Die Porsche Arena lädt zum Derby und Spitzenspiel

Etwa 20 Kilometer liegen zwischen den Ortsgrenzen von Bittenfeld und Bietigheim-Bissingen. Nicht nur auf der Landkarte sind die beiden Vereine Nachbarn, auch in der aktuellen Tabelle der 2.Bundesliga Süd befinden sich der TVB und die SG BBM in einem direkten Konkurrenzkampf.

Im Jahr 2005 stieg die SG BBM Bietigheim in die 2.Bundesliga Süd auf. Damals fehlte das zweite „B“ noch im Vereinsnamen, erst 2007 fügte sich mit der SpVgg Bissingen der dritte Teilverein in die Spielgemeinschaft ein. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg taten sich die Spieler aus dem Landkreis Ludwigsburg noch schwer und entgingen einem drohenden Abstieg nur knapp. Inzwischen ist die Mannschaft fester Bestandteil der Liga, hat sich im oberen Tabellendrittel gefestigt. In der Saison 2008/2009 sprang mit dem vierten Rang in der Abschlusstabelle das bisher beste Ergebnis heraus. Ein Jahr später als die SG BBM stiegen auch die Wild Boys in die 2.Bundesliga Süd auf, duellieren sich seitdem mit dem Nachbarn. Im letzten Jahr dann stand der TVB zum ersten Mal vor dem nur 20 km entfernt angesiedelten Konkurrenten. Nach einem schwachen Saisonstart fingen sich die Bietigheimer in der Rückrunde und erreichten unter Trainer Jochen Zürn, der im Lauf der Saison vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegen war, noch einen respektablen sechsten Rang.


Das Team ging nahezu unverändert in die neue Spielzeit und ist somit bestens eingespielt. Lediglich drei Spieler haben der SG BBM vor der Saison den Rücken gekehrt, darunter Jochen Bauer (SV Kornwestheim), Christian Löffler und Julian Pflugfelder (beide Karriereende). Neu im Team steht Jugendnationalspieler Patrick Zieker, der erst seit Montag (13.Dezember) spielberechtigt, sprich 17 Jahre alt ist. Den Schwung aus der vergangenen Rückrunde hat die Mannschaft in die neue Saison gerettet und ist gut gestartet. Inzwischen stehen zehn Siege auf der Habenseite und die Distanz zum Relegationsplatz ist überschaubar. Auf der anderen Seite kassierte Bietigheim auch fünf Niederlagen gegen Teams, die ebenfalls im oberen Teil der Tabelle stehen. Dazu zählt auch die Niederlage gegen den Bergischen HC vor einer Woche. Die Bietigheimer lagen in der Arena Ludwigsburg lange Zeit in Front, verloren gegen die vom Sportgericht bestraften Bergischen Löwen letztlich doch mit 32:35 – eine schmerzhafte Niederlage. 


Trotz dieses Rückschlages bleiben unsere Gäste eine schwere Aufgabe, da sie über einen extrem stark besetzten Kader verfügen. Gleich mehrere Spieler haben über 50 Saisontore und machen das Team schwer berechenbar. Aus dieser Reihe von Spielern sticht Robin Haller heraus, der mit seinen 91 Feldtoren in der Ligaspitze der Torschützenliste befindet und in Sachen Feldtoren nur von Daniel Fontaine (HG Saarlouis) noch übertroffen wird. Mit Nico Kibat (64/36), Pierre Freudl (63/12), Steffen Bühler (58), Christian Schäfer (54) und Philip Schulz (52) folgen aus dem Kader der Bietigheimer gleich fünf weitere Spieler mit über 50 Treffern in der laufenden Saison.


Rückraumspieler Robin Haller gehörte auch beim letzten Aufeinandertreffen, im Mai dieses Jahres, mit sieben Treffern zu den besten Akteuren. Auf Seiten der Wild Boys erwischten Sebastian Seitner (8/1) und Simon Baumgarten (7) einen Glanztag. Am Ende eines mitreißenden Spiels stand ein 27:27 Unentschieden, dass bis in die letzte Sekunde in jede Richtung hätte kippen können. Die Partie fand ebenfalls in der Porsche Arena statt und begeisterte über 5800 Zuschauer. Diese Zahl dürfte auch am Freitag wieder erreicht werden, wenn die beiden Teams zum neunten Mal in der 2.Bundesliga Süd aufeinander treffen. Die Bilanz zwischen den Kontrahenten könnte bis dato nicht ausgeglichener sein. Beide Mannschaften gewannen jeweils drei Derbys, zwei Spiele endeten mit einem Remis. Der Trend spricht allerdings klar für die Wild Boys, die in den letzten vier Duellen ohne Niederlage blieben und beide Auswärtsspiele in Bietigheim gewannen.


Auch die Heimstärke unserer Jungs aus dem Rems-Murr-Kreis liefert Argumente im Bereich dieser statistischen Spielereien. Von den bisherigen acht Heimspielen, sowohl in der Gemeindehalle als auch in der Porsche Arena, gewannen die Wild Boys alle samt. Dazu kommt die beeindruckende Serie in der Stuttgarter Arena, in der seit über drei Jahren keine Mannschaft gegen den TVB gewinnen konnte. Den letzten Punktverlust gab es ausgerechnet im Mai gegen den heutigen Gegner aus der Nachbarschaft. Für Spannung und sportliche Unterhalten wird demnach am Freitagabend gesorgt sein. Dabei sollte die Motivation bei den Wild Boys, nach der enttäuschenden und deutlichen Niederlage in Groß-Umstadt, noch mal um einiges höher sein. Statt sich auf drei Punkte von den (Tabellen-) Nachbarn abzusetzen, ist weiterhin nur ein Zähler zwischen beiden Teams. Ein unnötiger Grund mehr, dass dieses Spiel am Freitag besonders spannend wird. 


Neben dem rein sportlichen Programm bietet auch das Rahmenprogramm in der Arena wieder einiges an Unterhaltung. In der Halbzeit wird die Gruppe „Jump Academy“ aus dem Rope Skipping Club Stuttgart auftreten. „Rope Skipping“ heißt auf Deutsch nichts anderes als Seilspringen und doch liegen Welten zwischen dem was die Schützlinge von Trainer Steven Stannard aufführen und der klassischen Vorstellung vom „Seilhüpfen“. Sechs Mädchen und sechs Jungen im Alter von 11 bis 21 Jahre werden unter dem Namen „Jump Academy“ an den Start gehen. Viele der Athleten haben bereits regionale und nationale Titel im Einzel gewonnen und sind bei großen internationalen Turnieren angetreten. Am Ende dieser Vorstellung wird Ihnen klar sein, warum auch „Seilhüpfen“ / „Rope Skipping“ als Sportart geführt bezeichnet werden darf.