Schweikardt warnt vor Leichtsinn

Nach der Länderspielpause erwarten die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld morgen Frankfurt. Die HSG hat noch größere Verletzungssorgen als der TVB, kann jedoch gelassen bleiben: Der Weg der Spielgemeinschaft führt sowieso in die 3. Liga, sie hat keinen Lizenzantrag gestellt. Der TVB wäre jedoch schlecht beraten, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. TV Bittenfeld (7. Platz, 30:18 Punkte) – HSG Frankfurt (16. Platz, 14:34 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Gemeindehalle).

Zum letzten Mal in dieser Saison hatten die Bittenfelder ein freies Wochenende. Einerseits hätten sie den Schwung aus den drei Siegen in Folge gerne mitgenommen. „Andererseits tut eine kleine Pause auch gut“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Die personelle Situation indes hat sich in der kurzen Zeit nicht verbessert. Mit Ludek Drobek (Bandscheibenoperation), Simon Baumgarten (Kreuzbandriss) und Thorsten Salzer (Mittelhandbruch) fehlen weiter drei wichtige Spieler. Für Baumgarten ist die Saison gelaufen, auch Drobek muss sein Comeback höchstwahrscheinlich auf die nächste Saison verschieben. Er befindet sich derzeit in der Reha. Einzig Salzer wird in der Schlussphase zur Mannschaft zurückkehren. Die Fäden an der operierten Hand sind gezogen, er wird demnächst wieder mit dem Lauftraining beginnen.

Zehn Spiele müssen sich die Bittenfelder noch durchbeißen bis zu ihrem großen Ziel, die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga. Die Chancen stehen gut bei sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Das Restprogramm ist machbar, allzu locker jedoch darf es der TVB nicht angehen lassen. Auch nicht morgen.

Die HSG Frankfurt, vor zwei Jahren aus dem Zusammenschluss der Zweitligisten TSG Münster und SG Wallau entstanden, war mit großen Ambitionen gestartet. Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Bis auf weiteres wird’s in Frankfurt keinen Bundesliga-Handball geben: Aus wirtschaftlichen Gründen hat die HSG keinen Lizenzantrag für die 2. Liga gestellt. Doch auch sportlich reicht die Qualität derzeit nicht, um unter die ersten neun zu kommen.

Das allerdings liegt nicht alleine am Können der Spieler: Die HSG kommt personell seit zwei Monaten auf dem Zahnfleisch daher. Vergangene Woche war das Zweitliga-Aufgebot auf fünf einsatzfähige Spieler geschrumpft. Die Torhüter Thomas Bauer (Österreich) und Thijs van de Mortel (Niederlande) waren mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Ansonsten musste Trainer Konrad Bansa zuletzt auf die halbe A-Jugend zurückgreifen.

Gestandene und wichtige Spieler wie Marcus Quilitzsch, Andreas Schröder, Fabian Bohnert und Ex-Nationalspieler Steffen Weber fielen lange aus. Tobias Hahn und Hannes Lindt haben den Verein in der Winterpause verlassen. Die fast logische Folge waren sechs Niederlagen hintereinander und der drittletzte Platz. Mittlerweile sind etliche der Angeschlagenen zurück im Kader. Sang- und klanglos möchte sich Frankfurt nicht aus der Liga verabschieden. „Wir werden uns den Allerwertesten aufreißen und möchten noch so viele Siege wie möglich holen“, sagt Marcus Quilitzsch vor dem Spiel morgen in Bittenfeld.

Günter Schweikardt warnt eindringlich davor, den Gegner schon vor dem Anpfiff einzutüten. „Wie in jedem Spiel, brauchen wir eine gute Leistung.“ Nur ungern erinnert sich der Trainer ans Hinspiel, das der TVB mit 33:35 verlor. „Wir wollen die Revanche“, sagt Schweikardt. „Außerdem brauchen wir die Punkte, weil wir noch lange nicht am Ziel sind.“

Außer den Langzeitverletzten hat der TVB alle Spieler zur Verfügung. Ob Marcel Lenz spielen wird, hängt vom Vorspiel ab: Macht das Landesligateam gegen Owen den Aufstieg perfekt, müsste sich Schweikardt keine Gedanken machen über den Festspielparagrafen.