Ein T(h)or macht den Unterschied für den TV Bittenfeld

Der TV Bittenfeld gewann das erste Spiel des Jahres 2011 gegen den TV Hüttenberg mit 27:26 (13:12), durch einen Treffer von Simon Baumgarten in der letzten Spielminute. Beide Mannschaften duellierten sich, wie bereits im Hinspiel, auf Augenhöhe und begeisterten die über 5400 Zuschauer bis in die letzte Sekunde des Spiels. Beste Torschützen beim TV Bittenfeld waren die beiden Isländer, Neuzugang Arni Thor Sigtryggsson (8) und Arnor Thor Gunnarsson (5/4).

Ohne den noch immer verletzten Abwehrchef Ludek Drobek, aber mit den Neuzugängen Thorsten Salzer und Arni Thor Sigtryggsson sowie dem wieder genesenen Dominik Weiß trat der TVB in der Porsche Arena an. Nach den beiden Niederlagen in den letzten Partien des Jahres 2010, sollte ausgerechnet gegen den Dauerspitzenreiter der Hinrunde die Wende gelingen. In das von zwei starken Abwehrreihen geprägte Spiel starteten beide Teams sehr konzentriert und kontrolliert. Die Hüttenberger Spieler versuchten mit langsamen Aufbau- und Angriffsspiel den Gegner zu knacken und dem TVB keine schnellen Gegenangriffe und folglich einfache Tore zu ermöglichen. Dieser Plan ging zu Beginn des Spiels exzellent auf und die Wild Boys mussten einen frühen 1:4 Rückstand mühsam wieder aufholen. 


Dabei konnte einer der beiden Neuzugänge, Thorsten Salzer, schon früh seinen ersten Treffer für den neuen Verein erzielen. Bei Arni Thor Sigtryggsson dauerte es bis zur 18.Minute, als der neue Linkshänder dem TVB zum ersten Mal eine 2-Tore-Führung verschaffte (7:5) und sich nach einer Eingewöhnungsviertelstunde auch in der Offensiv zum Dienst meldete. Bis zur Pause schwankte die Führung im Wechsel zwischen beiden Teams hin und her, die sich jeweils an den gut organisierten Abwehrreihen des Gegners die Zähne ausbissen. Hinter diesem gut organisierten Defensivspiel zeigten die Torhüter Mathias Ritschel und Bastian Rutschmann, später auch Daniel Sdunek, eine starke Leistung. 
Als Arni Thor Sigtryggsson in der 43.Spielminute mit seinem 5.Treffer das 19:15 für den Gastgeber erzielte, schien die alte Heimstärke des TVB endgültig zurück. Die Zuschauer hatten das schwache Heimspiel gegen Aue schon nahezu verziehen und sorgten für eine außergewöhnliche Stimmung in der fast ausverkauften Arena. Wäre da in dieser Saison nicht die Schwäche des TVB solche Führungen etwas leichtsinnig wieder herzugeben, hätten sich Trainer, Spieler und Zuschauer einige Schweißtropfen sparen können. Sechs Minuten vor Spielende gingen die hessischen Gäste vom TVH wieder in Führung, verteidigten diese bis in die letzte Spielminute. Großen Anteil an dieser Wende hatte vor allem Florian Laudt, der als Spielmacher und Mann für die wichtigen Tore eine glänzende Vorstellung zeigte, letztlich aber doch zum tragischen Held wurde. 


Beim Stand von 25:26 nahm sich Florian Schöbinger ein Herz und drosch einen nahezu perfekten Schlagwurf in das Tor von Matthias Ritschel, dem am Freitagabend starken Rückhalt der Hüttenberger. Auf der Uhr stand zu diesem Zeitpunkt 59.01 Minuten und die Zuschauer in der Arena riss es von ihren Sitzen. Etwa 30 Sekunden später hatten die Gäste aus Hüttenberg durch ein unsauberes Abspiel den Ball verschenkt und Simon Baumgarten lief mit dem gestohlenen Ball in Richtung Gästetor. Nach einem Fußkontakt mit Andreas Scholz strauchelte der Bittenfelder Kreisläufer, brachte den Ball aber im Fallen noch an Ritschel vorbei in das Tor der Hüttenberger. 


Jetzt stand die Arena endgültig Kopf und den Hüttenbergern blieben 20 Sekunden, um das Spiel doch noch auszugleichen. Der bis dahin starke Florian Laudt nahm sich den letzten Wurfversuch des Tages, verfehlte das Tor von Daniel Sdunek aber knapp und ließ die Chance aus dem TV Bittenfeld das Handballfest noch zu verderben. Ein unglaublich spannendes Handballspiel fand so das etwas glücklichere Ende für die Wild Boys, die wichtige Punkte auf dem Weg Richtung eingleisige 2.Bundesliga sammeln. Einen großen Anteil daran hatte auch ein Neuer beim TV Bittenfeld. Arni Thor Sigtryggsson erzielte am Freitagabend acht Tore, war neben seinem isländischen Kollegen Arnor Thor Gunnarsson (5/4) bester Werfer des TVB und machte seinem zweiten Vornamen alle Ehre.

TVB: Rutschmann, Sdunek, Schimmelbauer (1), Schöbinger (3), Forstbauer, Weiß (3), Schweikardt, Gunnarsson (5/4), Heib (2), Baumgarten (4), Sigtryggsson (8), Wehner, Salzer (1)

TVH: Ritschel, Redwitz, A. Lex (2), Faulenbach (4), Laudt (5), Jezewski (1), Weber, S. Lex, Scholz (6), Langenbach (1), Billek (4), Pausch (2/1), Stock (1)