Mit Nationaltorwart Shejbal gegen Bittenfeld

Mit zwei Erfolgserlebnissen im Rücken fährt der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld morgen gestärkt nach Coburg. Der HSC hat im Kampf um die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga noch nicht aufgegeben und den Joker gezogen: Der slowakische Nationaltorhüter Michal Shejbal soll’s richten. Davon lässt sich TVB-Trainer Günter Schweikardt aber nicht beeindrucken. HSC Coburg (14. Platz, 15:31 Punkte) – TV Bittenfeld (7. Platz, 28:18 Punkte/Samstag, 18 Uhr).

Die beiden Niederlagen gegen den EHV Aue und in Eisenach zwischen Weihnachten und Neujahr haben die Bittenfelder ein bisschen ins Grübeln gebracht. Mittlerweile überwiegt die Zuversicht, den zur eingleisigen 2. Liga notwendigen neunten Platz zu schaffen.

Bei den Siegen gegen den Tabellenzweiten TV Hüttenberg, den Spitzenreiter Bergischer HC und bei der HG Saarlouis zeigten die Bittenfelder, dass sie zu den besten neun Teams der Liga zählen. Sechs Punkte Luft hat der TVB zum Zehnten Saarlouis, der nach derzeitigem Stand in die Entscheidungsspiele müsste. Elf Spiele vor Saisonschluss sind die Bittenfelder damit zwar noch längst nicht auf der sicheren Seite, die Ausgangsposition indes ist gut.

„Keine Frage, wir sind gestärkt durch unsere beiden Siege zuletzt“, sagt Günter Schweikardt. Es bestehe jedoch nach wie vor kein Grund, sich zurückzulehnen. „Wir brauchen noch ein paar Punkte.“ Und die will der Trainer so schnell wie möglich holen. Je früher die Qualifikation sicher sei, desto früher könne der Verein in die Detailplanung für die eingleisige 2. Liga gehen.

Der HSC Coburg würde gerne mit den Bittenfeldern tauschen, steht dagegen mit dem Rücken zur Wand. Acht Punkte fehlen zum rettenden neunten Platz, sieben zum Relegationsplatz. Noch schmerzlicher als das 25:36 beim Bergischen HC war die 23:26-Heimniederlage eine Woche zuvor gegen den direkten Konkurrenten HC Erlangen. Dass sich die Coburger noch nicht aufgegeben haben, zeigt die jüngste Neuverpflichtung. Kurz vor dem Ende der Wechselfrist holte der HSC den slowakischen Nationaltorhüter Michal Shejbal (26) vom MHK Kosice. Der knapp zwei Meter große Ex-Göppinger hat sich schon sehr gut eingefügt und sehr gute Kritiken bekommen. Mit dem Norweger Havard Martinsen und dem Ex-Lemgoer René Selke haben die Coburger zwei weitere starke Torhüter im Kader.

Auch auf dem Feld hat der Bittenfelder Gegner Spieler, die den HSC eigentlich für die eingleisige 2. Liga qualifizieren sollten. Der Ex-Magdeburger Alexander Auerbach führt die Torschützenliste der 2. Liga mit 157 Treffern an, knapp sieben Treffer gelangen ihm im Schnitt. Auerbach im Rückraum zur Seite stehen mit Christian Rose, dem Spanier Jonathan Rivera und dem Schweden Johan Andersson gefährliche Schützen. Dass Dominic Kelm zu den besten Kreisläufern in der Liga zählt, bekamen die Bittenfelder im Hinspiel zu spüren. Er bereitete ihnen beim 32:26-Sieg erhebliche Schwierigkeiten.

„Coburg hat eigentlich alle Voraussetzungen für die eingleisige 2. Liga“, sagt Schweikardt. Nicht nur die sportlich Qualität, auch das Umfeld passe. Der HSC hat eine große Fan-Gemeinde, im Frühjahr wird die neue Halle mit einem Fassungsvermögen von 3500 Zuschauern fertig. Schweikardt ist überzeugt davon, dass die Coburger bis zuletzt kämpfen werden um die Qualifikation. Etliche Spiele haben sie nur knapp verloren, vor allem beim 28:30 in Hüttenberg spielten sie stark. Nah dran an den Punkten war der HSC auch in Eisenach (26:28), gegen den Bergischen HC (26:28) und gegen Korschenbroich (28:29). Unterm Strich waren die Leistungen aber zu wechselhaft, auch die Ausbeute in eigener Halle war bei 12:12 Punkten recht mager.

In der vergangenen Saison musste sich der TV Bittenfeld in Coburg mit 26:27 geschlagen geben, morgen will der TVB seinen vierten Auswärtssieg in dieser Saison.

Nach langer Zeit werden die Bittenfelder wieder einen Fan-Bus einsetzen. „Wir wollen unseren Zuschauern ein Erfolgserlebnis bieten“, sagt Schweikardt.

Verzichten muss der TVB auf seine Langzeitverletzten Ludek Drobek und Simon Baumgarten. In den Kader rückt Linksaußen Marcel Lenz, der zuletzt im Landesligateam im Einsatz war.