Der Titelaspirant als erster Gast im Jahr 2011

Fast die gesamte Hinrunde stand der TV Hüttenberg an der Spitze der 2.Bundesliga Süd. Erst seit der Entscheidung für den Bergischen HC im „Fall Pekeler“ mussten die Gäste ihren Platz an der Sonne für die Bergischen Löwen räumen. Für die Wild Boys geht es um wichtige Punkte für die Qualifikation zur eingleisigen 2.Bundesliga und um Wiedergutmachung für das Aue-Spiel.

Lange Zeit sah es in der Hinrunde so aus, als würden die Hüttenberger einsam und allein in Richtung Aufstieg marschieren. An den ersten 13.Spieltagen verloren die Hessen kein Spiel und ließen lediglich bei zwei Remis in Coburg und gegen Neuhausen Punkte auf der Strecke. In den letzten sechs Spielen knickte die Mannschaft des TVH dann ein wenig ein, verlor in Bietigheim, Erlangen und in der eigenen Halle gegen den neuen Spitzenreiter vom Bergischen HC. Trotz dieses Negativtrends steht die Mannschaft aus dem Lahn-Dill-Kreis auf einem starken zweiten Rang und hat noch alle Möglichkeiten um den Aufstieg in die erste Liga mitzuspielen.


In dieser ersten Liga spielte der TV Hüttenberg immerhin 15 Jahre seiner Vereinsgeschichte, war Anfang der 70er bis Mitte der 80er im Oberhaus des deutschen Handballs vertreten. Über die Jahre rutschte der Verein aus der 10 000 Einwohner-Stadt bis in die Regionalliga Südwest ab. Die Rückkehr in die 2.Bundesliga gelang im Jahr 2004, wobei der TVH in der ersten Saison sportlich eigentlich direkt wieder abgestiegen wäre. Die finanzielle Schieflage anderer Clubs rettete die Hüttenberger trotz Tabellenplatz 18 in der 2.Bundesliga Süd. Seit dieser Saison gelang dem Verein jeweils ein einstelliger Tabellenplatz, mit zwei vierten Plätzen als bestes Resultat.


Vor der Saison verstärkte sich das Team von Trainer Jan Gorr mit zwei Spielern, die jeweils zuvor in Wetzlar gespielt hatten. Timm Schneider und Sebastian Weber sind zwei junge Akteure, die bisher mit ordentlichen Leistungen ihre erste Saisonhälfte für den TVH absolvierten. Der Erfolg bei den Hüttenbergern soll vor allem durch konstante Arbeit entstehen, die sich in der Vertragsverlängerung mit Trainer Jan Gorr und den Leistungsträgern Ritschel, Pausch (83 Tore) und Jezewski (64  Tore) widerspiegelt. Trainer Jan Gorr ist seit 6 Jahren in der sportlichen Verantwortung bei den Hessen und hat in der Winterpause sogar ein Angebot aus der Bundesliga ausgeschlagen. Lieber möchte der mit 32 Jahren noch sehr junge Übungsleiter mit dem TV Hüttenberg den Sprung in die Eliteklasse des deutschen Handballs packen.


Im Hinspiel siegte seine Mannschaft durch ein Siebenmetertor von Sven Pausch in der letzten Sekunde mit 25:24. Pausch zeichnete sich in der Partie als bester Schütze für seine Mannschaft aus, während auf Seiten des TVB Arnor Gunnarsson mit sieben Treffern die beste Quote hatte. Die Hinrunde der Wild Boys verlief im Anschluss zunächst durchwachsen, die Hüttenberger zogen an der Spitze der Tabelle davon. Dabei können beide Teams eine exzellente Heimbilanz vorweisen, verloren jeweils nur ihr letztes Heimspiel. Für den TV Hüttenberg gab es eine deutliche Niederlage gegen den direkten Konkurrenten vom BHC, die Wild Boys gingen vor über 5000 Zuschauern in der Porsche Arena gegen Aue unter.


Beide Teams dürften also bin die Haarspitzen motiviert sein, um diese bitteren Negativerlebnisse schnell in Vergessenheit geraten zu lassen. Glaubt man dabei der Statistik, dürften die Chancen für die Gäste aus dem Regierungsbezirk Gießen besser stehen. Von insgesamt neun Duellen in der 2.Bundesliga Süd konnten die Hüttenberger fünf für sich entscheiden. Die letzten drei Partien beendeten dabei die Spieler vom TVH  als siegreiche Mannschaft. Es ist somit an der Zeit dieser Serie ein Ende zu setzen und den durch das Aue-Spiel unterbrochenen Heimnimbus neu zu beleben. Immerhin waren die Wild Boys über drei Jahre ungeschlagen in der Arena und wollen gegen den TVH eine neue Serie starten.


Dafür hat sich der TVB auch personell noch einmal verstärkt und wird mit zwei neuen Akteuren in das Jahr 2011 starten. Mit Arni Sigtryggsson und Thorsten Salzer kamen gleich zwei Verstärkungen für den Rückraum der Wild Boys, die zudem auch in der Defensive Qualitäten haben. Weitere Informationen sind in einem detaillierten Bericht nachzulesen.


Neben den sportlichen Highlights wird dem Zuschauer auch rund um die Partie wieder einiges geboten. Das Vorspiel in der Arena bestreiten diesmal zwei Vereine aus der Stadt Stuttgart. Die Bezirksklasse-Mannschaft vom MTV Stuttgart empfängt um 17:45 Uhr den EK Stuttgart. Der interessierte Handballzuschauer kann sich also bereits vor dem Topspiel am Abend ein Handballduell ansehen, da die Karten wie immer für beide Partien gelten.


In der Halbzeitpause des Hauptspiels wird dann die bekannte Samba-Trommlergruppe „Repicando“ auftreten, deren Mitglieder alle aus dem Großraum Stuttgart stammen und die für eine rhythmische Abwechslung sorgen werden. Nach den beiden Spielen findet dann wie gewohnt die Player’s Party im benachbarten Palm Beach statt. Dort kann noch mal in Ruhe über das Spiel philosophiert und hoffentlich ausgiebig gefeiert werden.


Das Spiel gegen den TV Hüttenberg ist das 17. für die Wild Boys in der großen Stuttgarter Arena. Die bisherigen Spiele wurden von über 90 000 Menschen besucht – eine beachtliche Zahl. Hoffentlich kommen beim ersten Spiel in der Arena im Jahr 2011 zwischen 5000 und 6000 Zuschauer hinzu. Mit solch einer Kulisse wird es den Wild Boys sicherlich einfacher fallen die alte Heimstärke wieder aufleben zu lassen und im Kampf um die eingleisige 2.Bundesliga wichtige Punkte zu sammeln.

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