Die Feier soll in der Arena steigen

Der eine oder andere nahm’s mit Humor, auch wenn ein Remis beim Tabellenletzten alles andere als ruhmreich ist. Immerhin: Das 32:32 war der erste Punkt, den der TV Bittenfeld beim fünften Auftritt in Obernburg geholt hat. Die Qualifikationsfeier könnte nun am kommenden Freitag steigen.

Wegen einer hartnäckigen Mittelohrentzündung hatte Günter Schweikardt die Reise nach Obernburg nicht angetreten und seinem Co-Trainer die Verantwortung übergeben. Im heimischen Bittenfeld wollte sich Schweikardt erholen, doch unmittelbar nach Spielschluss sorgte sich Klaus Hüppchen um den Chef-Trainer. „Hoffentlich hat er das Spiel nicht am Live-Ticker verfolgt“, sagte Hüppchen. „Bei Ohrengeschichten ist Stress nicht gerade förderlich für die Genesung.“

Nervenaufreibend war das Spiel auch für den Co-Trainer, setzten seine Spieler doch nur wenig von dem um, was vorgegeben war. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir keine Übermannschaft sind.“ Der TVB könne zwar jede Mannschaft schlagen, aber auch gegen jede verlieren. In Obernburg schrammte er sogar an einer Blamage vorbei. Dabei hatte Tuspo in 29 Spielen lediglich dreimal den Platz als Sieger verlassen.

Der Trainerwechsel in Obernburg und der Appell der Verantwortlichen, sich in den restlichen Spielen nicht abschießen zu lassen, zeigte beim Schlusslicht offensichtlich Wirkung. Auch die Rückkehr von Marc Ratley und Cornelius Maas stärkte den Gegner. Zumindest reichte es, den Bittenfeldern einen Punkt abzuknöpfen.

„Obernburg hat mehr für den Sieg getan“, sagt Hüppchen. „Wobei ich unseren Spielern nichts unterstellen will.“ Fakt war allerdings, dass die Wurfausbeute vor allem in den zweiten 30 Minuten unterirdisch war: 26 Fehlwürfe und Fehlabspiele zeigte die Statistik. „Entweder wir haben die Chancen nicht ordentlich vorbereitet und in ungünstigen Situationen abgeschlossen“, sagte TVB-Kreisläufer Florian Schöbinger. „Oder wir haben’s super herausgespielt und dann verworfen.“ So oder so: Klaus Hüppchen wird Günter Schweikardt einiges zu erzählen haben.

Einen positiven Effekt hat der Punktverlust des TVB: Er kann am kommenden Freitag in der Porsche-Arena alles klarmachen. Sollten die Bittenfelder den TV Neuhausen/Erms schlagen, kann ihnen an den restlichen drei Spieltagen kein Konkurrent den Qualifikationsplatz wegschnappen. Ganz egal, wie viele Punkte der EHV Aue und der ThSV Eisenach noch sammeln.

Vermutlich rund 5000 Fans werden in Stuttgart beim Derby dabei sein. Die Voraussetzungen für ein spannendes Spiel sind gut: Neuhausen schlug zuletzt den Ersten und Zweiten. Wie der TVB.