Bergischer HC erhält 6 Punkte im „Fall Pekeler“ zurück

Die am 27.November vom Bundessportgericht in erster Instanz gefällte Entscheidung zu Gunsten der drei Vereine Coburg, Bittenfeld und Frankfurt ist vom DHB-Bundesgericht revidiert worden. Der Bergische HC erhält die sechs am grünen Tisch verlorenen Punkte zurück und ist somit ab sofort Tabellenführer der 2.Bundesliga Süd. Der TV Bittenfeld hingegen fällt auf den 7.Platz zurück.

Am Mittwoch vermeldete der Bergische HC in einer Pressemeldung, dass das DHB-Bundesgericht im „Fall Pekeler“ für ein neues Kapitel gesorgt hat. Die in erster Instanz getroffene Entscheidung des Bundessportgerichts sei demnach revidiert worden und die Punkte wie ursprünglich gewertet zurück auf dem Konto des BHC. Der TV Bittenfeld zeigt sich über diese Entscheidung enttäuscht und will die noch nicht veröffentlichte Urteilsbegründung abwarten.

Der Spieler Hendrik Pekeler wurde im September bei einem Einsatz für das BHC-Juniorenteam (in der Oberliga) wegen einer „groben Unsportlichkeit“ (taktisches Foul) in der letzten Spielminute disqualifiziert. Dieses Vergehen wird nach den Regeln des internationalen Handballverbands (IHF) und des Deutschen Handballbundes (DHB) automatisch mit einer Sperre von zwei Wochen belegt. Der in der Folge von der HBL für ein Spiel gesperrte Pekeler setzte sowohl in einem Liga- als auch in einem DHB-Pokalspiel aus, um dann aber bereits vor Ablauf der zweiwöchigen Frist, gegen die Wild Boys wieder für seine Mannschaft aufzulaufen. Dabei vertraute der BHC einem intern bei der HBL gefassten Beschluss, der jedoch nur für den Bundesligaspielbetrieb vorgesehen war.

Eben dieser Einsatz gegen den TV Bittenfeld erhitzte im Anschluss die Gemüter, da sich die Frage stellte, ob der Spieler des Bergischen HC nach Regeln der Handball-Bundesliga (HBL) oder des Deutschen Handballbundes (DHB) gesperrt war, da die Sperre im Rahmen eines Oberligaspiels ausgelöst wurde. Der folgende Pflichtspielgegner der Bergischen Löwen, die HSC 2000 Coburg, stellte dann eine erste Anfrage und bezweifelte den rechtmäßigen Einsatz Pekelers beim Heimspiel gegen die Wild Boys aus Bittenfeld. Der TVB und auch die HSG FrankfurtRheinMain, gegen die Pekeler ebenfalls in der Folge ein Spiel absolvierte, schlossen sich der Anfrage bei der HBL an. Nach einem ersten Bescheid der Handball-Bundesliga (pro Bergischer HC) legten alle drei Vereine Einspruch ein und erhielten vom Bundessportgericht Recht. Die drei Vereine bekamen die sportlich verlorenen Punkte gut geschrieben und der BHC verlor insgesamt sechs Zähler.

In dieser Woche nun eine erneute Wende und die Entscheidung des DHB-Bundesgerichts in zweiter Instanz für den Bergischen HC. Eine Entscheidung, die man beim TV Bittenfeld als nicht in Ordnung betrachtet und vermutlich erst nach der Urteilsbegründung intensiver kommentieren kann. Der Verein plant im Moment keine weiteren Schritte einzuleiten. Eine endgültige Entscheidung will die Vereinsführung des TV Bittenfeld jedoch erst fällen, wenn ein Einblick in die Urteilsbegründung ermöglicht wurde.

Enttäuscht ist man beim TVB dennoch, dass der Bergische HC die Bittenfelder zeitweise als Sündenbock auserkoren hatte und den Verein in ein nicht angemessenes Licht rückte. Vor ein ordentliches Gericht zu ziehen, wie es der Bergische HC in den letzten Wochen und Monaten ankündigte, erwog der TV Bittenfeld nicht. Er sieht aber die Androhung der Bergischen Löwen zu diesem Schritt als eine bedenkliche Druckerhöhung auf die Instanzen der jeweiligen Sport- und Verbandsgerichte.

Der TVB will sich nun voll und ganz auf die sportlichen Aufgaben der kommenden Wochen konzentrieren. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nach der neuerlichen Entscheidung der Sportgerichte nur noch drei Punkte. Das dürfte Motivation genug sein für die Spieler des TV Bittenfeld, um schon im Spiel gegen den ehemaligen Spitzenreiter TV Hüttenberg, am 04.Februar in der Porsche Arena, mit dem Punkte sammeln zu beginnen.
Als Ziel steht weiterhin das Erreichen der eingleisigen 2.Bundesliga und das soll mit aller Kraft erreicht werden. Dabei setzen die Wild Boys auch auf die Unterstützung der Fans in der Porsche Arena und beim folgenden Heimspiel in der Gemeindehalle gegen den neuen Tabellenführer Bergischer HC (19.Februar 2011). Dann geht es für den TVB darum die Punkte gegen die Löwen sportlich in der eigenen Halle zu behalten.