenn er Salzer sporadisch einsetzen könnte. Nicht besser sieht’s bei Wehner aus. Dafür macht die Genesung der angeschlagenen Arni Sigtryggsson und Florian Schöbinger Fortschritte.

Egal, mit welcher Mannschaft die Bittenfelder morgen auflaufen werden: Schweikardt will die Punkte unter allen Umständen in der Gemeindehalle behalten. „Schließlich werden die Aufgaben nicht leichter“, sagt er – auch mit Blick auf die nächste Aufgabe in Hamm am kommenden Freitag. Es sei ein bedeutender Unterschied, mit 4:4 oder 2:6 Punkten zum Erstliga-Absteiger zu fahren.

Die Düsseldorfer sind etwas unglücklich in die Saison gestartet. Zum Auftakt unterlagen sie dem Erstliga-Absteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit 28:29, kassierten den entscheidenden Treffer eine Dreiviertelminute vor Schluss. Auch beim 19:19 in Bietigheim führte die HSG bis 30 Sekunden vor dem Ende. Im Derby gegen den DHC Rheinland war Düsseldorf nach einem 0:6-Rückstand beim 18:18 in der 52. Minute dran und musste sich mit 19:22 beugen.

1:5 Punkte sind nicht das, was sich HSG-Trainer Ronny Rogawska vorgestellt hat. Auch wenn die bisherigen Gegner zu den Top-Adressen der Liga zählen dürften. In Bittenfeld will der Ex-Erstligist seinen ersten Saisonsieg, dafür hat er sich akribisch vorbereitet: Am Mittwoch ging’s mit dem Flugzeug nach Stuttgart und von dort zum DHB-Pokalspiel nach Heiningen. Mit dem 40:20-Sieg beim Viertligisten spielte sich die HSG für morgen warm.

Anschließend blieben die Düsseldorfer gleich im Ländle und absolvieren bis zum Spiel in Bittenfeld morgen ein Kurztrainingslager.

Nach Platz drei und dem verpassten Wiederaufstieg haben sich die Düsseldorfer für die neue Runde mit einem Mittelfeldplatz bescheidenere Ziele gesetzt, gab’s doch große Fluktuationen im Kader. Nach wie vor dabei sind die ehemaligen deutschen Nationalspieler Michael Hegemann und Jan-Henrik Behrends, in der vergangenen Saison die besten Torschützen bei der HSG, sowie der routinierte litauische Nationaltorhüter Almantas Savonis. Verlassen haben den Verein der österreichische Nationalspieler Patrick Fölser, Daniel Brack, Florian von Gruchalla, Matthias Puhle, Valdas Novickis, David Hansen und Marcel Wernicke.

Neu im Team ist Rechtsaußen Tim Bauer (33/vom spanischen Erstligisten CB Puerto de Sagunto). Vom isländischen Erstligisten Valur HK kam der rechte Rückraumspieler Ernir Arnason (25), vom Zweitliga-Absteiger HSC Coburg der Torschützenkönig der vergangenen Zweitligasaison, Alexander Auerbach (23). Im Tor ersetzt der Bietigheimer Torhüter Mathias Lenz Matthias Puhle. Die anderen vier Neuen gehören der jungen Garde an: Die Jugend-Nationalspieler Julius Kühn (18) und Alexander Feld (18), Marc Pagelies (20) und Patrick Ranftler (21).

Schweikardt hofft, dass seine derzeit etwas schwächelnde rechte Angriffsseite wieder zur Form finden wird – und auf tatkräftige Unterstützung des Publikums, das im ersten Heimspiel noch spärlich zugegen war. „Wie die Fans Einfluss nehmen können auf ein Spiel, haben wir zuletzt in Erlangen erfahren müssen.“