TV Bittenfeld verliert Handball-Krimi in Hüttenberg!

In letzter Sekunde verlor der TV Bittenfeld sein zweites Auswärtsspiel der Saison in Hüttenberg. Per Siebenmeter entschied der Hüttenberger Sven Pausch die hart umkämpfte Partie und besiegelte den 25:24 (9:11) Endstand. Trotz mehrfacher Führung und Überzahlspiel in den letzten beiden Spielminuten, standen die Wild Boys am Ende mit leeren Händen da. Für den TV Bittenfeld trafen Gunnarsson (7/4), Wehner (5) und Baumgarten (5) am besten. Der „Spieler des Tages“, Sven Pausch (5/3), war vor 1200 Zuschauern bester Torschütze des TV Hüttenberg.

Die Gastgeber erzielten den ersten Treffer der Partie, brauchten danach bis zur 50.Minute um erneut in Führung zu gehen. In der Zwischenzeit lag stets der TV Bittenfeld in Front, teilweise mit vier Toren Differenz. Die von den Defensivreihen dominierte Partie war bereits zu Beginn von mangelnder Konzentration und zahlreichen Fehlern im Angriffspiel geprägt. In den Reihen des TVB glänzte in der Anfangsphase vor allem Arnor Gunnarsson, der nach 12 gespielten Minuten bereits vier Tore erzielt hatte. Einer seiner Treffer (zum 4:7) brachte den Gästen aus Bittenfeld die erste deutliche Führung ein. Ein Vorsprung, der keine hohe Lebensdauer besaß. Dem Hüttenberger Rückraumspieler Tomek Jezewski gelang nach etwa 20 gespielten Minuten der zwischenzeitige Ausgleich.

Dieser Tomek Jezewski war heute ein Spiegelbild des gesamten Spielverlaufes. Bereits früh kassierte der Leistungsträger der Gastgeber seine erste Zeitstrafe, die zweite folgte noch in der ersten Spielhälfte. Diese Überzahlphasen waren jeweils Auslöser für die Mannschaft von Günter Schweikardt, um einen Zwischenspurt einzulegen.  Die Zeitstrafen, derer vier auf Seiten der Gastgeber und drei bei den Bittenfeldern, beeinflussten den schwankenden Spielstand entscheidend. Als Ludek Drobek kurz vor der Pause für zwei Minuten auf die Bank musste, nutzten die Gastgeber die Gunst der Stunde und verkürzten bis zur Pause auf 9:11. Die mageren zwanzig Treffer im ersten Durchgang spiegeln den Spielverlauf mit all seinen Eigenarten wieder. Eine treffende Analyse tat Hüttenberg-Trainer Jan Gorr kund, der befand dass „das Spiel nicht wirklich schön war, sondern eher selten und was entscheidend ist, letztlich erfolgreich für uns“.
In der zweiten Spielhälfte bot die Partie immer noch keine spielerischen Leckerbissen, war aber in Sachen Spannung und Emotionen kaum zu überbieten.

Nach einer erfolgreichen Serie direkt nach dem Seitenwechsel, wähnte Günter Schweikardt den TV Bittenfeld schon auf der Siegerstraße, musste  nach dem Abpfiff aber seinen Unmut erklären. „Ich war am Ende  aufgebracht, da die Schiedsrichter in einer Phase, wo wir das Spiel entscheiden konnten, einige Fehlentscheidungen gegen uns getroffen haben“, resümierte der TVB-Trainer im Hinblick auf die Phase kurz nach der Pause. Dominik Weiß verpasste es die Bittenfelder auf vier Tore davonziehen zu lassen und der angesprochene Tomek Jezewski übernahm Verantwortung auf Seiten der Gastgeber. Zwei  seiner fulminante Schlagwürfe hielten das Spiel offen und sorgten bei den Gästen für den ersten Wechsel im Tor. Daniel Sdunek ersetzte den in der ersten Hälfte noch überragenden Bastian Rutschmann und machte nach seiner Einwechslung einen guten Job.

In einer Drangphase rund um die 50.Minute, als  die Hausherren zum ersten Mal wieder in Führung lagen, war Sdunek der Garant für ein offenes Spiel bis in die Schlusssekunde. Beide Seiten rieben sich immer mehr an den Entscheidungen der Unparteiischen und auch die Zuschauer im Sportzentrum Hüttenberg schlossen sich dem Unmut gegen das Schiedsrichtergespann an. Zwei Siebenmeter entschieden letztlich das Spiel zwischen zwei Teams, die wie in der Vorsaison auf Augenhöhe agierten. Zunächst nutzte Arnor Gunnarsson die Gelegenheit und verwandelte 20 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter zum 24:24 Ausgleich. Die Hüttenberger agierten zu diesem Zeitpunkt, nach einer Zeitstrafe gegen Sven Pausch, in Unterzahl und konnten erst wenige Sekunden vor dem Ende wieder ergänzen. Die bis dahin starke Defensivreihe des TV Bittenfeld konnte nur auf Kosten eines weiteren Siebenmeters den letzten Angriff der Hüttenberger stoppen. Sven Pausch, der nach seiner Zeitstrafe fast zum tragischen Held geworden wäre, nahm sich den Ball, verwandelte diesen sicher und stellte das Drehbuch des Spiels auf den Kopf.

Der Hüttenberger Jubel kannte keine Grenzen, während die Spieler des TVB frustriert zurückblieben, sich aber mit Anstand von den im Fanbus mitgereisten Fans verabschiedeten. Nach zwei Niederlagen in der Vorsaison verlieren die Wild Boys den dritten Vergleich mit den Mittelhessen nacheinander. In der Rückrunde treffen beide Teams in der Porsche Arena aufeinander und der TVB kann der Negativserie ein Ende setzen.


TV Bittenfeld:
Rutschmann, Sdunek, Schimmelbauer, Schöbinger, Kienzle (n.e.), Forstbauer (2), Weiß (2), Baumbach (n.e.), Schweikardt (1), Gunnarsson (7/4), Heib (1/1), Baumgarten (5), Wehner (5), Drobek (1)

TV Hüttenberg:
Ritschel, Redwitz, A.Lex (1), Laudt (2), Jezewski (4), Weber (3), S.Lex (2), Scholz (1), Fernandes (n.e.), Schneider (3), Langenbach (3), Billek, Pausch (5), Stock (1)

Stimmen zum Spiel:

Günter Schweikardt (Trainer, TV Bittenfeld): „Ich war am Ende aufgebracht, da die Schiedsrichter in einer Phase, wo wir das Spiel entscheiden konnten, einige Fehlentscheidungen gegen uns getroffen haben. Trotzdem will ich den Sieg der Hüttenberger nicht schmälern, dennoch kann ich gewisse Entscheidungen so nicht hinnehmen. Glückwunsch an Jan Gorr und seine Mannschaft. Die Hüttenberger werden am Ende sicher ganz vorne landen!“

Jan Gorr (Trainer, TV Hüttenberg)
: „Nach der hektischen Schlussphase fällt mir eine ruhige Analyse des Spiels noch sehr schwer. Das Spiel war nicht wirklich schön, eher selten und was entscheidend ist, letztlich erfolgreich für uns. Ich hatte ein knappes Spiel erwartet, aber nicht so ein zähes Ringen, das von einer solchen Zahl von Fehlern geprägt ist. Eine Mannschaft wie Bittenfeld muss man erst einmal schlagen. Wir verdanken den Sieg heute einer richtig guten Deckung und einem starken Torhüter dahinter.“

Simon Baumgarten (Spieler, TV Bittenfeld): „Ich bin enttäuscht von unserer Leistung insgesamt, aber auch von der Schiedsrichter-Leistung, die auf beiden Seiten teilweise haarsträubend gepfiffen haben. Die beiden Unparteiischen waren für 2.Liga Verhältnisse eher unterdurchschnittlich.“

Jürgen Schweikardt (Spieler, TV Bittenfeld): „Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben heute die Chance auf zwei wirkliche „Big-Points“ vergeben. Unsere Angriffsleistung war in der Summe nicht ausreichend für einen Auswärtssieg. Dazu kamen unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen gegen Ende des Spiels.“

Sven Pausch (Spieler des Spiels, TV Hüttenberg): „Wir haben uns über weite Strecken sehr schwer getan gegen diese super Mannschaft aus Bittenfeld. Lange Zeit fehlte uns die Durchschlagskraft und wir haben zu hektisch gespielt. Am Ende bin ich überglücklich und wir haben die zwei Punkte – das zählt. Bei meinem Siebenmeter habe ich mich sehr sicher gefühlt.“