Blaues Wunder?

Verletzungsserie trübt Vorbereitung des TV Bittenfeld, aber nicht die Laune.

Irgendwo zwischen azur und türkis angesiedelt, weckt das neue Blau als Traditionsfarbe des TV Bittenfeld, eine ganze Skala farbpsychologischer Assoziatonen und positiver Empfindungen. In ihrem neuen Look jedenfalls, präsentiert sich die Schweikardt-Sieben in einer gelungenen Komposition von Farbe, Botschaft, sportlichem Outfit.
Im Gegensatz dazu verläuft die Saisonvorbereitung bislang suboptimal: Das Trainerduo Günter Schweikardt/Klaus Hüppchen (Co) konnte bislang bei Turnier- und Testspielen wegen Verletzungen noch kein einziges Mal auf den kompletten Kader zugreifen.Kreisläuferass Simon Baumgarten ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht ganz soweit, Adrian Wehner und Alexander Heib sind lädiert und bedürfen der Schonung, ebenso wie der isländische Powerflügel mit Arni Sigtryggsson und Arnor Gunnarsson (in Altensteig beim Sparkassencup mit 21 Treffer Torschützenkönig). Florian Schöbinger setzte im Spiel gegen den Deutschen Meister HSV Hamburg (20:34) beim Intersport-Masters ein richtig dämliches Foul von  Nationalspieler Stefan Schröder vorerst schachmatt.
Ganz aktuell gesellt sich ins Bittenfelder Lazarett jetzt auch noch Junioren-Weltmeister Jan Forstbauer. Im internationalen Testspiel (28:28) gegen die mit
Nationalspielern gespickte französische Zweitliga-Spitzenmannschaft PAUC Aix-en-Provence hat er sich eine Kapselverletzung im Knöchel zugezogen. Doppelt bitter, weil ein Ausfall von Schöbinger und Forstbauer nicht zu kompensieren ist. Beide hatten mit brillanten Auftritten ihre starke Form schon jetzt unter Beweis gestellt.
Obwohl soviel  Pech eigentlich zum grün und blau ärgern ist,  Trainer und Spieler reagieren und trainieren trotz einer solchen Verletztenmisere weiter in souveräner Kompetenz. So richtig hoffnungsfroh stimmen dabei der eindrucksvolle Formanstieg
beim neuen Torwartduo Daniel Sdunek/Gregor Lorger, sowie Fortschritte und Verbesserungen im Spiel nach vorn und im Deckungsverband.
Sprungwurfriese Dominik Weiß, Tobias Schimmelbauer als konterstarker Linksaußen sowie Stratege Thorsten Salzer, dessen unaufgeregtes, technisch
und taktisch anspruchsvolles Spiel der Mannschaft sichtlich gut tut, überzeugen mit starken Leistungen in Abwehr und Angriff, genauso wie Heib und Jürgen Schweikardt, diese zudem als wichtige Takt- und Impulsgeber.

Farbe bekennen

Die Verletztenriege um Shooter Wehner brennt nunmehr geradezu auf ihren Einsatz, ebenso wie die nachdrängenden Talente um Marcel Lenz und Martin Kienzle. Zwar waren, nicht zuletzt wegen der Ausfälle Turniererfolge in der Vorbereitung spärlich. Gegen Erstligamannschaften und Zweitligarivalen setzte es Niederlagen. Trotzdem wurde deutlich, wie viel Potenzial und Können das Team besitzt. Im letzten Testspiel, gegen die Berliner Füchse (23:38), will Trainer Günter Schweikardt weitere Erkenntnisse gewinnen, bevor
dann am 27. August der Pokalknaller gegen den Rivalen HC Erlangen in der Gemeindehalle mit grandiosem „Saisonopening“ auf dem ruhmreichen TVB-Großfeldsportplatz und
im Vereinsheim steigt, und anschließend „eine einmalig spannende Saison beginnt, mit vielen Herausforderungen und weitgehend gleichstarken Mannschaften“, so der Trainer. Spätestens ab da gilt, um mit der Farbe zu sprechen: Allez les bleus!