Bittenfeld muss Serie beenden

Der Tabellenzweite der 2. Handball-Bundesliga muss zum Vorletzten: Keine Frage, dass der TV Bittenfeld morgen als Favorit nach Obernburg reist. Tuspo wartet seit elf Spielen auf einen Sieg. „Es ist eine gefährliche Situation“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Jens Baumbach. Der TVB muss seine Negativserie beenden: In allen drei Spielen in Obernburg blieb er ohne Punkt.

Tuspo Obernburg (17. Platz, 17:43 Punkte) – TV Bittenfeld (2. Platz, 43:17 Punkte/Freitag, 19 Uhr, Sparkassen-Arena Elsenfeld). Die Rechnung ist relativ einfach: Gewinnen die Bittenfelder ihre restlichen vier Spiele in Obernburg, gegen Essen und Bietigheim sowie in Saarlouis, dann kann sich die Konkurrenz noch so sehr strecken. Den zweiten Platz und damit die Aufstiegsspiele hätte der TVB sicher.

Dass der Tabellenplatz nicht unbedingt ein Maßstab für die Leistungsstärke einer Mannschaft sein muss, erfuhr der TVB zuletzt beim 36:30 gegen den HSC Coburg. So deutlich hatte der Tabellenzweite den Drittletzten nicht über 60 Minuten im Griff.

Auch in den nächsten beiden Spielen muss sich der TVB dem Widerstand von abstiegsgefährdeten Teams erwehren. Es folgt das Derby gegen Bietigheim in der Porsche-Arena – und Freundschaftsdienste der Bietigheimer darf der TVB wohl zuletzt erwarten. Erst im finalen Spiel in Saarlouis treffen die Bittenfelder auf ein Team, das sein Saisonziel schon erreicht hat. Andererseits wird sich der Vorjahresaufsteiger nicht mit einer blutleeren Vorstellung von seinem Publikum verabschieden wollen.

Ernüchternde Bilanz: Drei Spiele, drei Niederlagen

Mit dem Spiel in Saarlouis beschäftigen sich die Bittenfelder jetzt natürlich noch nicht. Morgen müssen sie bei Tuspo Obernburg ran. Dort gab’s für den TVB in den drei Spielen nichts zu holen: 25:33, 23:24 und 29:30 lautet die ernüchternde Bilanz der vergangenen drei Spielzeiten. „Daraus werden die Obernburger sicher Hoffnung ziehen“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Jens Baumbach. Beim Gegner herrscht ansonsten derzeit ziemliche Ratlosigkeit. Den letzten Sieg feierte er am 6. Februar beim 25:24 in Aue, fortan ging’s steil bergab: Nach nur zwei Unentschieden und neun Niederlagen – unter anderem gegen die direkten Konkurrenten – findet sich Tuspo auf dem vorletzten Platz wieder. Der bedeutet am Ende den Abstieg aus der 2. Bundesliga.

Zwei Punkte fehlen Obernburg auf den Relegationsplatz, drei auf den sicheren 15. Rang. Damit wird die Partie morgen für Tuspo fast schon vorentscheidend. Das weiß auch Jens Baumbach, sieht darin aber weder einen Vor- noch einen Nachteil. „Sicherlich ist Tuspo nach so einer Serie etwas verunsichert“, sagt er. „Aber man weiß ja, dass angeschlagene Boxer besonders gefährlich sind. Ich hoffe nicht, dass Obernburg ausgerechnet gegen uns zum K.o. ansetzen wird.“ Andererseits haben die Bittenfelder zuletzt bewiesen, dass sie mit dem Druck umzugehen wissen. Auch nach schwierigen Anfangsphasen wie in Neuhausen oder gegen Coburg ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Ebenso wenig von variablen Deckungsformationen des Gegners. „Wir haben Spielmacher, die strategisch schnell umdenken können“, sagt Baumbach. „Und weil wir schon lange zusammenspielen, weiß jeder, was zu tun ist.“

Einen weiteren Vorteil sieht Baumbach im mittlerweile breit bestückten Kader, der gute Wechselmöglichkeiten biete. Die brauchen die Bittenfelder mehr denn je, schließlich schlägt sich die halbe Mannschaft mit Wehwehchen herum. So wird Rechtsaußen Marco Hauk wegen anhaltender Probleme mit der Patellarsehne heute zum ersten Mal in dieser Woche wieder am Mannschaftstraining teilnehmen.

Mit Sebastian Seitner ist auch ein zweiter Linkshänder angeschlagen (Fußverletzung). „Ich denke, beide werden spielen“, sagt Baumbach. „Die Frage wird nur sein, wie lange sie durchhalten.“ Da wär’s nicht schlecht, wenn Kai Häfner aushelfen könnte. Der Spielplan ließe es zu, FA Göppingen ist erst am Sonntag in Großwallstadt im Einsatz. Bis gestern indes hatte der TVB noch keine Zusage vom Göppinger Coach Velimir Petkovic.

Mit Häfner hätten die Bittenfelder eine weitere Option – und einen Spieler, der den Obernburger Torhüter Milos Hacko im Hinspiel beim 33:23-Sieg mit sieben Toren im Griff hatte. An Hacko war der TVB in Obernburg oft verzweifelt, doch Baumbach will den Schlussmann „erst gar nicht starkreden, er ist ein Torhüter wie jeder andere auch“.

Außer Hacko gehören die Rückraumspieler Martin Justus und Matthias Conrad sowie Kreisläufer Hannes Volk zu den Stützen der Obernburger. „Tore aus der Nahdistanz müssen wir möglichst verhindern“, sagt Baumbach. Den Grundstein zum Erfolg müsse der TVB wieder in der Abwehr legen. Die müsse so funktionieren wie in den zweiten 30 Minuten in Neuhausen und gegen Coburg. Nur über einen längeren Zeitraum.