TVB muss die Tormaschine stoppen

Angesichts der anhaltenden Auswärtsmisere steht Handball-Zweitligist TV Bittenfeld auch vor seinem dritten Heimspiel unter Druck. Heute Abend kommt mit der HG Saarlouis eines der angriffsstärksten Teams der Liga. In der vergangenen Saison reichte es für die Bittenfelder in zwei Spielen nur zu einem Punkt. TV Bittenfeld (11. Platz, 4:6 Punkte) – HG Saarlouis (13. Platz, 3:7 Punkte/heute, 20 Uhr).

Schweres Auftaktprogramm hin oder her: Der TV Bittenfeld hat ein paar Punkte zu wenig auf dem Konto nach fünf Spieltagen. Mit 6:4 statt 4:6 Zählern ließe sich die englische Woche mit den Heimspielen gegen die HG Saarlouis heute und gegen den HSC Coburg am Samstag deutlich ruhiger angehen. Anschließend muss der TVB nach Frankfurt, dann kommt Erstligaabsteiger HSG Düsseldorf in die Gemeindehalle. Alles andere als vier Punkte vor diesen schweren Spielen steigerte den Druck unnötig. Anders ausgedrückt: Einen Ausrutscher dürfen sich die Bittenfelder diese Woche eigentlich nicht leisten, ansonsten hecheln sie bis auf weiteres einem Platz in der vorderen Tabellenhälfte hinterher.

„Wir sollten diese Spiele unbedingt gewinnen“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Das weiß die Mannschaft und das weiß auch das Umfeld.“ Knüpfe sein Team an die Leistungen aus den Heimspielen gegen Eisenach und Erlangen an, ist Schweikardt nicht bange.

Die HG Saarlouis hat einen Punkt weniger als der TVB gesammelt und kann – wie der TVB – nicht zufrieden sein mit dem Saisonverlauf. Zum Auftakt verlor das Team von Trainer André Gulbicki gegen den TV Korschenbroich mit 33:39, holte beim heimstarken HC Erlangen beim 29:29 einen Punkt und fegte Tuspo Obernburg mit sage und schreibe 47:37 aus der Halle. Keine Chance hatten die Saarländer allerdings beim 26:41 bei den Bergischen Löwen. Zuletzt mussten sie sich dem TV Neuhausen mit 30:34 beugen. Nach einem Acht-Tore-Rückstand kämpfte sich die HG zwischenzeitlich bis auf einen Treffer heran.

Um ihre Defensive zu stabilisieren, holte die HG den lettischen Nationalspieler Ingar Dude, den Polen Aleksandar Kokoszka aus Griechenland und Torhüter Jan Peveling vom Nord-Zweitligisten Ahlener SG.

Dennoch: Wie schon in der vergangenen Saison, so scheint auch diesmal wieder die Offensive das Prunkstück und die Defensive eher die Schwachstelle der Saarländer zu sein. In ihrem Aufstiegsjahr stellte die HG den gefährlichsten Angriff, musste aber auch die meisten Gegentreffer hinnehmen. Es ist ein Team, das nach dem Motto spielt: Angriff ist die beste Verteidigung.

In den beiden Spielen gegen den TV Bittenfeld hielten sich die Stärken und Schwächen in etwa die Waage. Zu einem Sieg reichte es dem TVB nicht. In der Gemeindehalle musste er sich mit einem ärgerlichen 34:34 begnügen, im Saisonfinale in Saarlouis unterlagen die Bittenfelder mit 31:33.

Besonders zu schaffen machte dem TVB dabei stets der kroatische Torjäger Danijel Grgic. Der 33-Jährige erzielte in beiden Spielen zusammen 26 Tore und setzte von der Rückraum-Mitte-Position immer wieder geschickt seine Mitspieler ein. Außerdem ist er, wie das gesamte Team, sehr konterstark. „Grgic hat technisch alles drauf“, sagt Schweikardt

Weitere Leistungsträger bei Saarlouis sind der linke Rückraumspieler Daniel Fontaine und auf der anderen Seite der Slowake Jakub Balaz sowie Sven-Malte Hoffmann. Der Rechtsaußen ist jedoch derzeit verletzt. Linksaußen André Lohrbach erzielte zuletzt sieben Tore in einem Spiel.

„Wir müssen wieder über 60 Minuten eine stabile Abwehr stellen“, sagt Schweikardt. Das sei seinem Team in Wuppertal „nur bedingt“ gelungen. Besonders wichtig sei das Rückzugsverhalten gegen den konterstarken Gegner. „Wir dürfen uns nur die Chancen nehmen, die entsprechende Aussichten auf Erfolg haben.“ Gegen die ebenfalls flinken Erlanger hat das gut funktioniert.

Bis auf den Langzeitverletzten Marcel Lenz wird der TVB heute Abend in Bestbesetzung auflaufen. Für Jens Baumbach steht wieder Martin Kienzle im Kader.