6026 Fans feiern den TV Bittenfeld

6026 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena haben gestern den TV Bittenfeld gefeiert. Der TVB kämpfte und spielte im Derby die SG BBM Bietigheim mit 32:29 (16:17) nieder. Garant des neunten Sieges im neunten Heimspiel war die überragende Defensive nach der Pause. Binnen zehn Minuten zog der TVB vom 20:20 auf 27:20 davon.

Die Bittenfelder Fans hielt es schon Minuten vor der Schlusssirene nicht mehr auf den Sitzen. Mit tosendem Beifall honorierten sie die bärenstarke Leistung ihres Teams, das sich nach dem Pausenrückstand wieder zurück ins Spiel kämpfte und das Derby verdientermaßen für sich entschied. Die sehr guten Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber verliehen dem emotionalen, aber fairen Spiel einen würdigen Rahmen.

Nach einem Sieg des Gastgebers hatte es allerdings nicht immer ausgesehen. Die Bittenfelder erwischten zwar einen glänzenden Start und führten nach acht Minuten mit 5:1. Sie profitierten dabei von der eklatanten Abschlussschwäche der Bietigheimer. Vor allem deren torgefährlichster Spieler, Robin Haller, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Dass es indes so nicht weitergehen würde, war zu erwarten. Die SG nutzte überhastete und schwache Abschlüsse des TVB und setzte ihre Konter. Steffen Bühler besorgte nach zwölf Minuten den 6:6-Ausgleich und Mathias Hinz beim 11:10 die erste Führung für Bietigheim (18.). Die Bittenfelder scheiterten immer häufiger an ihrem Ex-Teamkollegen, SG-Torhüter Benjamin Krotz.

Beim 10:12 sah’s nicht allzu gut aus für den zu Hause unbesiegten TVB. Doch allmählich kam auch der Bittenfelder Torhüter Bastian Rutschmann auf Betriebstemperatur. Vorne ließ sich Jan Forstbauer von Fehlversuchen nicht entmutigen und brachte sein Team zum 15:14 (25.) im Alleingang nach vorne. Die restlichen fünf Minuten waren von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Ein Siebenmeter von Kibat brachte die 17:16-Gästeführung.

Äußerst entschlossen kam der TVB aus der Pause. Nach zwei Toren von Arnor Gunnarsson hatte der TVB beim 19:17 die Nase wieder vorn. Er ließ sich auch durch den erneuten Ausgleich beim 19:19 und 20:20 nicht mehr verunsichern. Was zwischen der 37. und 47. Minute passierte, gibt’s nicht oft in einem Spiel: Die Bittenfelder Abwehr stand wie eine Mauer. Bietigheim fiel überhaupt nichts mehr ein, die Aktionen wurden immer konfuser. Zudem ließ Rutschmann die Angreifer verzweifeln. Mit sieben Toren in Folge zog Bittenfeld auf 27:20 davon. Da nützte auch die Auszeit von Gästetrainer Jochen Zürn nichts.

13 Minuten vor dem Ende bedeutete dieser Vorsprung die Vorentscheidung. Nach der vierten Zeitstrafe gegen den TVB und dem 30:26 durch Patrick Zieker kam bei den Gästen vier Minuten vor dem Ende nochmal Hoffnung auf. Die zerstörten Gunnarsson mit einem Zaubertor von außen zum 31:26 und Alexander Heib zum 32:27. Die beiden letzten Tore der Bietigheimer zum 32:29 gingen im tosenden Beifall der 6000 Fans unter.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (5), Schöbinger (6), Forstbauer (4), Weiß (5), Schweikardt, Gunnarsson (5/2), Heib (1) Baumgarten (6), Wehner, Kienzle.

SG BBM Bietigheim: Lenz, Krotz; Haller (3), Kibat (5/2), Knierim (4), Heuberger, Schäfer, Bühler (5/1), Blodig (1), Hinz (2), Freudl (5), Auer, Schulz (2), Zieker (2).