TVB will zwei Negativserien beenden

Nach der Schlappe in Dormagen muss der TV Bittenfeld erneut auswärts antreten. Vor drei Wochen besiegte der TVB den HC Erlangen im DHB-Pokal mit 28:26, in den beiden Ligaspielen zeigten die Franken starke Leistungen. Das dürfte für die Bittenfelder morgen (20 Uhr) eine ganz harte Nuss werden – zumal sie in Erlangen noch nie gewonnen haben.

Gleich zwei Serien können die Bittenfelder binnen fünf Tagen beenden: morgen in der Punkterunde und am Mittwoch in der zweiten Runde des DHB-Pokals. Dreimal spielte Bittenfeld in der 2. Liga in Erlangen, dreimal fuhr der TVB mit einer Niederlage nach Hause. Fünfmal trat der TVB in Obernburg an, dabei reichte es lediglich zu einem Punkt. Vielleicht klappt’s diesmal, schließlich ist Tuspo in die 3. Liga abgestiegen.

An den Pokalwettbewerb denken die Verantwortlichen des TV Bittenfeld in diesen Tagen allerdings nicht. Es gilt, die Mannschaft nach der 24:32-Pleite in Dormagen wieder in die Spur zu bringen. „Es ist nicht so, dass wir jetzt alles infrage stellen würden“, sagt Günter Schweikardt. „Aber wir haben natürlich ausgiebig analysiert, woran es gelegen hat.“ Beispielsweise daran, dass der Gegner ein wirklich guter gewesen sei. Zudem habe seine Mannschaft in Abwehr und Angriff die notwendige Konsequenz vermissen lassen. „Und dann reicht es in dieser Liga schlichtweg nicht.“

Nun habe sein Team die nächste Chance, auswärts etwas zu holen. Gegen ein Team, das der TVB in dieser Saison schon besiegt hat. Gerne erinnern sich die Bittenfelder an die ersten 43 Minuten im Pokalspiel gegen den HC Erlangen. 17:10 führte der TVB zur Pause, bis zum 22:15 hatte er das Spiel im Griff. Dann jedoch gab er es fast aus der Hand. Die Erlanger demonstrierten eindrucksvoll ihre Vorzüge: Kampfkraft und Konterstärke. Am Ende mussten die Bittenfelder froh sein, den 28:26-Sieg über die Ziellinie gebracht zu haben.

In den ersten beiden Punktspielen hat sich der HC Erlangen offensichtlich noch gesteigert. Zum Auftakt kämpfte er den TV Korschenbroich mit 23:22 nieder. Und im ersten Auswärtsspiel gab’s trotz der 19:20-Niederlage bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim prima Kritiken. Vor allem die Defensive präsentierte sich vor dem überragenden Torhüter Andreas Bayerschmidt in hervorragender Verfassung. Gerade einmal acht Gegentreffer ließen die Erlanger nach der Pause gegen den Erstliga-Absteiger und Aufstiegskandidaten zu. Prunkstück der Erlanger ist die aggressive Deckung, in der vergangenen Saison kassierten sie die wenigsten Gegentreffer der 2. Liga Süd. Die Brüder Hannes und Georg Münch ziehen die Fäden im Angriffsspiel, das mit der Verpflichtung von Marcus Hock an Qualität hinzugewonnen hat. Der Rückraumspieler mit Erstligaerfahrung war zweimal Torschützenkönig der 2. Liga Nord. Mit Christoph Nienhaus und Daniel Pankofer hat der HC weitere gefährliche Werfer.

Entscheidend werde sein, so Schweikardt, „dass wir konsequent abschließen und nicht so viele Bälle herschenken“. Zudem wünscht er sich, dass sein Team „von Anfang an die Richtung des Spiels mitbestimmt“. In allen drei Pflichtspielen – gegen Erlangen, Bad Schwartau und Rheinland –, rannte der TVB einem Rückstand aus der Anfangsphase hinterher. Gerade auswärts ist es enorm schwierig, wieder ins Spiel zurückzukommen.

Personell sieht’s nicht ganz so gut aus beim TVB. Simon Baumgarten braucht erwartungsgemäß noch mindestens zwei Wochen bis zum Comeback. Die an der Schulter verletzten Florian Schöbinger und Arni Sigtryggsson haben in dieser Woche reduziert trainiert. Ob sie spielen können, wird sich kurzfristig herausstellen. Schweikardt jedenfalls will kein Risiko eingehen. „Wenn keine deutliche Besserung eintritt, macht es keinen Sinn.“