Heißer Herbst für Bittenfeld

Spätestens nach der neuerlichen Pleite in Frankfurt dürfte dem letzten Bittenfelder klar sein, dass der TVB vor einer schweren Zweitliga-Saison steht. Nur das bessere Torverhältnis trennt ihn vom zehnten Platz, der am Ende der Saison nicht zum direkten Ligaverbleib reichte. Trainer Günter Schweikardt ist sich der Lage bewusst.

Sicher: Es ist gerade einmal ein Viertel der Saison gespielt, und ein Sieg in Frankfurt hätte den Bittenfeldern den vierten gebracht. Punktgleich mit Erstliga-Absteiger HSG Düsseldorf, dem nächsten Gegner des TVB am Samstag in der Gemeindehalle.

Von solchen Tabellenspielereien indes hält Trainer Günter Schweikardt überhaupt nichts. Selbst Platz vier hätte den TVB nur zwei Punkte vom ersten Abstiegsplatz getrennt. Klar ist: Die Bittenfelder sind ein ganzes Stück von der Konstanz entfernt, die sie in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat. Und Heimsiege alleine werden nicht reichen, um sich für die eingleisige 2. Bundesliga zu qualifizieren. Zumal drei der bisherigen vier Heimgegner in der Tabelle hinter dem TVB stehen und offensichtlich auch nicht zu den Top-Teams der Liga zählen.

Günter Schweikardt kann die Enttäuschung nach der vierten Niederlage im vierten Auswärtsspiel nicht verbergen. „Die Frankfurter haben an diesem Tag jene Eigenschaft an den Tag gelegt, die man braucht, um ein solches Spiel zu gewinnen“, sagt er. Von vorneherein sei klar gewesen, dass es für die Frankfurter bei 2:10 Punkten ein richtungsweisendes Spiel werden würde. Und die Leistung der HSG gegen den Bergischen HC sei Warnung genug gewesen für sein Team.

Wehner und Schweikardt angeschlagen

„Ich bin absolut nicht zufrieden“, sagt Schweikardt. Weder mit dem Angriff noch mit der Abwehr. Eine Vielzahl technischer Fehler, schlechte Würfe und mangelhaftes Rückzugsverhalten hätte die HSG zu Gegenstößen eingeladen. „Wir haben in vielen Situationen die falschen Entscheidungen getroffen.“ Auch die Defensive sei nicht stabil genug gewesen. Vorteile hätten die Frankfurter auf der Torhüterposition mit dem österreichischen Nationalkeeper Thomas Bauer gehabt. Zu allem Unglück hätten es seine Spieler nicht geschafft, selbst mit zwei Spielern in Überzahl einen Gegentreffer zu verhindern.

Zudem fehlten den Bittenfeldern die personellen Alternativen. Der junge Jan Forstbauer erwischte im rechten Rückraum nicht seinen besten Tag. Adrian Wehner, der in den Spielen zuletzt einen guten Eindruck hinterließ, hätte ihn unterstützen können. Doch der 28-Jährige hatte schon beim Warmmachen über Unwohlsein geklagt. So beließ es Trainer Schweikardt bei einem Kurzeinsatz.

In den zweiten 30 Minuten ebenfalls gehandicapt war Jürgen Schweikardt. Bei einer Abwehraktion nach einem Wurf von Steffen Weber hatte er sich am linken Ellbogen verletzt. Die Diagnose gestern: Innenband gezerrt, eine Woche Trainingspause. Schweikardts Einsatz am Samstag ist stark gefährdet.

Nun stehen die Bittenfelder vor heißen Wochen, in denen sie nicht leer ausgehen sollten. Auch nicht am Samstag gegen ein Team, das eigentlich nicht die Kragenweite des TVB ist. Die HSG Düsseldorf strebt nach dem Abstieg die umgehende Rückkehr in die 1. Liga an. Mit drei Niederlagen in Folge kam die Mannschaft um Sportdirektor Daniel Stephan zuletzt ein bisschen außer Tritt. Ausgerechnet vor dem Spiel beim TVB scheint die HSG zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Der Bergische HC, zweiter Titelkandidat, hatte bei der 24:26-Niederlage und zwischenzeitlichem Acht-Tore-Rückstand am Samstag keine Chance.

Auch wenn der TV Hüttenberg und der TV Neuhausen mit nur jeweils einem Verlustpunkt die Tabelle anführen: Für Schweikardt ist Düsseldorf nach wie vor der Top-Favorit. „Wir müssen die Aufgabe mutig angehen“, sagt Schweikardt.

Der nächste Saisonhöhepunkt folgt bereits Mittwoch in einer Woche, wenn Erstligist Rhein-Neckar-Löwen im DHB-Pokal in der Gemeindehalle gastieren wird. Bevor die Bittenfelder den Aufsteiger SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen am 5. November zum ersten Spiel in der Porsche-Arena empfangen, werden sie den fünften Versuch unternehmen, auswärts zu gewinnen. Bei der TSG Groß-Bieberau ist ihnen das im Pokal recht eindeutig gelungen.

In der Zwischenzeit hat sich die TSG allerdings deutlich stabilisiert. Das zeigen die Siege gegen Erlangen und Eisenach. Das sind eben jene Gegner, die auch gegen den TVB unterlagen.