Premiere für die Neuen, Comeback für Weiß

Nach der fünfwöchigen Pause greift Handball-Zweitligist TV Bittenfeld heute wieder ins Geschehen ein. Gegner beim vierten Auftritt in der Porsche-Arena in dieser Saison ist der Tabellenzweite TV Hüttenberg. Für die Neuzugänge Arni Sigtryggsson und Thorsten Salzer ist’s vor mindestens 5000 Fans die Premiere, Dominik Weiß feiert nach einem Handbruch sein Comeback.

TV Bittenfeld (7. Platz, 22:16 Punkte) – TV Hüttenberg (2. Platz, 30:8 Punkte/heute, 20 Uhr, Porsche-Arena). Fünf Wochen ruhte der Spielbetrieb in der 2. Liga, an Schlagzeilen indes mangelte es währenddessen nicht. Positiv waren die weder für den deutschen Handball nach dem völlig missratenen Auftritt der Nationalmannschaft in Schweden, noch für den TV Bittenfeld: Die wieder aberkannten Punkte im Fall Pekeler ließen das Polster auf den Relegations-Abstiegsplatz auf drei Punkte zusammenschrumpfen. Zudem trübten die Verletzungen von Dominik Weiß (Handbruch) und Ludek Drobek (Bandscheibenvorfall) die Stimmung. Hinzu kam, dass der TVB nach den beiden Niederlagen zum Jahresende nicht gerade mit stolz geschwellter Brust in die Pause ging – wobei vor allem die indiskutable Leistung beim 21:28 in der Porsche-Arena gegen den EHV Aue schmerzte.

32:31-Sieg gegen Schweizer Erstligisten Pfadi Winterthur

Mittlerweile sind die Wunden geleckt, in aller Ruhe hat sich der TVB auf die restlichen 15 Spiele der Rückrunde vorbereitet. Nur zweimal zeigten sich die Bittenfelder in Testspielen: Mitte Januar besiegten sie in Alfdorf den Ligakonkurrenten TV Neuhausen/Erms mit 39:35. Vergangenen Samstag bezwang der TVB den Dritten der 1. Schweizer Liga, Pfadi Winterthur, 32:31.

Der Bittenfelder Trainer war mit den Auftritten und der Vorbereitung seiner Mannschaft ebenso zufrieden wie mit den beiden Transfers, die der TVB in der handballfreien Zeit unter Dach und Fach gebracht hat. „Ich bin mir sicher, dass uns Arni und Thorsten weiterhelfen werden“, sagt Günter Schweikardt. „Wir freuen uns sehr, dass wir sie bei uns haben.“

Der vierfache isländische Nationalspieler Arni Sigtryggsson (26) kommt vom Erstligisten DHC Rheinland, Thorsten Salzer (24) vom Nord-Zweitligisten SC Magdeburg II. Beide spielen im Rückraum, der Linkshänder Sigtryggsson auf der rechten Seite. Mit Rechtsaußen Arnor Gunnarsson hat er nicht nur einen Landsmann neben sich, sondern auch einen ehemaligen Mannschaftskameraden aus gemeinsamen Zeiten in Island. Gegen Winterthur harmonierten die beiden bereits sehr gut, zudem setzt Schweikardt auf die Abwehrstärke des Isländers.

Überzeugt ist Schweikardt auch von den Qualitäten Thorsten Salzers. Der ehemalige Bietigheimer und Ex-Juniorennationalspieler ist auf allen Rückraumpositionen einsetzbar und gilt ebenfalls als sehr guter Abwehrspieler. „Ich hoffe, dass wir mit den beiden den Ausfall Ludek Drobeks kompensieren können.“ Der Tscheche wird dem TVB nach seinem Bandscheibenvorfall bis auf weiteres fehlen.

Schweikardt warnt allerdings davor, schon heute Abend allzu viel von den Neuen zu erwarten. „Der Handball lebt von der Feinabstimmung“, sagt er. „Trotz ihres handballerischen Könnens wird’s noch eine Weile dauern.“

Fans sollen den TVB zur Höchstleistung treiben

Viel schwerer könnte die Premiere für die beiden jedenfalls kaum sein. Der TV Hüttenberg ist durch den Punktzuspruch des Bergischen HC zwar vom ersten auf den zweiten Platz zurückgerutscht. Für Schweikardt ist das Team von Trainer Jan Gorr aber nach wie vor ein „ganz heißer“ Titelkandidat. „Das Spiel gegen Hüttenberg wird den Verlauf der Rückrunde nicht beeinflussen“, sagt er. „Wir sind klarer Außenseiter und brauchen eine super Leistung, um gegen diesen Gegner zu bestehen.“ Der Trainer erwartet von seiner Mannschaft jedenfalls einen großen Kampf – auch, um die Zuschauer für den schwachen Auftritt gegen Aue zu entschädigen.

Hüttenberg habe ein äußerst eingespieltes und harmonisches Team mit einigen überragenden Einzelkönnern. Angefangen ganz hinten mit Torhüter Matthias Ritschel, der zu den Besten seines Fachs in der 2. Liga gehöre. Selbiges gelte für den Rückraum mit Spielgestalter Florian Laudt, dem Polen Tomasz Jezewski und Andreas Scholz. Nur dreimal in 19 Spielen war der TVH unterlegen: 27:28 in Bietigheim, 20:25 in Erlangen und 24:29 gegen den Bergischen HC. Beim BHC gewannen die Hüttenberger 30:29, auch beim Dritten HSG Düsseldorf setzten sie sich durch (24:23). Im Hinspiel waren die Bittenfelder zumindest an einem Punktgewinn nah dran: Mit dem Schlusspfiff erzielte Sven Pausch für den TVH den 25:24-Siegtreffer per Siebenmeter.

Außer Ludek Drobek wird dem TVB auch Jens Baumbach nicht zur Verfügung stehen. Der Linksaußen plagt sich nach wie vor mit einer hartnäckigen Ellbogenverletzung herum. Dafür ist Dominik Weiß überraschend wieder dabei. Im letzten Spiel vor der WM-Pause in Eisenach hatte sich der Rückraumspieler die Mittelhand gebrochen. Allerdings ist Weiß erst diese Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Günter Schweikardt setzt heute Abend auf die Fans, die den TVB in der Porsche-Arena so hervorragend unterstützt haben. Vielleicht gelingt den Bittenfeldern die Überraschung. Die wäre nicht nur Balsam fürs Selbstvertrauen, sondern besserte angesichts des schweren Auftaktprogrammes auch das Punktekonto auf: Nächsten Samstag geht’s zu den heimstarken Erlangern. Dann kommt der Spitzenreiter Bergischer HC in die Gemeindehalle, ehe zwei Auswärtsspiele in Folge anstehen bei den Abstiegskonkurrenten Saarlouis und Coburg.