TVB ärgert die Löwen 24 Minuten

24 Minuten durften die 1200 Fans in der ausverkauften Gemeindehalle gestern Abend auf die Sensation hoffen. In der dritten Runde um den DHB-Pokal führte Zweitligist TV Bittenfeld gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 17:15. Dann spielte der Erstligist seine individuelle Klasse aus, nutzte jeden Fehler des TVB konsequent und siegte letztlich souverän mit 39:28 (20:18).

Fulminant waren die Bittenfelder im vergangenen Jahr an gleicher Stelle gegen den selben Gegner gestartet. Und auch gestern Abend brachte der Zweitligist den Champions-League-Teilnehmer zunächst gehörig ins Schwitzen. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, wie respektlos der TVB den Löwen entgegentrat.

Angeführt von Spielmacher Florian Schöbinger, düpierten die klug aufspielenden Bittenfelder den Erstligisten ein ums andere Mal. Der Löwen-Mittelblock mit Bjarte Myrhol und Börge Lund sah schlecht aus gegen TVB-Kreisläufer Simon Baumgarten, und auch die Rückraumspieler fanden immer wieder Lücken. Löwen-Keeper Henning Fritz bekam dabei kaum einen Ball zu fassen.

Der Zweitligist führte von Beginn an, beim 5:3 durch Baumgarten erstmals mit zwei Toren und auch noch nach 24 Minuten beim 17:15. Das Problem aus Bittenfelder Sicht war Myrhol. Den Kreisläufer der Löwen bekamen sie einfach nicht in den Griff, immer wieder schlich sich der Norweger davon und erzielte insgesamt zehn Tore. Außerdem hatte der TVB gegen die Gewaltwürfe von Karol Bielecki wenig zu bestellen. Der Pole, der bereits im Vorjahr das Spiel in der Verlängerung entschieden hatte, nahm kurz vor der Pause das Heft in die Hand.

Linksaußen Uwe Gensheimer sorgte beim 18:17 (26.) für die erste Führung der Löwen, den Rest bis zum 18:20-Pausenstand besorgte Bielecki quasi im Alleingang. In der Schlussphase häuften sich die Fehlwürfe und technischen Fehler der Bittenfelder. Die Gäste hatten ihre Deckung umgestellt, Gensheimer störte auf der vorgezogenen Position geschickt den Spielfluss des TVB. Zudem kam der für Fritz eingewechselte Slawomir Szmal viel besser ins Spiel.

Der TVB schaffte es auch nach der Pause nicht mehr, seine Fehlerquote zu reduzieren und lud die Löwen gleich reihenweise zu Tempogegenstößen ein. Beim 20:23 durch Schöbinger (35.) war der TVB nochmals auf Tuchfühlung. Dann jedoch spielte des Erstligist seine ganze Klasse aus und hatte spätestens nach Olafur Stefanssons Treffer zum 26:20 (39.) die Partie im Griff.

Der TVB kämpfte unermüdlich weiter, doch die Löwen ließen sich nun nicht mehr überraschen und schraubten den Vorsprung nach und nach in die Höhe (31:23, 34:24, 38:26). Für die Bittenfelder ging’s in der Schlussphase nur noch darum, das Ergebnis einigermaßen erträglich zu gestalten. So blieb die Niederlage mit 28:39 im Rahmen, hätte aber bei einer durchnittlichen Fehlerquote im Angriff um einige Tore geringer ausfallen können.

Die Fans feierten ihren TVB nach dem Spiel trotzdem. Schließlich hatte er maßgeblich zum sehr unterhaltsamen Abend beigetragen.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Schimmelbauer (3), Schöbinger (3), Forstbauer (6), Weiß (2), Baumbach, Gunnarsson (2/1)), Heib (1), Baumgarten (6), Wehner (4), Drobek, Kienzle (1).

Rhein-Neckar Löwen: Szmal, Fritz; Stefansson (1), Lund, Cupic (2), Gensheimer (9/2), Myrhol (10), Roggisch (1), Bielecki (11), Groetzki (3), Schmid, Gunnarsson (2), Sesum.