Bittenfeld verdient sich erst in Hälfte zwei den Sieg

Die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld haben nach grausamer erster Hälfte (12:12) gegen den Tabellenletzten Tuspo Obernburg den wichtigen Heimsieg geholt. Der allerdings fiel, da waren sich alle Beteiligten einig, um ein paar Tore zu hoch aus. Bittenfeld gewann auch dank des starken Torhüters Daniel Sdunek sowie des treffsicheren Arnor Gunnarsson mit 34:26.

Zur Pause herrschte in der Gemeindehalle, vorsichtig gesagt, Ernüchterung bei den TVB-Fans. Zeitweise war ihr seltsam gehemmt wirkendes Team, das weder in der Abwehr noch im Angriff überzeugt hatte, mit vier Toren zurückgelegen. Das von Gunnarsson in der 25. Minute erzielte 11:10 war die erste Führung für den Favoriten gegen die frech aufspielende junge Mannschaft der Gäste. Ein Missgeschick des schwachen Bittenfelders Dominik Weiß kurz vor der Halbzeit blieb unbestraft, so stand’s zum Ende der ersten Häfte wenigstens 12:12-Unentschieden.

Die Hausherren hatten von Beginn an, vielleicht eine Folge der enttäuschenden 28:36-Niederlage in Korschenbroich, nicht ins Spiel gefunden. In der Defensive agierten sie zu unkonzentriert, es fehlte an der Aggressivität. Immerhin verhinderte Torhüter Bastian Rutschmann zu Anfang mit guten Paraden Schlimmeres.

Ideen-Armut, Ungenauigkeit – und dann auch noch Pech

Doch auch in der Offensive lief beim TVB viel zu wenig zusammen. Die Mannschaft versäumte es, ihr gewohnt schnelles Spiel aufzuziehen. Tempogegenstöße scheiterten reihenweise aufgrund von mangelhaften Anspielen bereits im Ansatz. Gegen die kompakte 6:0-Deckung der Obernburger vor dem starken Keeper Tim Lübker fehlte es den Bittenfeldern an Ideen. Die Außen wurden kaum in Szene gesetzt. Hinzu kamen zahlreiche Fehlwürfe – und Pech: Zwischen der 13. und 16. Minute trafen Jürgen Schweikardt, Gunnarsson, Alexander Heib, Adrian Wehner und Tobias Schimmelbauer jeweils nur den Pfosten.

Zum Glück für den TVB waren auch die Obernburger zunächst nicht gerade treffsicher gewesen. Nach sieben Minuten hatte es erst 1:1 gestanden. Dann wurde Tuspo stärker. Beim 4:8-Rückstand in der 16. Minute nahm TVB-Trainer Günter Schweikardt eine Auszeit. Für den nachlassenden Rutschmann kam Daniel Sdunek ins Tor und zeigte fortan eine Klasseleistung.

Nach der Pause rissen die Gastgeber das Spiel endlich mehr und mehr an sich. Entscheidenden Anteil daran hatte der schnelle Alexander Heib, der seine Kollegen im Rückraum, Jürgen Schweikardt und Florian Schöbinger, deutlich in den Schatten stellte. Jetzt klappten die Tempogegenstöße immer öfter und führten zu leichten Toren. Im Positionsspiel wurden der hervorragend aufgelegte Rechtsaußen Gunnarsson sowie der ebenfalls überzeugende Simon Baumgarten häufiger gesucht. Das zahlte sich aus: Der Isländer erzielte insgesamt elf Treffer, der Kreisläufer steuerte sieben bei.

In der Abwehr ging der TVB ebenfalls entschlossener zu Werke. Zur 43. Minute führte die Mannschaft erstmals mit zwei Toren (19:17). Das kräfteraubende Spiel der Obernburger forderte langsam seinen Tribut, die Mannschaft ließ nach. Entscheidend war die Phase zwischen der 47. und der 51. Minute. Mihailo Djurdjevic sah zunächst für ein Foul an Baumgarten glatt Rot – eine zu harte Entscheidung der Schiedsrichter Frank Kaiser und Marc Schmitz. Kaum war Tuspo wieder vollzählig, setzte es zu Recht Zeitstrafen für Marc Ratley und, wegen Meckerns, für Otto Fetser.

Zwar hielten die guten Cornelius Maas und Johannes Beck die Gäste mit ihren Treffern einigermaßen im Spiel, doch der TVB führte nun mit fünf Toren (26:21). Nun war die Luft raus bei Obernburg, die Bittenfelder zogen davon. Sogar Abwehrchef Ludek Drobek durfte in der 56. Minute mal wieder treffen (29:22). Der TVB siegte mit 34:26. Doch Obernburg hätte aufgrund der ersten Hälfte ein glimpflicheres Ergebnis verdient gehabt.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer, Schöbinger, Forstbauer (1), Weiß (3), Schweikardt (2), Gunnarsson (11/4), Heib (4), Baumgarten (7), Wehner (5), Drobek (1), Gille. – Tuspo Obernburg: Lübker; Kujundzija, Ratley, Fetser (2), Justus (6), Schüßler, Claussen (3), Wengerter, Beck (6), Maas (6), Erifopoulos (1), Djurdjevic (2).