Bittenfeld erwartet den Löwen-Bändiger

Baut Handball-Zweitligist TV Bittenfeld morgen seine Serie auf acht Siege in Folge aus und erreicht damit die magische 40-Punkte-Marke? Der Gegner gehört zu den spielstärksten der Liga, das bekam der TVB im Hinspiel zu spüren. Das 28:36 in Korschenbroich war die höchste Saisonniederlage. Zudem bezwang der TVK den Spitzenreiter Bergischer HC gleich zweimal. TV Bittenfeld (5. Platz, 38:18 Punkte) – TV Korschenbroich (6. Platz, 35:19 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Gemeindehalle).

Sechs Spieltage vor Schluss ist lediglich eine Entscheidung gefallen: Die Mannschaften von Rang zwölf abwärts haben keine Chance mehr, sich für die eingleisige 2. Liga zu qualifizieren. Ein halbes Dutzend Teams bangt noch – und der 28. Spieltag machte plötzlich auch das Aufstiegsrennen noch mal spannend: Tabellenführer Bergischer HC und der Zweite TV Hüttenberg unterlagen und spüren jetzt den Atem des Dritten SG BBM Bietigheim, der nur drei Punkte Rückstand hat.

Und die Bittenfelder? Die haben zwei Punkte weniger als Bietigheim und sechs Vorsprung auf den Relegationsplatz. Den nimmt nach wie vor der EHV Aue ein – trotz 20:2 Punkten in Serie. Der ThSV Eisenach steht auf dem neunten und damit ersten sicheren Rang und weist mit fünf Siegen hintereinander eine ähnliche Serie auf wie die Bittenfelder. Die wollen morgen ihren achten Sieg in Folge, allerdings kommt mit dem TV Korschenbroich eines der spielstärksten Teams der Liga in die Gemeindehalle.

Das Team von Trainer Khalid Khan trotzte zuletzt Hüttenberg und Bietigheim einen Punkt ab, setzte sich bei den heimstarken Erlangern durch und besiegte den Bergischen HC. Zum zweiten Mal übrigens in dieser Saison. Zu Beginn der Spielrunde warfen die Korschenbroicher den Erstligisten TV Großwallstadt aus dem DHB-Pokal.

Mit einem Verlustpunkt mehr auf dem Konto und einem Spiel weniger als der TV Bittenfeld ist der TVK auf dem besten Weg, das große Saisonziel zu schaffen. Und in der Form der jüngsten Spiele dürfte es daran kaum Zweifel geben. Vor allem der Sieg gegen die Bergischen Löwen hat Eindruck hinterlassen. „Gegen die Löwen gewinnt man nicht einfach so“, sagt Günter Schweikardt. Mit Schrecken erinnert sich der Bittenfelder Trainer ans Hinspiel, in dem der TVB von Beginn an chancenlos war und mit 28:36 unterlag. „Die haben uns schön das Fell über die Ohren gezogen.“ In Ehrfurcht erstarrt Schweikardt allerdings nicht. „Samstag ist ein neues Spiel, und wir sind auch gut drauf.“ Er freue sich auf die Partie. „Anders als in Herrenberg wird da Handball gespielt und nicht nur gekämpft.“

Für den Bergischen HC war das Spiel der kompakten Korschenbroicher bisweilen zu schnell und variantenreich. Stützen im Team sind die Breuer-Brüder. Linkshänder David ist mit 182 Toren Zweiter der Torschützenliste, Simon hat 151-mal getroffen. Markus spielt auf Linksaußen, auf der anderen Außenposition wirbelt der trickreiche Mathias Deppisch.

Sehr gut funktioniert das Zusammenspiel der Breuers mit dem Kreis. Hier spielt der routinierte Ex-Bundesligaspieler Jörn Ilper, der in der nächsten Saison den Trainerposten beim TVK übernehmen wird. Prima eingeschlagen haben die Neuverpflichtungen. Spielgestalter Mathias Fuchs kam vom Bergischen HC, Florian Korte (Halblinks) vom Leichlinger TV. Stark ist auch das neue Torhüterduo Sven Bartmann (Bayer Uerdingen)/Oliver Mayer (HSV Hannover).

Schwer zu überwinden ist der Korschenbroicher Mittelblock mit Ilper und Korte. So variabel, wie der TVK in der Offensive auftritt, so agiert er auch in der Defensive: Mal offensiv 5:1 oder 4:2 oder auch 6:0 wie zuletzt gegen den Bergischen HC.

Für den TV Bittenfeld wird’s also schwer, sich auf die Spielweise des Gegners einzustellen. Allzu großes Kopfzerbrechen bereitet dies Günter Schweikardt allerdings nicht. „Wir haben gegen alle Systeme unsere Mittel“, sagt er. „Aber natürlich brauchen wir eine super Leistung, um gegen Korschenbroich zu bestehen. Das wird eine ganz knifflige und sicher hochspannende Aufgabe.“ Am Ende soll der achte Sieg der Bittenfelder in Folge stehen. Damit wären sie ihrem Ziel ein großes Stück näher. Außerdem will Schweikardt in der Tabelle nicht zurückrutschen. Verlieren die Bittenfelder, wäre der Gegner nach Minuspunkten vorbeigezogen.

Der TVB wird in unveränderter Besetzung antreten. Jürgen Schweikardt hat nach wie vor Probleme mit dem Arm, wird sich aber auf die Zähne beißen.