Rutschmann nächste Saison bei FA Göppingen

Es hat sich abgezeichnet, und die Entscheidung fiel früher als erwartet: Torhüter Bastian Rutschmann wird den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld am Ende der Saison verlassen und sich dem Erstligisten FA Göppingen anschließen. „Ich denke, in Bittenfeld wird jeder meine Entscheidung verstehen“, sagt der 27-Jährige.

Bastian Rutschmann hatte schon immer ehrgeizige Ziele. Als im Juni vergangenen Jahres sein Wechsel vom Nord-Zweitligisten Wilhelmshavener HV zum TV Bittenfeld bekanntgeworden ist, redete er nicht lange um sein Saisonziel herum. „Ich will mit dem TVB unter die ersten sechs“, sagte er.

Zusammen mit Daniel Sdunek hatte der Torhüter schließlich erheblichen Anteil daran, dass die Bittenfelder den dritten Platz belegten und nur knapp die Relegationsspiele zur 1. Bundesliga verpassten.

Dort wird Rutschmann, der am 30. Dezember seinen 28. Geburtstag feiert, in der nächsten Saison spielen: bei FA Göppingen. Gemeinsam mit dem Ex-Bittenfelder Kai Häfner, der seinen Vertrag wahrscheinlich verlängern wird.

FA Göppingen ist eine Marke

„Es war schon immer mein Bestreben, irgendwann in der 1. Bundesliga zu spielen“, sagt Rutschmann. Seit Anfang Oktober seien Gespräche gelaufen, der TVB sei informiert gewesen. „Es gab mehrere Vereine, die Interesse hatten. Sportlich bringt Göppingen alle Voraussetzungen mit, außerdem ist der Verein eine echte Marke.“ Mit 24:8 Punkten liegt Frischauf derzeit auf Rang fünf und hat gute Chancen, in der nächsten Saison international zu spielen. Für Rutschmann wäre das „ein Traum“.

Er freut sich, dass Göppingen ihm die Aufgabe zutraut. „Und ich kann zeigen, ob ich’s kann.“ Mit 28 Jahren sieht er sich im besten Torhüteralter. „Wenn ich ohne größere Verletzungen bleibe, kann ich sicher noch ein paar Jahre spielen.“ Rutschmanns künftiger Kollege Enid Tahirovic zeigt mit 38 Jahren noch klasse Leistungen.

Rutschmann versteht, dass die Bittenfelder enttäuscht sind. „Aber ich muss jetzt auch an mich denken, so eine Chance kommt nicht oft.“ Er habe der Mannschaft seine Entscheidung mitgeteilt, „das hat auch jeder verstanden“. Das Team habe einen großen Anteil daran, dass es bei ihm so gut laufe. „Würden wir in der Tabelle irgendwo hinten herumkrebsen, wär’s für mich sicher viel schwieriger.“

So erfolgreich wie möglich möchte er sich nun aus Bittenfeld verabschieden. Rutschmann ist felsenfest davon überzeugt, dass der TVB die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga schaffen wird. Mit der Hinrunde ist er jedenfalls zufrieden. „Wenn man 24 Punkte holt, hat man einiges richtig gemacht.“

Schweikardt bezeichnet den Wechsel als „ ganz normalen Vorgang“

Günter Schweikardt war über die Wechselabsichten seines Torhüters informiert. „Bastian hat uns schon vor der Runde gesagt, dass er möglichst in der 1. Liga spielen möchte“, sagt Schweikardt. Dass er sich nun für einen neuen Verein entschieden hat, sei ein „ganz normaler Vorgang“.

Für den TVB gelte es jetzt, einen passenden Nachfolger für Rutschmann zu finden. Sich auf dieser Position zu verstärken sei nicht ganz einfach, jeder Torhüter habe eine eigene Persönlichkeit. „Wir werden nichts überstürzen, aber natürlich auch nicht die Hände in den Schoß legen. Wir haben viele Möglichkeiten und Ideen.“ Die Erfahrung zeige, dass die Torhüterposition auch oft erst kurz vor Rundenbeginn besetzt werde.

So sehr Rutschmanns Verlust den TVB schmerzt: Schweikardt freut sich für seinen Torhüter. „Es ist klasse für ihn, in einem deutschen Spitzenteam zu spielen.“ Nun werden die Handball-Fans in der nächsten Saison gleich zwei Ex-Bittenfelder Torhüter in der 1. Liga sehen. Der isländische Nationaltorhüter Bjöggi Gustavsson kehrt aus Schaffhausen nach Deutschland zurück. Er hat beim SC Magdeburg unterschrieben.