TVB beim Großwallstadt- und Löwen-Bezwinger

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld dürstet nach dem zweiten Auswärtssieg. Sollte dem TVB dies morgen in Korschenbroich gelingen, setzte er sich in der vorderen Tabellenhälfte fest. Der Gegner indes sorgte zuletzt für Außergewöhnliches, drehte er doch den 9:16-Pausenrückstand beim – sichtlich konsternierten – Titelkandidaten Bergischer HC in einen Sieg. TV Korschenbroich (8. Platz, 13:9 Punkte) – TV Bittenfeld (5. Platz, 14:8 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr).

Erst genossen die Bittenfelder den überzeugenden 38:29-Sieg gegen die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen, zwei Tage später staunten sie nicht schlecht über den Coup des nächsten Gegners: Der TV Korschenbroich lag zur Pause beim Aufstiegsfavoriten Bergischer HC eigentlich aussichtslos mit 6:19 im Hintertreffen, ließ in den zweiten 30 Minuten nur noch fünf Treffer der Löwen zu und holte mit 22:21 die Punkte.

„Da sieht man wieder einmal, was in dieser Saison möglich ist“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. Natürlich hat auch ihn die Leistung der Korschenbroicher beeindruckt – wie auch einige andere Resultate des Gegners zuvor. So hatte Erstligist TV Großwallstadt im DHB-Pokal beim 24:25 das Nachsehen, Erstliga-Absteiger HSG Düsseldorf unterlag in der Punkterunde mit 32:35. In der eigenen Waldsporthalle besiegte Korschenbroich unter anderem die SG BBM Bietigheim und den ThSV Eisenach.

Dass die Mannschaft von Trainer Khalid Khan mit 13:9 Punkten auf dem achten Platz steht, überrascht Schweikardt jedoch keineswegs. „Korschenbroich ist ein heißer Kandidat für die eingleisige 2. Liga“, sagt er. Gegenüber der vergangenen Saison hat der TVK personell nachgelegt. Den Abgang des österreichischen Nationaltorhüters Thomas Bauer hat das Team durch das Duo Oliver Mayer (HSV Hannover) und Sven Bartmann (Bayer Uerdingen) kompensiert. Bartmann hielt in den zweiten 30 Minuten beim BHC überragend. Außerdem verstärkte sich Korschenbroich mit Florian Korte (Leichlinger TV) und Spielmacher Matthias Fuchs (Bergischer HC). Weitere Stützen im Team sind Dennis Marquardt im linken Rückraum, Jörn Ilper am Kreis – und natürlich die Breuer-Brüder.

143 Tore gehen aktuell auf das Konto von Simon und David Breuer, 332 hat Korschenbroich insgesamt erzielt. Das sagt schon alles über die Gefährlichkeit der beiden. Linkshänder David war zweimal Torschützenkönig der 2. Bundesliga Süd.

„Korschenbroich hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich stabilisiert“, sagt Schweikardt. „Es hat einige ganz raffinierte Spieler in seinen Reihen.“ Beim Bergischen HC überraschte der TVK mit einer risiko-, aber erfolgreichen 4:2-Deckung, die den Gegner komplett aus dem Rhythmus brachte.

Schweikardt hat den TVB auf diese Variante vorbereitet – wobei er grundsätzlich wenig davon hält, Spiele zu vergleichen. „Jedes Spiel läuft anders.“ Er setzt auf eine stabile Abwehr, „dann wird es auch für Korschenbroich schwer, gegen uns Tore zu erzielen“.

Ein Sieg in Korschenbroich wäre für die Bittenfelder vor dem Heimspiel gegen den Vorletzten Tuspo Obernburg ein großer Schritt. Die personellen Voraussetzungen sind nicht schlecht. Einzig Linksaußen Jens Baumbach plagt sich nach wie vor mit seiner hartnäckigen Ellbogenverletzung herum, der Rest ist fit. Auch Jan Forstbauer. Der Linkshänder war unter der Woche mit der Junioren-Nationalmannschaft unterwegs. Die DHB-Auswahl besiegte die Schweiz in zwei Testspielen mit 22:18 und 32:28. Auswahltrainer Martin Heuberger lobte den Bittenfelder, der eigentlich noch im jüngeren Jahrgang spielen dürfte.

Über die Leistung des Youngsters freut sich auch Schweikardt, der Forstbauer auch nach seinen etwas schwächeren Auftritten in der Porsche-Arena und in Groß-Bieberau lobt. „Auch wenn’s bei ihm mal nicht so läuft: Er ist schon ein sehr wichtiger Spieler für unser Team.“