TVB-Fans müssen nur kurz bangen

Es bleibt dabei: Der HSC Coburg hat in der 2. Handball-Bundesliga beim TV Bittenfeld nichts zu bestellen. Der TVB entschied auch das vierte Duell in der Gemeindehalle für sich. Beim 32:26 (18:14) hielten die Coburger das Spiel nur 15 Minuten offen. Der TVB hatte eine kurze Schwächeperiode, bekam aber schneller die Kurve als am Mittwoch beim Zittersieg gegen Saarlouis.

Diese Nachricht hat etwas: Der TV Bittenfeld ist punktgleich mit der HSG Düsseldorf. Während die Bilanz von 8:6 Punkten beim ambitionierten Erstliga-Absteiger für Missstimmung sorgen wird, atmen die Bittenfelder auf: Zum ersten Mal in dieser Saison schreiben sie schwarze Zahlen. Am kommenden Freitag strebt der TVB beim Vorletzten HSG Frankfurt den ersten Auswärtssieg an, anschließend kommt Düsseldorf in die Gemeindehalle.

In beiden Spielen werden die Bittenfelder auf einen stärkeren Gegner treffen als am Samstag. Die Coburger demonstrierten über weite Strecken, weshalb sie mit 2:12 Punkten im Tabellenkeller stecken. Es war vor allem im Angriff arg überschaubar, was die Mannschaft von Trainer Raimo Wilde aufs Feld brachte.

Das lag natürlich auch an der Bittenfelder Defensive, die sich gegenüber dem Spiel am Mittwoch gegen Saarlouis deutlich wacher präsentierte – auch Bastian Rutschmann. „Schlechter als gegen Saarlouis ging’s auch nicht“, sagte der Torhüter nach dem Spiel. 22 Bälle entschärfte Rutschmann und überragte seine Gegenüber René Selke und Harvard Martinsen um Längen. Sie hielten gerade einmal acht Bittenfelder Würfe.

Der TV Bittenfeld war eindeutig die bessere Mannschaft, und trotzdem mussten die rund 800 Fans ein paar Minuten zittern. Der TVB war gut gestartet. Nach zwölf Minuten führte er mit 8:4 und ließ dabei nur drei Feldtore der Coburger zu. Deren Coach Raimo Wilde versuchte mit einer Auszeit, den Bittenfelder Elan zu bremsen. Ohne Erfolg indes: Der TVB spielte eine erstklassige erste und zweite Welle, es ging meist viel zu schnell für die rückzugsschwachen Coburger. Der emsige Alexander Heib besorgte mit dem sechsten Tor des TVB in Folge das 15:6. Nach 20 Minuten schienen die ballunsicheren Gäste schnurstracks in ein Debakel zu laufen.

Binnen sechs Minuten war der Vorsprung fast geschmolzen

Doch wie schon am Mittwoch gegen Saarlouis, verspielten die Bittenfelder ihren großen Vorsprung. Wilde schickte Dominic Kelm für Sebastian Munzert an den Kreis. Damit kam der TVB überhaupt nicht zurecht, kassierte über die Nahdistanz einen Treffer nach dem anderen. Vorne häuften sich die Fehler und überhasteten Abschlüsse, zudem sorgten die unsicheren Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel (Karlsruhe) mit etlichen haarsträubenden Entscheidungen für gellende Pfiffe auf der Tribüne. Und binnen sechs Minuten war der Vorsprung auf zwei Tore geschmolzen (15:13). Anders als gegen Saarlouis bekamen die Bittenfelder jedoch schneller die Kurve und gingen mit der 18:14-Führung in die Halbzeit.

In den zweiten 30 Minuten kam der Gast beim 19:16 (33.) nochmals auf drei Tore heran. Das war’s aber schon. Zu pomadig und durchsichtig spielten die Franken. Der TVB profitierte von der deutlich besseren Bank und verkraftete auch, dass die jungen Spieler wie Arnor Gunnarsson, Jan Forstbauer oder Dominik Weiß nicht ganz so auffällig spielten wie zuletzt. Der TVB hatte schließlich noch Florian Schöbinger, Alexander Heib, Jürgen Schweikardt, Adrian Wehner und Simon Baumgarten.

Bittenfeld kontrollierte den Gegner, der sich an der TVB-Defensive die Zähne ausbiss und sich immer wieder leichte Fehler leistete. Spätestens nach Heibs 31:23 acht Minuten vor dem Ende war das Spiel durch. In der Schlussphase ging’s lediglich noch um die Höhe des Bittenfelder Sieges. Das 32:26 entsprach den Kräfteverhältnissen. Jetzt noch der erste Auswärtssieg in Frankfurt, und dann mit 10:6 Punkten den Düsseldorfern in der Gemeindehalle einen heißen Empfang liefern: Dann wären auch die letzten Grantler in Bittenfeld zufrieden.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (3), Schöbinger (5), Forstbauer (3), Weiß (5), Schweikardt (2), Gunnarsson, Heib (7/5), Baumgarten (3), Wehner (4), Seiz, Drobek. HSC Coburg: Selke, Martinsen; Jäckel, Göhl, Andersson (1), Wessig (3), Kelm (6), Karapetjan (3), S. Kirchner, Kästner (6), Auerbach (4/4), Munzert (1), F. Kirchner (2).