Für Schweikardt gibt’s keinen Favoriten

Schulter an Schulter kämpften der TV Bittenfeld und der TV Hüttenberg in der vergangenen Saison um den zweiten Platz in der 2. Handball-Bundesliga. Punktgleich landeten die Kontrahenten auf Platz drei und vier. Aktuell erwischten die Mittelhessen den besseren Start. „Ich sehe aber keinen Favoriten“, sagt TVB-Trainer Schweikardt vor dem neuerlichen Duell morgen. TV Hüttenberg (4. Platz, 4:0 Punkte) – TV Bittenfeld (8. Platz, 2:2 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Sporthalle Hüttenberg).

Spieler, Verantwortliche und Fans des TV Bittenfeld feierten noch den überzeugenden 35:29-Sieg gegen Eisenach, als das Ergebnis aus Wuppertal die Runde machte: Der TV Hüttenberg gewann beim Titelkandidaten Bergischer HC mit 30:29. „Dieser Paukenschlag hallt lange nach“, titelte später die Gießener Allgemeine Zeitung. Dabei war der Erfolg keinesfalls glücklich, lagen die Hüttenberger doch nur zweimal im Rückstand. Beim 28:29 beispielsweise, vier Minuten vor dem Ende. Das Team von Trainer Jan Gorr überstand eine Unterzahl und drehte das Spiel.

Nervenstärke bewiesen die Hüttenberger auch Ende März in Bittenfeld. Im Duell um Platz zwei gerieten sie nach der 23:16-Führung beim 24:24 in Unterzahl und setzten sich doch mit 27:26 durch. TVB-Trainer Günter Schweikardt erinnert sich noch gut an die ebenso bittere wie unglückliche Niederlage. Auch im Hinspiel hatten die Bittenfelder mit 28:31 das Nachsehen.

Es sind zwar erst zwei Spieltage vorbei. Doch es sieht so aus, als sei der TV Hüttenberg in ähnlicher Verfassung wie im Vorjahr. Zum Auftakt hatte er souverän mit 27:22 gegen den HC Erlangen gewonnen. „Hüttenberg hat mit guten Ergebnissen schon in der Vorbereitung gezeigt, wie stark es ist“, sagt Schweikardt. Seit Jahren spiele der TVH vorne mit, und das in nahezu unveränderter Besetzung. Zur neuen Saison hat Hüttenberg personell noch draufgepackt und angelte sich gleich zwei Erstligaspieler von der HSG Wetzlar: Timm Schneider, noch mit Zweifachspielrecht ausgestattet, soll im Rückraum den starken Polen Tomasz Jezewski entlasten. Sebastian Weber spielt am Kreis.

Die Hüttenberger sind auf allen Positionen durchweg gut besetzt. Matthias Ritschel, einst Kollegen des Bittenfelder Keepers Daniel Sdunek bei der HR Ortenau, zählt zu den besten Torhütern der Liga. Zentrale Spieler im Rückraum sind die Spielgestalter Florian Laudt und Sven Pausch sowie Andreas Scholz und Stefan Lex auf der rechten Seite. Die Außen Michael Stock und Florian Billek sind sehr konterstark.

Enorme Qualitäten hat der Bittenfelder Gegner auch in der Defensive. Jezewski übernimmt in der Regel in der 3:2:1-Deckung die vorgezogene Position. „Das macht er sehr gut“, sagt Schweikardt, der sein Team trotzdem nicht in der Außenseiterrolle sieht. „Für mich gibt es keinen Favoriten, für Hüttenberg spricht allerdings der Heimvorteil.“ Der Trainer ist sich im Klaren darüber, dass Hüttenberg ein „anderes Kaliber“ sein wird als Eisenach. „Ohne unsere Leistung schmälern zu wollen: Eisenach war in der Defensive nicht so überragend.“

Die Bittenfelder fanden jedenfalls häufig die Lücken im gegnerischen Verbund. Morgen hat der TVB den Vorteil, dass er mehr Alternativen hat. Die zuletzt erkrankten Jürgen Schweikardt und Alexander Heib haben zwar noch Trainingsrückstand, sie werden aber morgen im Kader stehen. Auch Jens Baumbach, der Probleme am Ellbogen hat, wird sich auf den einen oder anderen Kurzeinsatz einstellen müssen. Wie gegen Eisenach, wird Martin Kienzle wieder dabei sein.

Günter Schweikardt ist froh, dass er bis auf den Langzeitverletzten Marcel Lenz alle Spieler dabei hat. „Solche Kraftakte wie gegen Eisenach sind auf Dauer nicht möglich.“ Könne sein Team an die Form von Eisenach anknüpfen, sieht er eine Siegchance. Auch wenn der TVB in der vergangenen Saison beide Vergleiche verloren hat: So trüb ist die Bilanz gegen Hüttenberg auch wieder nicht. Immerhin zweimal kehrte der TVB mit zwei Punkten aus Hessen zurück.