Jetzt zwickt’s auch Wehner an der Schulter

Nach Arni Sigtryggsson und Florian Schöbinger plagt sich nun mit Adrian Wehner der dritte Spieler des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld mit einer Schulterverletzung herum. Bei der 21:22-Niederlage in Erlangen fehlte der 29-Jährige, auch morgen (20 Uhr)

Die lange Saison in der eingleisigen 2. Liga hat gerade erst begonnen, doch die Bittenfelder kommen schon ein bisschen auf dem Zahnfleisch daher. Sie haben sich mittlerweile damit abgefunden, dass sich die sehnlichst erwartete Rückkehr des langzeitverletzten Kreisläufers Simon Baumgarten noch etwas hinauszögert. Baumgartens Ausfall indes ist längst nicht die einzige Sorge: Im Training am Donnerstag verletzte sich Adrian Wehner an der Schulter und machte die Reise nach Erlangen erst gar nicht mit. Am selben Körperteil zwickt’s seit Wochen Arni Sigtryggsson und Florian Schöbinger. Beide sind derzeit nur bedingt einsatzfähig.

Vor allem dem Isländer ist die fehlende Trainings- und Spielpraxis deutlich anzumerken, ist er doch ein gutes Stück von seiner Form aus der vergangenen Saison entfernt. Da es auch bei Junioren-Weltmeister Jan Forstbauer noch nicht rundläuft, lahmt der rechte Rückraum des TVB seit Wochen.

Diese Position war aber natürlich nicht der alleinige Grund für die 21:22-Niederlage am Samstag. Hatten die Bittenfelder beim 28:26-Pokalsieg gegen denselben Gegner vor drei Wochen in der Schlussviertelstunde Probleme mit der Erlanger Abwehr bekommen, gab’s nun bereits vor der Pause kaum ein Durchkommen. „Erlangen hat kompromisslos gespielt“, sagt Günter Schweikardt. Doch auch sein Team habe „ordentlich“ dagegengehalten. Mitentscheidend für den 8:13-Rückstand zur Pause war für den Bittenfelder Trainer das Unterzahlspiel, dem sich sein Team zwischenzeitlich ausgesetzt sah. Zudem ließ, wie schon beim 24:32 in Dormagen, die Wurfquote sehr zu wünschen übrig: Neunmal scheiterte der TVB in den ersten 30 Minuten entweder am überragenden HCE-Torhüter Andreas Bayerschmidt, an Latte und Pfosten oder an der Erlanger Deckung.

Nach der Pause wurde die Ausbeute nicht wirklich besser, am Ende hatten die Bittenfelder gerade einmal rund die Hälfte ihrer Würfe im Erlanger Tor untergebracht. „Die Wurfquote hat sicher nicht dazu beigetragen, siegreich zu sein“, sagt Schweikardt. Und dennoch hätte der TVB beinahe noch einen Punkt gerettet. Erstens, weil auch die Erlanger plötzlich nicht mehr trafen. 19:14 führten sie nach 41 Minuten, bis zur Schlusssirene gelangen ihnen lediglich noch drei Tore. Was auch an TVB-Torhüter Daniel Sdunek lag, der wie Gregor Lorger vor der Pause ein gutes Spiel machte. „Immer, wenn wir uns eine gute Chance herausgespielt haben, scheiterten wir an Bayerschmidt“, sagt Schweikhardt. Dennoch müsse er seinem Team ein Kompliment machen, es habe sich toll ins Spiel zurückgekämpft. „Wenn wir auswärts weiter so auftreten, werden wir unsere Punkte holen.“

Morgen im Pokal bei Angstgegner Tuspo Obernburg

Schon morgen bekommt der TVB die Gelegenheit zum ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Für den indes gibt’s keine Punkte, doch es besteht Aussicht auf einen Erstligisten in der dritten DHB-Pokalrunde. In Obernburg gehen die Bittenfelder – trotz der Verletzungsmisere – als Favorit ins Spiel. Tuspo Obernburg verpasste in der vergangenen Saison die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga klar und spielt nun in der 3. Liga. In den ersten drei Partien gab’s einen 38:36-Heimsieg gegen die vom Ex-Schorndorfer Heiko Burmeister trainierte TSG Söflingen sowie Auswärtsniederlagen beim TSV Neuhausen/Filder (21:29) und TV Hochdorf (27:31).

„Obernburg wird sicher alles versuchen, in die dritte Runde zu kommen“, sagt Schweikardt. „Das werden wir aber auch.“ Sicherlich stehe die Punkterunde im Vordergrund. Doch für diejenigen Spieler, die momentan ihrer Form etwas hinterherliefen, sei so ein Spiel die beste Gelegenheit, sich „reinzuspielen, schließlich ist der Wettkampf das beste Training“.

Tuspo Obernburg hat zwar noch einige Spieler aus dem Vorjahr im Kader, unter anderem den starken Linkshänder Martin Justus. Doch für Schweikardt zählt nichts anderes als der Einzug in die dritte Pokalrunde. „Und ich gehe auch davon aus, dass es klappen wird.“ Nicht mitfahren werden Simon Baumgarten und Adrian Wehner.

Im Wege stehen könnte dem TVB die schwarze Serie in Obernburg: Bei fünf Auftritten in der 2. Liga holte er nur ein mickriges Pünktchen. Sollte ein Fluch auf der Elsenfelder Sparkassen-Arena liegen, hat der TVB nun bessere Karten: Ausnahmsweise spielen die Obernburger diesmal in der heimischen Valentin-Ballmann-Halle.