Vorbereitung der harten Art

TVB verliert Freundschaftsspiel gegen FA Göppingen mit 29:35 (12:17)

Es ist ein Vorbereitungsspiel gewesen, doch es hätte auch ein Punktspiel sein können. Zumindest was die Härte betraf: Vor allem der Erstligist FA Göppingen ließ es am Mittwoch in der Partie gegen die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld teilweise ordentlich krachen. Am Ende setzte sich der Favorit in der ausverkauften Hohenacker Gemeindehalle mit 35:29 durch.Fünf Zwei-Minuten-Strafen hatte es gegen Göppingen gegeben, nur eine für Bittenfeld. Zur 40. Minute standen sogar nur drei Feldspieler von Frisch Auf auf dem Platz. Vor allem TVB-Spieler Florian Schöbinger musste immer wieder einstecken. Ein Foul des Göppingers Manuel Späth, der Adrian Wehner im Gesicht traf, wäre sogar rotwürdig gewesen.FA-Trainer Velimir Petkovic allerdings kritisierte die Schiedsrichter. Bittenfeld habe ebenso hart gespielt, sei aber nicht gleichermaßen bestraft worden. Nur der Göppinger Coach fand die harte Gangart nicht ungewöhnlich. „Das ist Bundesliga. Es gibt keine Geschenke und keine Freundschaftsspiele. Wir sind in der Vorbereitungsphase. Die Zeit läuft, und ich will von meiner Mannschaft was sehen“, sagte er nach der Partie.„Es ist ein körperbetonter Sport. Doch teilweise war es zu intensiv für ein Freundschaftsspiel“, meinte dagegen Christian „Blacky“ Schwarzer. Der Weltmeister von 2007 und heutige Trainer der Jugend-Nationalmannschaft war extra mit dem Team nach Hohenacker gekommen, um seinen Spieler Jan Forstbauer zu sehen. Und Schwarzer war zufrieden mit dem 17-jährigen Neuzugang des TV Bittenfeld: „Das war ein guter Auftritt für einen Jugend-Nationalspieler. Schließlich ging es gegen einen Erstligisten.“
Den Teams fehlt die Spritzigkeit

Abgesehen von der Härte sahen der ehemalige Weltklassespieler und die rund 650 Zuschauer im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des veranstaltenden SSV Hohenacker ein typisches Vorbereitungsspiel. Es gab einige gute Aktionen. Den Teams fehlte aber noch die Spritzigkeit, dazu gab’s zahlreiche Abspielfehler und Mängel beim Abschluss.Der TV Bittenfeld musste auf die verletzten Marcel Lenz (Operation an der Patellasehne) und Keeper Daniel Sdunek (ausgekugelter rechter Zeigefinger) verzichten. Für Letzteren spielte der Landesliga-Torhüter Steffen Krieg. Bei Göppingen fehlten verletzungsbedingt der abwehrstarke Dalibor Anusic, der Linkshänder Michael Thiede im rechten Rückraum sowie Kai Häfner (Knie), bei dem noch nicht klar ist, ob er für die kommende Saison ein Zweitspielrecht für den TVB erhält. Beim Zweitligisten überzeugte mit dem auf Rechtsaußen agierenden isländischen Nationalspieler Arnor Gunarsson auch der zweite Neuzugang. Laut Coach Günter Schweikardt fehlte ihm zwar vor allem in der Abwehr noch die Bindung zum Spiel. Doch mit sechs Treffern war er der erfolgreichste Bittenfelder. Auch insgesamt haperte es beim Zweitligisten mehr in der Defensive als in der Offensive. Die Löcher nutzte vor allem der wurfgewaltige Göppinger Nationalspieler Lars Kaufmann ein ums andere Mal aus. Nach dem 3:3 zur 7. Minute hielt der TVB zwar bis zur 21. Minute einen Zwei-Tore-Rückstand. Dann aber zog der Favorit, der es dem Gegner mit einer kompakt stehenden 6:0-Deckung schwer machte, auf 16:10 davon (26.). Zur Pause lag der TVB auch aufgrund mehrerer vergebener Siebenmeter mit 12:17 zurück. Nach der Pause wurde es hektischer. Doch trotz der Strafzeiten hatte Göppingen das Spiel im Griff. Ein Bittenfelder durfte aber noch jubeln, auch sehr zur Freude von Christian Schwarzer und der Jugend-Nationalmannschaft: Forstbauer erzielte seine ersten beiden Tore für den TVB, darunter der Treffer zum 29:35-Endstand.

TB Bittenfeld: Rutschmann, Krieg; Schöbinger (4), Kienzle, Forstbauer (2), Weiß (4), Baumbach (2), Schweikardt (1), Gunarsson (6/2), Heib (3), Baumgarten (3), Krammer (1), Wehner (3), Drobek. FA Göppingen: Tahirovic, Weiner; Knaule (2), Oprea (4), Schöne (4), Späth (4), Kaufmann (9), Mrvaljevic (4/2), Haaß (2), Horak (6/1).

Vorspiel: SSV Hohenacker – TV Bittenfeld (A-Jugend-Teams) 27:28.