Leichtes Spiel für Bittenfeld

Der Widerstand der HSG Frankfurt hat sich in Grenzen gehalten. Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hatte gegen den Drittletzten beim 36:24-Sieg (17:8) in keiner Phase Probleme und machte mit dem vierten Sieg in Folge einen großen Schritt in Richtung eingleisige 2. Liga. Besonders viel Spaß hatte vor 920 Fans der überragende TVB-Torhüter Daniel Sdunek.

Am 25. Spieltag ist die Saison für die wenigsten Mannschaften bereits gelaufen. Normalerweise. In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders. Drei Mannschaften kämpfen um den Aufstieg in die 1. Liga, eine Handvoll um die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga. Und der Rest ist entweder hoffnungslos abgeschlagen oder hat erst gar keinen Lizenzantrag für die neue Saison gestellt.

Wie der jüngste Gegner des TV Bittenfeld. Die HSG Frankfurt nutzt die restlichen Spiele dazu, ein junges Team zu formen für die 3. Liga. Solche Mannschaften können befreit aufspielen und für Gegner gefährlich werden, für die es noch um etwas geht. Am Samstag indes bekamen die Frankfurter ihre Grenzen deutlich aufgezeigt: Selten bereitete den Bittenfeldern ein Kontrahent so wenig Kopfzerbrechen wie die HSG.

Nach dem 7:4 kamen die Gastgeber in Fahrt

Nur 13 Minuten durfte Frankfurt mitspielen. Als Arni Sigtryggsson beim 7:4 für die erste Drei-Tore-Führung des TVB sorgte, kam der Favorit in Fahrt. Spätestens nach dem 9:4 von Florian Schöbinger nach einem tollen Anspiel von Sigtryggsson (17.) hatte der TVB den Gegner im Griff.

Zu bieder waren die Angriffsbemühungen der jungen Frankfurter, bei denen der Ex-Nationalspieler Steffen Weber nach seiner überstandenen Handverletzung zunächst auf der Bank Platz nahm. Zudem raubte TVB-Torhüter Daniel Sdunek der HSG vom Anpfiff weg den Nerv. Als der Gästetrainer Konrad Bansa beim 9:5 nach 18 Minuten seine Auszeit nahm, hatte Sdunek bereits zehn Würfe gehalten.

Sduneks Kollegen auf der anderen Seite, die Nationaltorhüter Thijs van de Mortel (Niederlande) und Thomas Bauer (Österreich), standen hinter ihrer löchrigen Deckung meist auf verlorenem Posten. Mit variablem Spiel und etlichen Gegenstößen zogen die Bittenfelder zur Pause locker und vorentscheidend auf 17:8 davon.

Die Partie war früh gelaufen

In den zweiten 30 Minuten feierte Weber sein Comeback. Ehe indes der 38-Jährige dem Angriffsspiel der Frankfurter mehr Struktur geben konnte, war die einseitige Partie gelaufen. Angeführt vom guten Alexander Heib auf der Spielmacherposition, drückte der TVB aufs Tempo gegen die bisweilen bemitleidenswerte HSG. Sdunek hielt sein hohes Niveau, und beim 29:13 nach 45 Minuten steuerten die Gäste geradewegs auf ein Debakel zu. Frankfurt war in dieser Phase nicht mehr als ein Spielball für die Bittenfelder, die ihren höchsten Saisonsieg vor Augen hatten.

In der Schlussviertelstunde jedoch wollte der TVB ein bisschen zu viel zaubern, suchte nicht mehr ganz so konzentriert den Torabschluss und ging auch in der Deckung nicht mehr mit letzter Konsequenz zur Sache. Frankfurt kämpfte mit seinen bescheidenen Mitteln und hielt die Niederlage beim 24:36 in Grenzen.

Für die Bittenfelder war’s letztlich ein Pflichtsieg auf dem Weg zur eingleisigen 2. Liga. Ganz durch allerdings sind sie noch nicht: Auch die Konkurrenz um den neunten Platz punktet seit Wochen regelmäßig. Deshalb bleibt’s bei den sechs Punkten Polster der Bittenfelder.

Die zu halten, wird für den TVB am nächsten Spieltag schwer. Dann geht’s zur HSG Düsseldorf. Vielleicht hat sich der TVB auch ein paar Tore für das Spiel beim Tabellendritten aufgehoben.

Für die Bittenfelder gab’s am Samstag übrigens doppelten Grund zur Freude: Im Vorspiel zur Zweitligabegegnung hatte das Perspektivteam des TVB mit dem 38:29-Sieg gegen den TSV Owen/Teck vorzeitig den Aufstieg in die Württemberg-Liga klargemacht.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (5), Schöbinger (5), Forstbauer, Weiß (5), Lenz, Schweikardt, Gunnarsson (7/2), Heib (3), Sigtryggsson (6), Wehner (5).

HSG Frankfurt: Bauer, van de Mortel; Mayr (1), Quilitzsch (3/1), Friemann (3), Weber, Seeger (5/4), Wicklein (1), Wolf, Kraushaar (1), Schwarz (1), Hein (3), Schröder (3), Botzenhardt (3).