TVB zittert sich in die dritte Runde

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld steht in der dritten Runde im Pokalwettbewerb des Deutschen Handball-Bundes. Der Drittligist Tuspo Obernburg hat dem TVB gestern Abend vor rund 200 Zuschauern bei dessen 36:32-Auswärtserfolg (18:17) jedoch alles abverlangt. Erst in der Schlussphase machte der TVB – mit etwas Glück – alles klar.

Als „gern gesehener Gast in den vergangenen beiden Jahren“ begrüßten die Obernburger den TV Bittenfeld in ihrem Hallenheft. Nun ja, die Fakten sprachen nicht eben gegen Tuspo. Vor zwei Jahren musste der TVB im Aufstiegskampf beim 30:32 einen herben Rückschlag hinnehmen, in der Vorsaison kam der TVB beim jetzigen Drittligisten nicht über ein 32:32 hinaus.

Dennoch gingen die Bittenfelder gestern Abend vor rund 200 Zuschauern als Favorit ins die Partie – und sahen sich vom Start weg hochmotivierten Obernburgern gegenüber. Der TVB nahm die Aufgabe offensichtlich etwas zu locker und rannte einem Rückstand hinterher. 9:5 führte der Außenseiter nach elf Minuten, ehe Jürgen Schweikardt mit einem Doppelschlag auf zwei Tore verkürzte.

Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe Arnor Gunnarsson mit dem 12:11 für die erste Bittenfelder Führung sorgte. Nach Martin Kienzles 17:14 (24.) schien der Zweitligist die Partie in den Griff zu bekommen. Mit einigen nachlässigen Aktionen brachte der TVB den Gegner jedoch wieder ins Spiel, hatte vor allem mit dem quirligen Daniel Kobloch seine liebe Müh’ und Not. Vom 15:18 verkürzte Tuspo bis zur Halbzeitpause auf 17:18.

Mit drei Toren in Folge von Schweikardt und zweimal Alexander Heib erwischten die Bittenfelder einen glänzend Start und stellten beim 21:17 die erste Vier-Tore-Führung im Spiel her. Der Widerstand des Drittligisten war damit aber längst noch nicht gebrochen. Beim 22:23 (42.) war er wieder dran. Der TVB bekam – wie schon in den ersten 30 Minuten – die Quittung für seine etwas zu lasche Spielweise. Markus Eisenträger traf 13 Minuten vor dem Ende zum 25:25. Nach einer Zeitstrafe gegen Jan Forstbauer sah’s nicht gut aus für den TVB, und nach zwei Fehlwürfen des TVB in Folge hatte Obernburg beim 30:29 (52.) erstmals seit dem 11:10 die Führung zurück.

In der hitzigen und spannenden Schlussphase behielten die Bittenfelder die Nerven, spielten einen Tick cleverer und hatten auch das notwendige Glück auf ihrer Seite. Nach drei Treffern von Arnor Gunnarsson, der zuvor nicht immer ganz glücklich agiert hatte, und zwei starken Paraden von Torhüter Daniel Sdunek führte der TVB drei Minuten vor dem Ende mit 32:31. Allerdings sah er sich nach Zeitstrafen gegen Schweikardt und Gunnarsson den Obernburgern in doppelter Unterzahl gegenüber.

Beim nächsten Angriff Tuspos pfiffen die Schiedsrichter Stürmerfoul gegen Florian Schöbinger. Das war eine vorentscheidende Szene, auch wenn der TVB immer noch einen Spieler weniger auf dem Feld hatte. Dominik Weiß übernahm die Verantwortung und markierte die 33:21-Führung.

Die Bittenfelder mussten aber noch weiter zittern. Nach dem Siebenmetertreffer zum 32:33 blieben Tuspo Obernburg noch knapp zwei Minuten, um sich wenigstens in die Verlängerung zu retten. Erst nach den Treffern von Heib und Schöbinger zum 35:32 war das Spiel zugunsten des Favoriten gelaufen. In der Schlussminute sorgte Tobias Schimmelbauer für den 36:32-Endstand und den Einzug in die dritte DHB-Pokalrunde. Ganz nebenbei: Es war der erste Sieg der Bittenfelder überhaupt bei ihrem Angstgegner in Obernburg.

Entsprechend erleichtert waren sie nach dem Spiel. „Es war sehr wichtig für uns, hier in Obernburg und auch einfach einmal auswärts zu gewinnen“, sagte Dominik Weiß. „Auch wenn’s dafür heute keine Punkte gab.“ In den ersten 30 Minuten sei die Abwehr zu weit weg vom Mann gestanden, der dadurch zu vielen leichten Schlagwürfen gekommen sei. „Nun müssen wir schauen, dass wir uns bis zum Spiel am Samstag gegen Düsseldorf schnell erholen.“

TV Bittenfeld: Sdunek, Lorger; Salzer, Schweikardt (6), Weiß (5), Heib (7/1), Forstbauer (1), Sigtryggsson (1), Seiz (1), Kienzle (1), Schimmelbauer (5), Gunnarsson (6), Pabst, Schöbinger (3).