TV Bittenfeld führt die Bergischen Löwen vor

Auf eine Überraschung gegen den souveränen Tabellenführer der zweiten Handball-Bundesliga hatten die 1200 Fans in der ausverkauften Bittenfelder Gemeindehalle gehofft. Gesehen haben sie eine beeindruckende Vorstellung des TVB, der die Bergischen Löwen über weite Strecken vorführte und sie mit 36:28 (17:8) deklassierte.

Nur drei Spiele hatte der große Aufstiegsfavorit in dieser Saison vor dem 22. Spieltag verloren. Zwei mit einem Tor Differenz, eines mit zwei Toren. So chancenlos wie am Samstag waren die Bergischen Löwen schon lange nicht mehr. Und das, obwohl der Spitzenreiter vor dem Spiel die besten Voraussetzungen hatte: 20:0 Punkte in Serie, bestes Auswärtsteam der Liga, keine Verletzten und mit Kristian Nippes einen Neuzugang aus der ersten Liga im Kader.

Da hätte dem TVB schon etwas bange werden können. Doch der ließ sich weder von großen Namen und Statistiken des Gegners beeindrucken noch von dessen harter Spielweise. Zum Ärger der Bittenfelder Fans ließen die nicht immer konsequenten Schiedsrichter Christian Moles und Lutz Pittner einige unschöne Aktionen der Gäste durchgehen. Die versteckten Fouls waren oft Folge der erstaunlichen Hilflosigkeit, mit der die Löwen vor allem in den ersten 30 Minuten zu Werke gingen.

Die Rückraumspieler des BHC bleiben blass

Vom Anpfiff weg startete der TVB hochkonzentriert und entschlossen. Die Abwehr vor dem starken Torhüter Daniel Sdunek stand glänzend. Der hochkarätig besetzte Rückraum des BHC um die Nationalspieler Jiri Vitek, Kenneth Klev und David Kleven Moen fand kaum Lücken. Die Würfe, vor allem die von Klev, strichen reihenweise entweder weit übers Tor, landeten im Bittenfelder Abwehrblock oder in den Händen Sduneks.

Und im Angriff spielten die Bittenfelder, meist angeführt von Florian Schöbinger, erstaunlich clever, variabel und mit einer herausragenden Abschlussquote. Die Löwen-Torhüter Jan Stochl und Mario Huhnstock bekamen kaum einen Ball zu fassen.

Folgerichtig standen nach 15 Minuten vier Treffern der Gäste zehn Tore des TVB gegenüber. Mit einer Auszeit versuchte Löwen-Trainer Hans-Dieter Schmitz seine Mannschaft zu ordnen und den Elan des TVB zu stoppen. Indes: Das Spiel wurde noch qualvoller aus Sicht des Spitzenreiters. Der hatte die zuletzt eher blassen Jan Forstbauer und Adrian Wehner offensichtlich nicht auf der Rechnung, am Kreis bekam der BHC Simon Baumgarten nie in den Griff. Zudem nutzten die Bittenfelder Ballgewinne in der Abwehr konsequent zu Kontern. Beim 17:8 wurden die Löwen von der Halbzeitsirene erlöst.

Neun Tore Vorsprung waren ein beruhigendes Polster, an den Sieg allerdings glaubten zur Pause noch längst nicht alle TVB-Fans. Eher daran, dass die Löwen nun noch aggressiver aus der Kabine kommen würden.

Tatsächlich wirkte der BHC nun in der Offensive entschlossener. Weil er im Rückraum aber immer noch so seine Probleme hatte, versuchte er es verstärkt über Hendrik Pekeler am Kreis. Der Zwei-Meter-Mann zeigte durchaus seine Klasse. Allein: Das reichte dem Spitzenreiter nicht. Auch die Tore des guten Alexander Oelze waren zu wenig, um den Bittenfeldern gefährlich zu werden. Zumal sich Bastian Rutschmann, in den zweiten 30 Minuten für Sdunek im Tor, ebenso stark präsentierte und unter anderem zwei Siebenmeter parierte.

Im Angriff hielten die Bittenfelder weitgehend ihr Niveau, die Löwen hatten der variablen und ideenreichen Spielweise des TVB nichts entgegenzusetzen. Aus der Aufholjagd der Gäste wurde nichts, Bittenfeld hielt den Favoriten zwischen neun und elf Toren Differenz auf Distanz. Spätestens beim 30:19 (50.) durch den gefährlichen Arnor Gunnarsson war die Partie entschieden.

In den Schlussminuten mussten sich die Löwen bisweilen sogar demütigen lassen. Zweimal lupfte Baumgarten den Ball gefühlvoll über den Löwen-Keeper, Gunnarsson traf per Kempa-Trick und Baumgarten nach einem tollen No-Look-Pass von Schöbinger. Angesichts des klaren Vorsprungs agierte der TVB in der Schlussphase nicht mehr ganz so entschlossen. So gesehen war der Tabellenführer mit dem 36:28 noch gut bedient.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (1), Schöbinger (3), Forstbauer (4), Weiß (4), Schweikardt (1), Gunnarsson (8/3), Heib (1/1), Baumgarten (7), Sigtryggsson (1), Wehner (6), Salzer.

Bergischer HC: Stochl, Huhnstock; Hoße (3/1), Vitek (1), Klev (6), Quade, Moen, Kluge, Nippes (1), Oelze (7/1), Reinarz (1), Pekeler (5), Karason (4).