Wild Boys unterliegen dem spanischen Favoriten

Knapp drei Wochen vor dem Bundesliga-Saisonstart hat sich der TV Bittenfeld bei der 35:37-Niederlage in Benningen gegen Champions-League-Teilnehmer Ademar Leon mit einer guten Leistung dem Publikum präsentiert. Den großen Rückstand (16:23) aus der ersten Hälfte konnte das Team von Trainer Günter Schweikardt und Klaus Hüppchen auch nach einer starken zweiten Halbzeit nicht mehr wett machen. Bester Werfer beider Teams war an diesem Abend Florian Schöbinger mit 9 Treffern.

Bittenfeld startet beim diesjährigen INTERSPORT-Masters um den Kempa-Cup in Gruppe A zusammen mit dem amtierenden Deutschen Meister HSV Hamburg, dem TV Grosswallstadt und dem spanischen Erstligisten Ademar Leon. Gegen den mussten die Bittenfelder Jungs bereits am Freitagabend in der ausverkauften Halle in Benningen antreten. Das Team startete gut in die Partie, Dominik Weiß markierte gleich zu Beginn zwei seiner insgesamt fünf Treffer an diesem Abend.

Eine schnelle 4:1-Führung für den TVB verwandelte sich dann allerdings mit zunehmender Spieldauer in einen deutlichen Rückstand. Die Spieler fanden zunächst kein Mittel gegen den massiven Abwehrblock der hochgewachsenen Spanier, die immer wieder durch einfache Kontertore den Spielstand nach oben schraubten.

Nach 15 Minuten hatte sich der TVB in die Partie zurückgekämpft. Der zwischenzeitliche Rückstand von sechs Toren wurde durch schnelle Spielzüge im Angriff und einer zupackenden Abwehr verkürzt (14:11, 18.). Einige Ballverluste und Fehlwürfe aus dem Rückraum verhinderten jedoch ein weiteres Herankommen – Ademar Leon zog durch schnelles Konterspiel auf ein vorentscheidendes 23:16 davon.

Der zweite Durchgang verlief völlig anders für den TVB. Das Team machte mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung die ersten 30 Minuten vergessen und sorgte beim Publikum für Begeisterung. Dem Treffer von Thorsten Salzer auf der Mitteposition folgten zwei sensationelle Paraden von Torhüter-Neuzugang Gregor Lorger. Der Neue zwischen den Pfosten kam in der Vorbereitung aus der spanischen Liga zu den Wild Boys und zeigte eine gute Leistung. Neben ihm kam auch Neuzugang Leon Pabst am Kreis zu seinen Einsatzzeiten.

Mit Biss und Kampfgeist konnte Bittenfeld den hohen Rückstand aus der ersten Halbzeit verkürzen. Tobias Schimmelbauers erster Treffer zum 21:25 (37.) und Schöbingers trickreicher Wurf zum 22:25 ließ die Zuschauer auf eine Wende in diesem hochklassigen Duell hoffen. Salzers Kontertreffer zum 31:32 (52.) veranlasste Ademars Coach zur Auszeit, um dem TVB den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg.

Doch die letzten fünf Spielminuten waren an Spannung kaum zu überbieten. Weiß traf zum 33:35 (55.) und holte eine Zeitstrafe gegen Ademar heraus. Den gegnerischen Ballverlust in der 58. Minute nutzte Salzer zum 35:36-Anschlusstreffer, der für großartige Stimmung in der Halle sorgte. Unter tosendem Beifall wurden die TVB-Spieler von den Zuschauerrängen angetrieben, das Team konnte den letzten Angriff leider nicht im gegnerischen Tor zum Ausgleich unterbringen. Ademar nutzte den Fehlversuch der Bittenfelder zum 35:37-Endstand.

Günter Schweikardt und sein Trainergespann zeigten sich angesichts der zweiten Halbzeit zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft. "Der Rückstand aus der ersten Halbzeit war einfach zu groß, um hier als Außenseiter für eine Überraschung sorgen zu können. Ich denke ein Unentschieden wäre aufgrund der zweiten Hälfte durchaus verdient gewesen".

TVB:
Sdunek, Lorger, Schmidl – Schimmelbauer (4), Heib (1), Kienzle, Schöbinger (9), Schweikardt (1), Weiß (5), Gunnarsson (6/3), Sigtryggsson (1), Pabst, Salzer (4), Forstbauer (4)

Der weitere Turnierverlauf in der Gruppe A sieht ein Aufeinandertreffen mit dem TV Grosswallstadt und dem HSV Hamburg am Samstag vor. Am Sonntag werden die Platzierungen ausgespielt.
Alle handballbegeisterten Fans sind herzlich nach Sindelfingen in den Glaspalast eingeladen.
In der Gruppe B sind mit dabei: Rhein-Neckar Löwen, FrischAuf Göppingen, HBW Balingen-Weilstetten und KIF Kolding aus Dänemark.