Löwen zählen zu den fünf besten Teams der Welt

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld steht heute (20 Uhr) vor einem Saisonhöhepunkt. In der Neuauflage der DHB-Pokalspiels des Vorjahrs kommt Erstligist Rhein-Neckar-Löwen in die ausverkaufte Gemeindehalle. Für Günter Schweikardt zählen die Löwen zu den fünf weltbesten Teams. „Auf so einen Gegner in einem Pflichtspiel zu treffen, ist eine tolle Sache“, sagt der Trainer.

Überschwänglicher Jubel war bei den Bittenfeldern nicht gerade ausgebrochen, als Ex-Welthandballer Daniel Stephan bei der Auslosung der dritten Runde um den Pokal des Deutschen Handball-Bundes den TV Bittenfeld als letzte Mannschaft aus dem Topf zog. Einen Erstligisten hatte sich der TVB gewünscht, allerdings gerne einen anderen als die Rhein-Neckar-Löwen. Nicht, weil der TVB beim Intersport Masters während der Saisonvorbereitung beim 30:49 deutlich seine Schranken aufgezeigt bekommen hatte. „Die haben uns das Fell ganz schön über die Ohren gezogen“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt.

Einen anderen Gegner hätten die Bittenfelder gerne gehabt, weil die Löwen bereits in der vergangenen Saison in der Gemeindehalle ihre Visitenkarte abgegeben hatten – und dabei nur haarscharf einer Blamage entgingen.

Kiel, HSV, Barcelona, Ciudad Real und die Löwen

Die erste Enttäuschung hat sich bei den Bittenfeldern inzwischen längst gelegt. Trainer Günter Schweikardt freut sich auf ein Spiel, „das im Bundesligaalltag fast ein wenig in den Hintergrund“ geraten sei. „Die Löwen gehören zusammen mit dem THW Kiel, dem HSV Hamburg, dem FC Barcelona und Ciudad Real zu den fünf besten Teams der Welt“, sagt er. Im Vergleich zur vergangenen Saison seien die Löwen noch besser aufgestellt. „Im Grunde können sie zwei gleich gute Mannschaften aufs Feld schicken.“

Verstärkt hat sich der Bittenfelder Gegner mit Robert Gunnarsson (VfL Gummersbach), Andy Schmid (Silkeborg/Dänemark), Börge Lund (THW Kiel) und Ivan Cupic (RK Velenja/Slowenien).

Im 17er-Kader der Rhein-Neckar-Löwen hat lediglich der 20-jährige Linksaußen Niklas Ruß noch kein Länderspiel bestritten. Der Rest gehört nicht nur zu den Leistungsträgern der polnischen, norwegischen, Schweizer, isländischen, kroatischen oder deutschen Nationalmannschaft.

Ein Schwede musste gehen, ein Isländer kam

Das Team ist gespickt mit absoluten Weltstars. Als da wären:

Henning Fritz und Slawomir Szmal im Tor.

Karol Bielecki, Grzegorz Tkaczyk, Börge Lund, Andy Schmid, Michael Müller, Olafur Stefansson im Rückraum.

Uwe Gensheimer, Niklas Ruß, Valur Sigurdsson, Ivan Cupic und Patrick Groetzki auf den Außenpositionen. Robert Gunnarsson, Bjarte Myrhol und Oliver Roggisch am Kreis.

Schon früh in der Saison wechselten die Löwen ihren Trainer. Ola Lindgren musste gehen, Gudmundur Gudmundsson übernahm am 23. September. Und der Isländer, nebenbei noch Nationaltrainer seines Landes, feierte einen glanzvollen Einstand: In der Champions League gewannen die Löwen mit 31:30 beim FC Barcelona.

Gudmundsson scheint den richtigen Draht zum Starensemble gefunden zu haben, zumindest gibt ihm der Erfolg recht. In der Champions League liegen die Löwen, punktgleich mit Spitzenreiter THW Kiel, auf Rang zwei. In der Bundesliga trennt die Mannheimer als Vierter mit 14:2 Zahlen lediglich das schlechtere Torverhältnis von Platz eins.

Saisonziel der Löwen ist es, einen Titel zu holen. Am einfachsten dürfte dies im DHB-Pokalwettbewerb möglich sein. In der vergangenen Saison scheiterten sie im Finale am HSV. Dieses Ziel werden die Löwen mit Macht verfolgen – und sich wohl kaum ein zweites Mal von den Bittenfeldern überraschen lassen. „In der vergangenen Saison waren die Löwen in den ersten 30 Minuten etwas unaufmerksam“, sagt Günter Schweikardt. „Das wird ihnen jetzt nicht mehr passieren.“

Unter normalen Umständen tendierten die Chancen, für eine Überraschung zu sorgen, gegen null. „Aber wir gehen nicht nur ins Spiel rein, damit es gespielt ist.“ Will heißen: Die Bittenfelder werden versuchen, so lange wir möglich Widerstand zu leisten. Dabei gelte es in erster Linie, der körperlichen Überlegenheit des Erstligisten zu trotzen. „Da sind schon etliche Kraftpakete darunter“, sagt Schweikardt. „Wir dürfen aber keine Angst haben.“ Dass die Bittenfelder physisch mithalten können, haben sie zuletzt gegen Düsseldorf bewiesen. Wobei die Löwen freilich zwei Nummern größer sind.

Für TVB-Rechtsaußen Arnor Gunnarsson ist es ein besonderes Spiel, schließlich kann er sich seinem Nationaltrainer empfehlen. In den Kader rücken wird Martin Kienzle. Fraglich ist der Einsatz von Jürgen Schweikardt (Ellbogenverletzung).