Achter Heimsieg, Bittenfeld jetzt Dritter

Mit dem 31:25-Sieg (15:12) gegen den OSC Rheinhausen ist der TV Bittenfeld auf den dritten Platz der 2. Handball-Bundesliga geklettert. Verdient war der achte Erfolg im achten Heimspiel vor 800 Fans allemal. Allerdings hatte der TVB mit dem Aufsteiger vor allem in den ersten 30 Minuten erhebliche Probleme. In starker Form präsentierten sich die TVB-Keeper und Alexander Heib.

Der TV Neuhausen/Erms unterlag in Coburg, die SG BBM Bietigheim ließ in Erlangen einen Punkt. Und plötzlich findet sich der TV Bittenfeld in Regionen wieder, die ihm aus der vergangenen Saison bekannt sind: Lediglich zwölf Tore trennen ihn vom punktgleichen Tabellenzweiten HSG Düsseldorf.

Mit sechs Treffern Differenz hielt der TVB am Samstag den Neuling aus dem Duisburger Stadtteil Rheinhausen auf Distanz. So mancher TVB-Fan hatte möglicherweise vor dem Spiele einen noch deutlicheren Sieg erwartet, hatte der OSC doch zuletzt einige heftige Packungen hinnehmen müssen. Am Ende waren die Bittenfelder froh, dass sie nicht übermäßig zittern mussten.

Gleich auf vier Spieler musste TVB-Trainer Günter Schweikardt verzichten: Marcel Lenz, Jens Baumbach, Adrian Wehner und Ludek Drobek. Rheinhausen trat ohne den Verletzten André Loschinski an, was zumindest in den ersten 30 Minuten kaum ins Gewicht fiel. Die Gäste legten munter los: Spielgestalter Tim Gentges genoss seine Freiheiten und der schnelle Linksaußen Fabian Schneider nutzte seine Konterchancen, die ihm der TVB mit unkonzentrierten Abschlüssen und einer Reihe technischer Fehler bot.

Mit 0:3 lag der TVB nach drei Minuten hinten, 3:5 stand’s nach neun Minuten. Die Bittenfelder spielten entweder den Ball in die Hände des Gegners oder scheiterten am starken Rheinhausener Torhüter Jens Bothe. Viel zu engmaschig zog der TVB sein Angriffsspiel auf. Simon Baumgarten am Kreis konnte sich ebenso wenig in Szene setzen wie die Außen Tobias Schimmelbauer und Arnor Gunnarsson.

Symptomatisch für das Spiel des TVB in der Anfangsphase war die Szene in der 16. Minute. Dominik Weiß hatte gerade mit zwei Treffern in Folge beim 5:5 den ersten Ausgleich hergestellt, als sich Gunnarsson und Heib beim Kreuzen gegenseitig über den Haufen rannten. Viel besser geordnet war die Bittenfelder Abwehr vor dem wie schon in Neuhausen sehr guten Torhüter Bastian Rutschmann. Den zweitbesten Torschützen der Liga, Mirko Szymanowicz, hatten die Bittenfelder ebenso im Griff wie den ehemaligen Nationalspieler Mirko Bernau.

Rheinhausen ließ sich lange nicht abschütteln

Dennoch dauerte es 18 Minuten bis zur ersten Bittenfelder Führung durch Jürgen Schweikardt zum 7:6. Auch wenn Jan Forstbauer mit drei Toren Selbstvertrauen tankte und Alexander Heib aufs Tempo drückte: Rheinhausen ließ sich nicht abschütteln (9:8, 13:12). Es hätte für die Bittenfelder noch schlimmer kommen können, doch der zu den Strafwürfen eingewechselte Daniel Sdunek parierte zweimal hintereinander glänzend gegen Bernau und Jörg Schürmann. Zwei Treffer von Dominik Weiß sorgten beim 15:12 wenigstens für die Halbzeitführung.

Auch nach der Pause blieb die Fehlerquote im Bittenfelder Angriff zunächst ungewöhnlich hoch. Rutschmann hielt mit drei Paraden in Folge das Polster (17:14). Nach 40 Minuten indes kam der TVB allmählich auf Betriebstemperatur. Sdunek hielt auch den dritten Siebenmeter gegen ihn, vorne sorgte Heib für Bewegung und Tore. Beim 23:17 (44.) hatte Bittenfeld das Spiel im Griff, Gästetrainer Achim Schürmann sah sich zu einer Auszeit gezwungen.

Langweilig jedoch wurde die Partie nicht. Erstens, weil der OSC beim 24:20 (48.) noch mal ein wenig näher kam. Zweitens, weil die bis dato unauffälligen Schiedsrichter Frank Kuntz und Dirk Schmitt mit einem Dutzend fragwürdiger Entscheidungen auf beiden Seiten für reichlich Unmut sorgten.

Einfluss auf die Kräfteverhältnisse auf dem Spielfeld indes hatten die Pfiffe – zum Glück – nicht. Spätestens nach Weiß’ Treffer zum 27:22 sieben Minuten vor dem Ende gab’s keinen Zweifel mehr, dass der Sieger TV Bittenfeld heißen wird. Kurz vor Schluss durfte sich Gunnarsson über seinen ersten Feldtreffer freuen – erzielt per Kempatrick zum 31:23. Die Gäste gestalteten das Resultat mit zwei Toren in der letzten Minute zum 31:25 etwas freundlicher.

Mit 12:2 Punkten aus den jüngsten sieben Spielen kletterte der TVB damit bis auf Rang drei. Eingerechnet der beiden gewonnenen Zähler am grünen Tisch. Dass der Punktabzug des Bergischen HC noch nicht rechtskräftig ist, störte die Bittenfelder zumindest am Samstag nicht. Sie genossen die Momentaufnahme.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Schimmelbauer (3), Schöbinger (2), Forstbauer (4), Weiß (6), Schweikardt (3), Gunnarsson (3/2), Heib (9/4), Baumgarten (1).

OSC Rheinhausen: Bothe, Reckzeh; Backhaus (2), Schneider (4), Zimmermann, Bochwitz (3), Bernau (6/5), Giesbert (2), Schürmann, Dickel, Gentges (3), Esser (1), Szymanowicz (4).