So wird das auswärts nichts

(mah/twa). Riesige Enttäuschung beim TV Bittenfeld: Auch in seinem vierten Auswärtsspiel in dieser Saison ist der Handball-Zweitligist ohne Punkte geblieben. Die 33:35-Niederlage (15:20) vor 750 Zuschauern war weniger der Stärke des Gegners geschuldet. Die Defensive des TVB wackelte, dem Angriff unterliefen zu viele leichte Fehler. Zudem offenbarten die Bittenfelder große Schwächen im Überzahlspiel.

Nach ihrem guten Auftritt beim Bergischen HC war den Frankfurtern anzumerken, dass sie gegen den TVB unbedingt ihren ersten Heimsieg holen wollten. In der hektischen Anfangsphase unterliefen beiden Teams etliche Fehler, Nutznießer indes war vornehmlich die HSG. Mit seinem vierten Kontertor erzielte Tobias Hahn nach elf Minuten die 8:4-Führung für Frankfurt. Der Rechtsaußen und sein Pendant auf der linken Seite, Patrick Mayr, avancierten zu den besten Spielern auf dem Feld. Von insgesamt 21 Wurfversuchen der beiden landeten 19 im Netz des TVB.

Der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt sah sich schon früh zu einer Auszeit gezwungen. An der hohen Fehlerquote im Angriff wie in der Abwehr änderte dies jedoch zunächst wenig. Nach Arnor Gunnarssons Treffer zum 12:9 – er verwandelte sämtliche sechs Siebenmeter – hatte der TVB die Chance, mit einem Spieler mehr auf dem Feld weiter zu verkürzen. Das Tor machten jedoch die Frankfurter.

Die zeigten kurz vor der Halbzeit, wie in numerischer Überlegenheit gespielt wird: Bittenfeld hatte sich zum 15:14 herangekämpft, als Florian Schöbinger (26.) und Alexander Heib (29.) auf die Strafbank mussten. Die HSG setzte sich zur Pause auf 20:15 ab und legte in Überzahl nach dem Wechsel gleich zum 21:15 nach.

Torhüter Bastian Rutschmann gelingt ein Treffer

Für den glücklosen Daniel Sdunek stand in den zweiten 30 Minuten Bastian Rutschmann im Tor des TVB. Er kam nicht nur gut ins Spiel, sondern erzielte zum 21:17 sogar ein Tor. Die Defensive stabilisierte sich nun, und mit einem 7:1-Lauf schafften die Bittenfelder beim 22:22 (42.) zum ersten Mal seit dem 2:2 wieder den Ausgleich gegen nun etwas verunsicherte Frankfurter.

Mit leichten Fehlern baute der TVB den Gegner aber rasch wieder auf. Binnen einer halben Minute ging Frankfurt mit 24:22 in Führung. Nachdem sich die Gäste erneut mühsam das Remis erkämpft hatten, gerieten sie wieder in Rückstand (27:24/47.).

Sieben Minuten vor dem Ende traf Hahn nach einem neuerlichen Ballverlust der Bittenfelder zum 31:26. Mit einer Auszeit versuchte TVB-Coach Günter Schweikardt, dem Spiel doch noch die Wende zu geben. Und tatsächlich hatten die Bittenfelder in der Schlussphase gute Aussichten, wenigstens einen Punkt zu retten. Die Frankfurter Hannes Lindt und Steffen Weber mussten kurz hintereinander aufs Sünderbänkchen, nach Gunnarssons 31:29, viereinhalb Minuten vor Schluss, war noch alles möglich.

Gegentor trotz zwei Spielern mehr auf dem Platz

Doch selbst mit zwei Spielern mehr auf dem Feld kassierte der TVB einen Gegentreffer zum 32:29. Auch die letzte Chance nutzten die Bittenfelder nicht. Alexander Heib brachte den TVB knapp zwei Minuten vor dem Ende zum 33:32 heran. Ein weiterer Ballverlust in Überzahl führt zum 34:32 durch Hahn, der kurz danach zum 35:32 nachlegte. Jürgen Schweikardts 35:33 kam viel zu spät.

Damit wartet der TV Bittenfeld weiter auf seinen ersten Sieg in der Fremde und sitzt im Mittelfeld der Tabelle fest. Am Samstag kommt Erstliga-Absteiger HSG Düsseldorf in die Gemeindehalle. Angesichts der Auswärtsschwäche sollte der TVB in diesem Spiel als Sieger vom Platz gehen.

HSG Frankfurt: Bauer, van de Moertel; Mayr (6), Quilitzsch, Weber (1), Seeger (5/1), Lindt (5/1), Wolf, Hein, Schröder (2), Bohnert (3), Hahn (13/2).

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann (1); Schimmelbauer (4), Schöbinger (2), Forstbauer (1), Weiß (6), Schweikardt (2), Gunnarsson (10/6), Heib (4), Baumgarten (3), Drobek, Wehner.