Ein Weltmeister in der zweiten Liga

Der TV Bittenfeld geht mit einem Weltmeister in die Saison in der zweiten Handball-Bundesliga. Jan Forstbauer hat in Griechenland mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft den Titel geholt. Im WM-Finale gewann das Team mit 27:18 (13:10) gegen Dänemark. „Es war ein geiles, unwirkliches Gefühl, den Pokal zu bekommen.“

Wie es sich gehört, machte die Mannschaft in Thessaloniki die Nacht zum Tag. „Wir waren auf einer Euphoriewelle und haben bis 6.30 Uhr gefeiert.“ Mit Apfelsaft? Der 19-Jährige lacht. „Naja, am nächsten Tag ging’s allen nicht so gut.“

Nun, mit einigen Tagen Abstand, realisiert der Rückraumspieler erst so richtig, was er mit dem Team geschafft hat. Deutschland hat den Titel verteidigt, für Forstbauer war’s der erste WM-Triumph. Beim Gedanken an das Finale und die Pokalübergabe „habe ich schon noch mal ein bisschen Gänsehaut bekommen“.

Die Mannschaft des scheidenden Trainers Martin Heuberger, der nun Heiner Brand als Coach des A-Nationalteams beerbt, zeigte gegen Dänemark ihre beste Leistung. Schon bei der WM 2009 in Kairo waren die Dänen im Endspiel chancenlos gewesen, diesmal siegte Deutschland mit neun Toren Vorsprung. Forstbauer kam rund 20 Minuten lang zum Einsatz.

„Wir haben uns schon gewundert, dass wir so hoch gewonnen haben. Aber wir hatten eine tolle Abwehr und einen super aufgelegten Torhüter.“ Nils Dresrüsse, der als bester WM-Keeper ausgezeichnet worden ist, habe insbesondere in der zweiten Hälfte fast alle Bälle gehalten. Den Dänen sei irgendwann nichts mehr eingefallen.

Die deutsche Mannschaft musste im Halbfinale gegen Ägypten zittern

Deutschland hat alle neun WM-Spiele gewonnen. Zittern musste das Team jedoch im Halbfinale gegen Ägypten. Nach gutem Start „haben wir unser schlechtestes Spiel gezeigt“. Das deutsche Team kämpfte und gewann knapp mit 25:24 (14:11). „Danach haben wir gesagt: Jetzt können wir es auch ganz schaffen mit dem Titel.“

Dabei waren die Erwartungen beim deutschen Team im Vorfeld der WM gedämpft gewesen. Einige Stammspieler waren ausgefallen, die Vorbereitung verlief durchwachsen. „Doch dann haben wir uns noch mal zusammengesetzt und dem Ziel WM-Titel alles untergeordnet.“ Trainer Heuberger habe großen Anteil am Erfolg. „Er hat uns immer top vorbereitet und uns taktisch gut eingestellt.“ Für den scheidenden Coach war’s der vierte Titel mit den Junioren. In den Jahren 2004 und 2006 hatte er mit dem Team Gold bei der EM gewonnen.

Forstbauer traut Heuberger zu, dass er die A-Nationalmannschaft wieder an die Weltspitze heranführen kann. Die Kritik an ihm, er werde sich von seinem Vorgänger so gut wie nicht unterscheiden, lässt der Spieler des TV Bittenfeld nicht gelten: „Er wird nicht alles gleich machen wie Heiner Brand.“

Das 14 Tage lange WM-Turnier sei anstrengend gewesen, sagt Forstbauer. Dennoch fühlt er sich „relativ fit“. Beim Vorbereitungsturnier in Altensteig hat der 19-Jährige erstmals wieder für Bittenfeld gespielt. Er habe sich sehr gefreut, die Mannschaft wiederzusehen.

Noch drei anstrengende Wochen sind’s bis zum Rundenbeginn in der eingleisigen zweiten Liga. Das Team will einen guten Start hinlegen und möglichst schnell viele Punkte sammeln, um nicht hinten reinzurutschen. Jan Forstbauer ist topmotiviert: „Handball macht mir immer noch riesig Spaß. Das hat sich nicht geändert, nur weil ich Gold gewonnen hab’.“