„Nicht konsequent und clever genug“

Drei Spiele, 2:4 Punkte, Platz zehn: Der TV Bittenfeld ist eher suboptimal in die Saison der 2. Handball-Bundesliga gestartet. In Hüttenberg spielte der TVB zwar gut, stand aber beim 24:25 mit leeren Händen da. „Um bei einer Spitzenmannschaft zu gewinnen, fehlte uns die letzte Konsequenz und auch die Cleverness“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt.

Als Arnor Gunnarsson 20 Sekunden vor dem Ende auch seinen vierten Siebenmeter zum 24:24 versenkt hatte, schienen die Bittenfelder den Punkt bei den starken Hüttenbergern schon sicher zu haben – zumal sie zu diesem Zeitpunkt in Überzahl waren. 13 Sekunden vor der Sirene wollte der Hüttenberger Trainer Jan Gorr mit einer Auszeit noch retten, was kaum mehr zu retten war.

Und wie das oft so ist, kam aus Bittenfelder Sicht alles Unglück zusammen. TVB-Kreisläufer Simon Baumgarten stoppte Florian Laudt nach Ansicht der Schiedsrichter Lutz Daßler und Lutz Günther regelwidrig. Sven Pausch, dessen Zweiminuten-Strafe dem Heimteam beinahe den Punkt gekostet hatte, kam direkt vom Sünderbänkchen und verwandelte den Siebenmeter mit dem Schlusspfiff zum 25:24.

Klar, dass die Bittenfelder hernach mit dem Schiedsrichtergespann haderten. Trainer Günter Schweikardt regte sich jedoch nicht in erster Linie über den Siebenmeter auf. Er zweifelte die eine oder andere Entscheidung davor an. „Ich will mich aber eigentlich dazu auch nicht mehr äußern“, sagte er gestern. „Fakt ist, dass wir über die gesamte Spielzeit hinweg nicht gut genug waren, um bei einer Spitzenmannschaft wie Hüttenberg zu gewinnen.“

Dabei hatten die Bittenfelder den Vorjahresvierten lange Zeit im Griff. Vor allem in den ersten 30 Minuten, welche der TVB mit 11:9 für sich entschied. Mit einem zu geringen Polster, wie Schweikardt fand. „Wir hätten drei, vier Tore höher führen müssen.“ Das sah auch Schweikardts Trainerkollege Jan Gorr so. „Das Beste an der ersten Hälfte war, dass wir nur mit 9:11 zurücklagen. Gefühlt war der Abstand jedenfalls deutlich höher.“

Erst Erlangen, dann zu den Bergischen Löwen

Die größte Chance zur Vorentscheidung hatte der TVB nach dem 15:11 durch Dominik Weiß in der 34. Minute. Die Hüttenberger kämpften sich aber wieder zurück ins Spiel und hatten am Ende das Glück auf ihrer Seite. „Wir spielten in den zweiten 30 Minuten in der Abwehr auch nicht mehr so konsequent“, sagt Schweikardt. Das Lob der Hüttenberger nahm der TVB zwar zur Kenntnis und Schweikardt lobte seine Mannschaft auch für deren gute Leistung. „Aber letztlich geht’s um die Punkte. Die haben wir nicht, brauchen aber viele davon.“ Nach dem aktuellen Tabellenstand hätte der TVB die Qualifikation zur eingleisigen 2. Bundesliga verpasst.

Am Samstag kommt der HC Erlangen, der sich zuletzt dem Aufstiegskandidaten Bergischer HC knapp mit 27:28 beugen musste. „Da brauchen wir dringend einen Sieg“, sagt Schweikardt. Bis zum Start der englischen Woche dürften die grippegeschwächten Alexander Heib und Jürgen Schweikardt wieder besser beieinander sein. Morgen in einer Woche steht das DHB-Pokalspiel in Groß-Bieberau an, dann geht’s zu den Bergischen Löwen.