Drobek und Randi sind die Taktgeber

Nach dem Aufstieg will das Perspektivteam des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld auch in der Württemberg-Liga eine gute Rolle spielen. Neuer verlängerter Arm von Trainer Michael Rill wird Ludek Drobek von der ersten Mannschaft sein. Der 36-Jährige soll zudem die Abwehr stabilisieren.

Der TV Bittenfeld II ist in der Liga angekommen, in die er eigentlich gehört. Als Sprungbrett ins Zweitligateam war die Landesliga für die TVB-Talente eindeutig zu niedrig. Ausschließlich mit jungen Spielern in die Saison zu starten, dürfte jedoch schwierig werden. Gerade für einen Aufsteiger. Das wissen auch die Bittenfelder. Deshalb sind sie froh, dass sie Verstärkung aus den eigenen Reihen bekommen haben. Ludek Drobek, bis November vergangenen Jahres noch Abwehrchef des Zweitligateams, soll dem TVB II mit seiner Erfahrung weiterhelfen. Nach seinem Bandscheibenvorfall steht Drobek mittlerweile wieder im Training. Er soll sich langsam wieder nach vorne arbeiten. „Er wird Zeit bekommen, fit zu werden“, sagt Michael Rill. Der Trainer plant, Drobek nicht nur in der Abwehr einzusetzen, sondern auch im Rückraum und zur Not auch am Kreis.

„Ludek gibt zusammen mit Thomas Randi den Ton an“, sagt Rill. Zudem übernehme Drobek das Abwehrtraining. Der Defensive, da ist sich Rill sicher, wird in der neuen Liga besondere Bedeutung zukommen. Deshalb sei in der Vorbereitung der Schwerpunkt auf die Abwehr gelegt worden. „Wir brauchen die Ballgewinne für unsere Gegenstöße.“

Tore über den Positionsangriff zu erzielen, sei nicht so einfach. Dazu fehlten dem TVB II die Schützen aus dem Rückraum. Martin Kienzle, der auch zum Bundesligakader gehört, sei der einzige Werfer aus der Distanz und deshalb nur schwer zu ersetzen. Im rechten Rückraum fehlt den Bittenfeldern nach dem Weggang von David Krammer ein Linkshänder. „Das müssen wir kompensieren“, sagt Rill. Jeremiah Gantner und Ludek Drobek könnten diese Position spielen.

Mit Sven Andrä verlor der TVB II zudem einen Kreisläufer. Diese Position, hinter Alexander Bischoff, soll Pascal Luithardt einnehmen. Der 21-Jährige spielte bisher meist nur in der Abwehr.

Sehr gut besetzt ist der TVB auf den beiden Außenpositionen. Michael Seiz (18) und Marvin Gille (19) sind zwar noch junge Burschen, sie haben aber immerhin schon Bundesligaluft geschnuppert. Neu im Kader sind außer Drobek aus der dritten Mannschaft Leonhard Hilberg auf Rechtsaußen sowie die beiden A-Jugendlichen Maximilian Baldreich und Kai Wissmann. Wissmann habe eine „super Vorbereitung“ gespielt, sagt Rill, der den 17-Jährigen als Alternative hinter Kienzle im linken Rückraum sieht.

Ein Überangebot gibt’s auf der Torhüterposition. Mit Steffen Krieg (30) und Marc Sladek (29) stehen zwei Routiniers im Kader, Julian Danner und Maximilian Baldreich, beide 18 Jahre, gehören der jungen Garde an. Hinter Sladek und Krieg hätten aus beruflichen und privaten Gründen kleine Fragezeichen gestanden. Deshalb sei der TVB auf Nummer sicher gegangen und habe Danner und Baldreich in den Kader genommen.

Michael Rill hat Respekt vor der Liga, aus der es vier Direktabsteiger geben wird. „Aber ich denke, wir sind gut vorbereitet.“ Die letzte Gewissheit durch den fehlenden Wettbewerb fehle zwar, „aber ich habe ein gutes Gefühl“. Zumal sich sein Team in der Vergangenheit meist dem Niveau der Gegner angepasst habe. Das Auftaktprogramm hätte allerdings ein bisschen leichter ausfallen können: Zuerst muss der TVB zum starken Mitaufsteiger NSU Neckarsulm, der im Pokal die SF Schwaikheim rausgeworfen hat. Dann kommt die SV Remshalden. Gerade auf die Derbys ist Rill gespannt. „Ich glaube, diese Spiele werden den Spielern einen extra Schub geben. Wir werden die Derbys genießen.“