Bittenfeld will den vorletzten Schritt machen

40 Punkte müssten zur Qualifikation für die eingleisige 2. Handball-Bundesliga reichen. Vier fehlen dem TV Bittenfeld noch, am Samstagabend sollen’s nur noch zwei sein. Im württembergischen Derby bei der SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen will der TVB den siebten Sieg in Serie. Für Trainer Günter Schweikardt gehört die SG in eine höhere Kategorie als die Gegner zuletzt. SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen (14. Platz, 17:37 Punkte) – TV Bittenfeld (5. Platz, 36:18 Punkte/Samstag, 20 Uhr, Markweghalle Herrenberg).

Zwölf Punkte Rückstand hat die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen auf den zehnten Platz und gehört damit zu den sieben Mannschaften, die keine Chancen mehr haben auf die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga.

Nach ordentlichem Saisonstart hat die Mannschaft von Trainer Axel Kromer Probleme bekommen. Nicht überraschend, hatte der Aufsteiger doch auf hochkarätige Verstärkungen verzichtet und stattdessen auf ein eingespieltes Team gesetzt. Das war für so manchen Kontrahenten nicht so einfach zu spielen. So siegten die Herrenberger unter anderem in Neuhausen, was nicht vielen Teams gelingt. Zuletzt wurde Tabellenführer Bergischer HC etwas nervös, als er in der 40. Minute nur mit zwei Treffern führte. Am Ende siegten die Löwen dann doch mit 32:25.

Nicht nur aufgrund dieser Leistung hat TVB-Trainer Günter Schweikardt Respekt vor der SG. „Ich habe das Spiel auf Video gesehen, die Herrenberger haben ein paar sehr schöne Sachen gemacht.“ Die SG sei sehr laufstark und ziehe ein flüssiges Kombinationsspiel auf. „Da müssen wir aufpassen.“ Achtgeben müssen die Bittenfelder auf die Rückraumschützen Valentin Hörer und Oliver Hess, die es zusammen auf 282 Tore gebracht haben.

Viel Erfahrung bringen Nico Kiener und Kai Wohlbold mit. Letzterer musste zuletzt wegen einer Fußverletzung passen, morgen will er aber unbedingt wieder dabei sein.

Das zeigt, dass die Herrenberger die 29:38-Hinspielniederlage in der Porsche-Arena unbedingt wettmachen und ihre Negativserie von sieben sieglosen Spielen beenden wollen.

„Für uns ist das Derby eine viel größere Herausforderung als die Spiele zuletzt“, sagt Schweikardt. Er denkt dabei an Frankfurt und Groß-Bieberau.

In der Tabelle trennen diese und der nächste Gegner des TVB nur wenige Punkte, doch für den TVB-Trainer gehört Herrenberg in eine andere Kategorie. Die SG gebe nie auf und werde dies auch sicher morgen nicht. Unangenehm zu spielen ist die aggressive 3:2:1-Deckung der Herrenberger, die so manchen Gegner zur Verzweiflung bringen kann.

Auch Groß-Bieberau spielte zuletzt diese offensive Variante, aber längst nicht so ausgereift. Und doch hatten die Bittenfelder phasenweise ein paar Schwierigkeiten. Im Hinspiel hatte sich der TVB prima auf die Deckung des Gegners eingestellt. Schweikardt geht auch morgen optimistisch ins Derby. „Wir wollen unsere Serie ausbauen.“ Er geht davon aus, dass einige Bittenfelder sich auf den Weg machen werden, um ihr Team zu unterstützen.

Der TVB wird in unveränderter Besetzung antreten – wobei der eine oder andere Spieler nach wie vor eine Blessur mit sich herumträgt. Jürgen Schweikardts Arm war gegen Groß-Bieberau dick bandagiert, der Spielmacher hatte in Düsseldorf einen Schlag abbekommen. Arni Sigtryggsson plagt die Patellarsehne. Für Schweikardt jedoch sollen das alles keine Ausreden sein. „Das geht am Ende der Saison jeder Mannschaft so.“ Thorsten Salzer wird nach seinem Mittelhandbruch nächste Woche wieder mit leichtem Balltraining beginnen. Schweikardt hofft, dass Salzer Ende des Monats wieder eingreifen kann.