Bittenfeld hat den vierten Platz sicher

Die Qualifikation zur eingleisigen 2. Handball-Bundesliga hatte der TV Bittenfeld sicher. Nach dem 32:29-Sieg (19:11) gegen den TV Groß-Umstadt steht vor der finalen Partie in Bietigheim fest: Der TVB wird die Spielzeit als Tabellenvierter abschließen. Vor 820 Zuschauern beherrschte der TVB den Vorletzten 30 Minuten lang und verwaltete den Vorsprung nach der Halbzeit.

Unter keinen Umständen wollten sich die Bittenfelder ausgerechnet vor der großen Saisonabschluss-Party einen Ausrutscher erlauben. Zumal mit dem Vorletzten TV Groß-Umstadt nicht gerade ein Top-Team angereist war. Mit Respekt indes musste der TVB dem Gegner begegnen, schließlich war der Tabellenzweite Bergischer HC in der Vorwoche um ein Haar in Groß-Umstadt baden gegangen.

Beim TVB pausierte Linksaußen Tobias Schimmelbauer, dafür rückten die jungen Michael Seiz und Martin Kienzle in den Kader. Die Gäste versuchten, die Bittenfelder 6:0-Deckung mit vielen Positionswechseln in Bewegung zu bringen. Das jedoch funktionierte nicht wirklich: Der TVB stand kompakt. Vorne traf der zuletzt oft glücklose Jan Forstbauer, und nach nur acht Minuten sah sich der Groß-Umstadter Trainer Ralf Ludwig beim 5:2 für den TVB zu einer Auszeit gezwungen.

Einfallsreicher wurden seine Spieler nicht – im Gegenteil: Sie leisteten sich Abspielfehler und technische Fehler en masse, die der TVB eiskalt mit Kontertreffern bestrafte. Nach dem 12:4 durch Thorsten Salzer (18.) sah’s ganz düster für den Gast aus. Hätte der Groß-Umstadter Torhüter Jens Elsner nicht einen Prachttag erwischt, wäre sein Team schon vor der Pause völlig untergegangen. Einzig gegen Arni Sigtryggsons Würfe war Elsner chancenlos. Der Isländer traf nach seiner Einwechslung zwischen der 19. und 30. Minute gleich sechsmal. Auch sein Landsmann Arnor Gunnarsson kam nach etwas unglücklichem Start immer besser in Fahrt.

TVB-Trainer Schweikardt wechselte munter durch

In der Offensive einigermaßen mithalten konnte bei den Gästen lediglich der künftige Neuhausener Nico Büdel, der am Ende neun Treffer auf seinem Konto hatte. Die 19:11-Pausenführung des TVB spiegelte die Kräfteverhältnisse deutlich wider. Der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt wechselte die Positionen und Spieler munter durch, auch Seiz und Kienzle bekamen Spielanteile.

Ganz so flott ging’s nach dem Wechsel nicht weiter – zumindest nicht von Bittenfelder Seite. Gästekeeper Elsner steigerte sein hohes Niveau noch. Der TVB verlor mehr und mehr die Linie, zudem agierte die Defensive zu unentschlossen. Binnen vier Minuten verkürzte Groß-Umstadt auf 20:15.

Dann zogen die Bittenfelder das Tempo wieder an, nach einem Doppelschlag von Gunnarsson stand’s 28:21 (48.). Es sah also wieder nach einem standesgemäßen Ergebnis aus. TVB-Torhüter Bastian Rutschmann wollte offensichtlich noch mehr. Vehement monierte er eine Entscheidung der Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters. Das Resultat: Bittenfeld musste nach der doppelten Zeitstrafe gegen Rutschmann gleich vier Minuten in Unterzahl agieren – und stellte sich dabei nicht immer ganz clever an.

Unnötig: Am Ende hätte der TVB fast noch zittern müssen

Sieben Minuten vor dem Ende war Groß-Umstadt beim 29:25 wieder einigermaßen im Spiel. Und nach Florian Sees 30:27 (54.) war unnötigerweise Zittern angesagt beim TVB, denn viel lief nicht mehr zusammen. Weder im Angriff noch in der Abwehr. Mit technischen Fehlern und Gegentreffern in Überzahl machte sich Bittenfeld das Leben schwer. Entschieden war die in den zweiten 30 Minuten zähe Partie erst nach Dominik Weiß’ Treffer zum 32:28 zwei Minuten vor der Schlusssirene.

Mit dem 32:29 blieb der TVB zum zwölften Mal in Folge ungeschlagen, zugleich war’s der 15. Sieg hintereinander in der Gemeindehalle. Nach der Pressekonferenz verkündete Hallensprecher Jens Zimmermann noch eine weitere frohe Kunde: Durch die 28:30-Niederlage der SG BBM Bietigheim beim Bergischen HC steht fest: Der TV Bittenfeld wird die Saison als Tabellenvierter beenden.

Doch auch wenn Bietigheim den TVB nicht mehr überholen kann: Ein Freundschaftsspiel wird das Derby am kommenden Samstag (18 Uhr) in der Viadukthalle kaum werden.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schöbinger (1), Kienzle (2), Forstbauer (4), Weiß (4), Lenz (3), Schweikardt (3/2), Gunnarsson (8/1), Heib, Sigtryggsson (6), Wehner, Seiz, Salzer (1).

TV Groß-Umstadt: Elsner, Sahm; Mauch (2), See (6/3), Werner, Buschsieper (3), Nastos, Geißler (1), Acic (1), Schmidt (3), Büdel (9), Kramer (2), Schulz (2).