Rutschmann und TVB: Zum Abschied ein Sieg

Im letzten Heimspiel empfangen die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld morgen zu ungewöhnlicher Uhrzeit um 18 Uhr den TV Groß-Umstadt. Torhüter Bastian Rutschmann will sich unbedingt mit einem Sieg von den Fans verabschieden. Vorsicht ist geboten: Der Vorletzte hatte zuletzt den Aufstiegskandidaten Bergischer HC am Rande einer Niederlage. TV Bittenfeld (4. Platz, 44:20 Punkte) – TV Groß-Umstadt (17. Platz, 13:51 Punkte/Samstag, 18 Uhr).

In Rheinhausen sah’s lange nach dem Ende der Bittenfelder Serie aus. Doch die Spieler zeigten Charakter, der TVB drehte den Vier-Tore-Rückstand in den 29:27-Sieg. Für den Trainer war das keine Selbstverständlichkeit. „Ein Auswärtsspiel muss man erst einmal gewinnen“, sagt Günter Schweikardt.Zumal der Gegner davor mit dem guten Spiel gegen den Tabellenzweiten Bergischer HC hatte aufhorchen lassen.

Morgen kommt eine Mannschaft vergleichbarer Qualität in die Gemeindehalle. Der TV Groß-Umstadt musste als Aufsteiger rasch anerkennen, dass die 2. Liga eine Nummer zu groß für ihn ist. Nur fünf von 32 Spielen gewann der TV – viel zu wenig, um auch nur annähernd um Rang neun mitzuspielen. Es war allerdings nicht so, dass Groß-Umstadt in allen Spielen chancenlos war. Der TV Korschenbroich ließ einen Punkt, Eisenach unterlag in Groß-Umstadt ebenso wie – der TV Bittenfeld. An die 32:37-Niederlage im Hinspiel erinnert sich Schweikardt äußerst ungern. „Das war sehr bitter“, sagt er. „Allerdings hat der TV gegen uns auch prima gespielt.“

Das taten die Odenwälder auch zuletzt. Die Bergischen Löwen zitterten sich beim kampfstarken Gegner mit viel Dusel zum 24:21-Sieg, hatten in der 56. Minute noch mit 19:20 zurückgelegen.

Auch wenn Groß-Umstadt gegen den BHC groß auftrumpfte: Schweikardt ist zuversichtlich, dass der TVB die Gemeindehalle als Sieger verlassen wird. Jenen Ort, an dem es am 27. März 2010 die letzte Niederlage gegeben hat beim 26:27 gegen den TV Hüttenberg. Mit einem Sieg morgen könnte der TVB den vierten Tabellenplatz schon vor dem letzten Spiel perfekt machen. Vorausgesetzt, der Bergische HC gewinnt gleichzeitig in eigener Halle gegen die SG BBM Bietigheim, die derzeit einen Punkt hinter dem TVB liegt.

Sollte Bietigheim gewinnen, käme es am letzten Spieltag im Derby zwischen der SG und dem TVB in der Viadukthalle zu einem echten Endspiel um Platz vier und um die „württembergische Meisterschaft“ in der 2. Liga.

Günter Schweikardt wird morgen Martin Kienzle in den Kader nehmen. Ansonsten spielt der TVB in unveränderter Besetzung. Der Trainer selbst wird nach drei – krankheitsbedingt – verpassten Spielen auch wieder auf der Bank Platz nehmen.

Für Bastian Rutschmann wird’s das letzte Heimspiel im TVB-Trikot sein. Der Torhüter hat beim Erstligisten FA Göppingen einen Vertrag unterschrieben. „Er hat sich in den zwei Jahren bei uns sehr gut entwickelt und hat’s verdient“, sagt Schweikardt.

Rutschmann blickt zunächst nur auf das Spiel morgen. „Ich habe noch gar nicht so richtig darüber nachgedacht, dass es mein letztes Spiel in der Gemeindehalle sein wird“, sagt er. „Alles in allem war’s eine sehr schöne Zeit hier.“ Nach dem „peinlichen“ Hinspiel will Rutschmann unbedingt die Revanche – wobei er noch eine persönliche Rechnung offen hat mit seinem alten Kumpel. TV-Linksaußen Axel Buschsieper war bei der HG Oftersheim-Schwetzingen einst Rutschmanns Mannschaftskollege. Die Zweier-Bilanz spricht für den Feldspieler. „Im Hinspiel hat er fünf Tore gemacht, ich hab’ nur zwei Würfe von ihm gehalten“, sagt Rutschmann.

Wer anstelle von Rutschmann in der nächsten Saison zusammen mit Daniel Sdunek das Bittenfelder Tor hüten wird, ist immer noch nicht sicher. Mit einem Kandidaten war sich der TVB so gut wie einig, nun haben die Bittenfelder doch Abstand genommen. Für Schweikardt ist das zwar „schade“, er sieht sich aber nicht unter Druck. „Es gibt noch eine Menge Torhüter, die in der 2. Liga unterkommen möchten“, sagt der Trainer. „Wir brauchen allerdings einen, der uns wirklich weiterhilft. Außerdem kann ein Torhüter auch relativ spät zur Mannschaft stoßen.“ Sollte es nicht mehr klappen, stünde der TVB nicht ohne zweiten Torhüter da: Felix Schmidl, in der vergangenen Saison per Zweifachspielrecht in Pforzheim im Einsatz, gilt als großes Talent.