Ein Sieg gegen den November-Blues

Wenn sich der TV Bittenfeld für die eingleisige 2. Liga qualifizieren will, ist ein Heimsieg gegen den Tabellenletzten Pflicht. Wie unbequem Tuspo Obernburg sein kann, spürte der TVB in der vergangenen Saison: In Obernburg verlor er im Kampf um den Relegationsplatz beide Punkte. Nach dem enttäuschenden Auftritt in Korschenbroich hat Bittenfeld einiges gutzumachen. TV Bittenfeld (7. Platz, 14:10 Punkte) – Tuspo Obernburg (18. Platz, 4:20 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Gemeindehalle).

Die 28:36-Niederlage in Korschenbroich wurmte die Bittenfelder zwar enorm. Für TVB-Trainer Günter Schweikardt indes besteht kein Grund, den bescheidenen Auftritt zu dramatisieren. „Solche Tage gibt’s nun einmal im Sport“, sagt er. „Außerdem war ja auch nicht alles schlecht.“

Außer Frage steht für ihn jedoch, dass sich sein Team deutlich steigern muss. Ansonsten könnte es morgen das nächste böse Erwachen geben – auch wenn nur der Tabellenletzte in die Gemeindehalle kommt. „Wenn wir unter die ersten neun kommen wollen, müssen wir diese Aufgabe lösen“, sagt der Trainer. „Ich hoffe, es haben alle erkannt, dass wir jetzt vor entscheidenden Spielen stehen.“ Nächste Woche geht’s zum ungeschlagenen TV Neuhausen/Erms, dann warten die beiden Aufsteiger OSC Rheinhausen und TV Groß-Umstadt.

Zunächst indes liegt der Fokus auf dem Spiel morgen. Alles andere als der siebte Sieg im siebten Heimspiel wäre eine riesige Enttäuschung. Wobei die Bittenfelder vom Gegner in mehrfacher Hinsicht gewarnt sein müssen.

Vor der Saison waren Tuspo Obernburg kaum Chancen eingeräumt worden, sich für die eingleisige 2. Liga zu qualifizieren. Und nach zwölf Spieltagen sieht’s tatsächlich so aus, als ob das Team von Trainer Christoph Barthel gegenüber der Konkurrenz etwas abfallen würde. Nur zweimal ging Tuspo als Sieger vom Platz: beim 30:25 gegen den EHV Aue und 30:21 gegen den TV Groß-Umstadt. Auswärts ist Obernburg als einzige Mannschaft noch ohne Punkt.

In der vergangenen Spielzeit waren die Obernburger nur knapp dem Abstieg entronnen, vor der aktuellen verloren sie gleich ein halbes Dutzend wichtiger Spieler. Beispielsweise Milos Hacko. Den Torhüter, der lange Jahre als sogenannte Lebensversicherung der Obernburger im Abstiegskampf galt, zog’s zum Erstligisten HSG Wetzlar. Auch auf dem Feld ist der Aderlass beträchtlich: Matthias Conrad, Hannes Volk (SG Leutershausen), Tobias Milde (TSG Groß-Bieberau), Juraj Niznan (Österreich) und Sebastian Schulz (Auslandssemester) waren feste Größen bei Tuspo. Die Neuen kommen fast ausnahmslos aus der eigenen Jugend, mit 22 Jahren im Durchschnitt zählt der Bittenfelder Gegner zu den jüngsten Mannschaften der 2. Liga.

Die größte Erfahrung bringen der Linkshänder Martin Justus (34) und Rechtsaußen Otto Fetser (30) mit. Einen guten Fang machte Tuspo mit Torhüter Tim Lübker, der aus Altenholz kam. Rückraumspieler Cornelius Maas ist mit Zweifachspielrecht beim TV Großwallstadt ausgestattet.

Was passieren kann, wenn der Gegner alleine am Tabellenplatz gemessen wird, erfuhr der TV Bittenfeld im Frühjahr. Mit besten Aussichten auf den Relegationsplatz war der TVB als Favorit nach Obernburg gefahren – und erlebte dort bei der 30:32-Niederlage sein Waterloo.

Das müsste für den TVB Warnung genug sein – ansonsten sollte er sich den jüngsten Spielbericht der Obernburger Partie gegen den Bergischen HC zu Gemüte führen. Tuspo hielt das Spiel lange offen, die Löwen hatten den 25:22-Sieg letztlich Torhüter Jan Stochl zu verdanken. Für die größte Überraschung sorgte Obernburg im DHB-Pokal, wo es den Erstligisten HSG Wetzlar mit 33:25 aus dem Wettbewerb warf.

Auf zwei Linksaußen müssen die Bittenfelder morgen verzichten. Der Langzeitverletzte Marcel Lenz befindet sich nach wie vor in der Aufbauphase. Jens Baumbach bekommt nach langem Hin und Her jetzt eine schöpferische Pause von zwei bis vier Wochen: Die Entzündung am Ellbogen ist nur mit Ruhe in den Griff zu bekommen. „So hat das keinen Sinn mehr“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Voraussichtlich wird Marvin Gille ins Team rücken. Florian Schöbinger war unter der Woche krank, sein Einsatz ist gefährdet.