TVB gewinnt Heimspiel

Vier Spiele trennen Handball-Zweitligist TV Bittenfeld noch von den Aufstiegsspielen. Nach dem verdienten 36:30-Sieg (15:15) vor 1000 Zuschauern gegen den HSC Coburg liegt der TVB einen Punkt vor dem TV Hüttenberg, der mit einer 29:37-Schlappe aus Delitzsch zurückkehrte.

Eineinhalb Stunden vor den Bittenfeldern musste Hüttenberg in Delitzsch ran. Die Kunde von der Niederlage des härtesten Konkurrenten machte rasch die Runde in der Gemeindehalle. Der TVB musste diese Vorlage der Delitzscher nur noch nutzen. Das Problem: Der Gegner HSC Coburg kam nicht zu einem Wochenendausflug nach Bittenfeld – der Drittletzte braucht jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Entsprechend engagiert gingen die Franken zu Werke. Aber das hatten die Bittenfelder auch nicht anders erwartet.

Anders als in Neuhausen, musste sich der TVB gegen Coburg zunächst auf eine defensive Abwehr einstellen. Die Rückraumschützen waren also gefragt, wobei sich zwei Bittenfelder besonders in Szene setzten: Adrian Wehner und Sebastian Seitner fanden immer wieder die Lücken im Deckungsverband. Zwölf der 15 Bittenfelder Tore in den ersten 30 Minuten gingen auf das Konto des linken und rechten Rückraumspielers.

Der TVB kam prima ins Spiel, bereits nach zehn Minuten sah sich Gästetrainer Raimo Wilde zu einer Auszeit gezwungen. Simon Baumgarten hatte soeben einen Traumpass von Florian Schöbinger – beide machten ein gutes Spiel – zur komfortablen 7:3-Führung verwandelt.

Die Coburger stellten ihre Abwehr um, agierten fortan offensiver. Hajck Karapetjan versuchte auf der vorgezogenen Position, den Spielaufbau der Bittenfelder zu stören. Und das funktionierte deutlich besser. Der TVB blieb nach dem 10:6 acht Minuten ohne Tor. Coburg kam durch seine drei auffälligsten Spieler auf 10:9 heran (22.). Die beiden Linkshänder Johan Andersson und Ex-Nationalspieler Christian Rose sowie der starke Kreisläufer Dominic Kelm nutzten ihre Räume routiniert.

So blieb das Spiel eng. Trotzdem hatte der TVB beste Chancen, mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen. Doch die Coburger nutzten, nachdem sie zwei Tore in Überzahl zum 13:15 hatten hinnehmen müssen, Konzentrationsschwächen der Bittenfelder zum 15:15-Ausgleich.

Furios startete der TVB in den zweiten Abschnitt. Die Defensive agierte aggressiver und zwang Coburg zu Ballverlusten. Bittenfeld konterte den Gast binnen drei Minuten zum 19:15 aus. Abschütteln ließen sich die Coburger allerdings nicht. Das lag auch daran, dass sich im Angriff des TVB immer wieder leichte Fehler einschlichen. Als Andersson per Siebenmeter zum 21:23 verkürzte und Dominic Weiß eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam (42.), stellten sich die Bittenfelder Fans auf eine nervenaufreibende Schlussphase ein.

Die Hoffnung der Coburger auf eine Überraschung zerstörte der TVB allerdings mit einem weiteren Zwischenspurt. Der in den zweiten 30 Minuten für Bastian Rutschmann eingewechselte Torhüter Daniel Sdunek stach sein Gegenüber René Selke klar aus. Dem TVB eröffneten sich damit Konterchancen, die er gegen immer müder wirkende Gäste souverän nutzte. Alexander Heib brachte nun Tempo und Witz ins Spiel, nach dem 26:21 (44.) sah’s sehr gut aus für den TVB. Beim 27:25 (47.) war der Gast zwar noch mal auf Tuchfühlung – doch Jürgen Schweikardts Treffer zum 32:27 fünf Minuten vor Schluss beseitigte die letzten Zweifel am Sieg der Bittenfelder.

Mit dem Wissen, dass am Ende das Torverhältnis entscheiden könnte, spielte der TVB bis zum 36:30 konzentriert zu Ende. 48 Tore gegenüber dem TV Hüttenberg ist der TVB vier Spiele vor Schluss im Vorteil. Auch der andere Konkurrent im Kampf um Platz zwei, der Bergische HC, liegt mit 23 Toren im Hintertreffen. Zudem muss die Konkurrenz einen Punkt (Hüttenberg) oder gar zwei Zähler (Bergischer HC) gegenüber den Bittenfeldern aufholen, muss, mit anderen Worten, auf Ausrutscher des Tabellenzweiten hoffen. Der steht am kommenden Freitag vor dem nächsten Härtetest bei Tuspo Obernburg. Beim Vorletzten hat sich der TVB in den vergangenen drei Spielzeiten immer schwergetan.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (8), Schöbinger (3), Weiß, Baumbach, Lenz (4), Schweikardt (1), Heib (6/3), Baumgarten (3), Wehner (8), Hauk (2), Rothe, Drobek (1)

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