Bittenfeld kann alles klarmachen

Es gibt kaum noch Zweifel, dass sich der TV Bittenfeld für die eingleisige 2. Bundesliga qualifizieren wird. Am Ostermontag könnte die endgültige Entscheidung fallen: Gewinnt der TVB in Obernburg und verlieren Eisenach oder Aue, ist Bittenfeld durch. Dazu muss der TVB allerdings die schwarze Serie in Obernburg beenden, wo er in vier Spielen ohne Punkt blieb. Tuspo Obernburg (18. Platz, 7:51 Punkte) – TV Bittenfeld (5. Platz, 40:18 Punkte/Ostermontag, 25. April, 17.30 Uhr).

Von zehn Spielen in diesem Kalenderjahr hat der TV Bittenfeld nur jenes in Erlangen verloren. 18:2 Punkte spülten ihn auf den fünften Platz, punktgleich mit dem Dritten Bietigheim und dem Vierten Düsseldorf. Acht Spiele hintereinander hat der TVB gewonnen, vier davon auswärts.

Das hätte den Bittenfeldern nach der Hinrunde kaum einer zugetraut – zumal der TVB vom Verletzungspech heimgesucht worden ist: Ludek Drobek, Jens Baumbach und Simon Baumgarten spielen schon lange nicht mehr und werden in dieser Saison auch nicht mehr zum Einsatz kommen, Thorsten Salzers Comeback ist ungewiss. Nach den Niederlagen gegen Aue und in Eisenach Ende 2010 schien die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga in Gefahr.

Seit Wochen indes präsentiert sich der TVB in konstant guter Form – und könnte sich am Montag ein spätösterliches Geschenk machen: die vorzeitige Qualifikation. Dazu jedoch müssen zum einen die Konkurrenten entsprechend Punkte lassen (siehe nebenstehenden Artikel). Zum anderen müsste dem TVB etwas gelingen, was er schon viermal vergeblich versucht hat: in der Elsenfelder Rudolf-Harbig-Halle zu gewinnen. In der Aufstiegssaison 2006/2007 setzte es eine 25:33-Niederlage, in den Jahren darauf verlor der TVB knapp mit 23:24 und 29:30. Ganz bitter war das 30:32 in der vergangenen Spielzeit, das die Bittenfelder am viertletzten Spieltag im Kampf um Platz zwei entscheidend zurückwarf.

Es wird für den TVB also höchste Zeit, diese schlechte Serie zu beenden. Die Fakten sprechen diesmal eindeutig für Bittenfeld. Im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten, in denen die Obernburger stets gegen den Abstieg kämpften, sind sie in dieser Runde chancenlos. In 29 Spielen gingen sie nur dreimal als Sieger vom Feld: 30:25 gegen Aue, 30:21 gegen Groß-Umstadt und 36:33 gegen Rheinhausen. Ein Punkt kam beim 31:31 in Frankfurt dazu.

Vom Saisonstart weg hatte es das junge Obernburger Team schwer, nach dem personellen Aderlass eine zweitligataugliche Mannschaft aufs Feld zu schicken. Mit Matthias Conrad, Hannes Volk, Tobias Milde, Juraj Niznan und Sebastian Schulz fehlten wichtige Spieler, mit Milos Hacko ging gar die Lebensversicherung verloren. Der Torhüter schloss sich dem Erstligisten HSG Wetzlar an. Übrig blieben die Routiniers Martin Justus und Otto Fetser, Letzteren zog’s in der Winterpause zum Ligakonkurrenten Saarlouis. So besteht die Mannschaft von Trainer Christoph Barthel zu großen Teilen aus A-Jugendlichen, die vor allem in den jüngsten Spielen viel Lehrgeld zahlen und hohe Niederlagen einstecken mussten: 25:47 beim Bergischen HC, 19:37 gegen Erlangen, 30:41 in Hüttenberg, 30:43 gegen Eisenach, 31:40 in Aue.

Nach der Schlappe bei den Löwen trennte sich der Verein von Trainer Barthel. Das Duo Leander Jakob und Jens Kunkel soll nun versuchen, dem Team für die verbleibenden fünf Spiele neues Leben einzuhauchen. Am Resultat wird dies nichts mehr ändern, der Abstieg in die 3. Liga ist längst nicht mehr abzuwenden.

Es sieht also nach einer Pflichtaufgabe für die Bittenfelder aus, oder? „Sicher sprechen die Kräfteverhältnisse in der Tabelle für uns“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Wir wissen allerdings auch, wie kritisch es sein kann, dort zu spielen.“ Die Obernburger sind durchaus in der Lage, zu Hause die Favoriten zu ärgern. Das zeigen beispielsweise das 22:25 gegen den Bergischen HC oder das 31:32 gegen Düsseldorf.

Allzu leicht sollten die Bittenfelder die Aufgabe nicht nehmen, zumal ihnen auch das Hinspiel nicht eben leicht von der Hand ging. Das 34:26 liest sich zwar deutlich, bis zur 50. Minute beim 24:21 waren die Obernburger aber im Spiel. Besonders Junioren-Nationalspieler Cornelius Maas machte dem TVB zu schaffen.

Schweikardt ist zuversichtlich, dass sein Team die Negativserie beenden wird – „wenn es uns gelingt, unsere gute Form nach Obernburg zu transportieren“. Der TVB tritt in unveränderter Besetzung an.