Aufgepasst: Ex-Titelkandidat kommt

Der TV Bittenfeld hat morgen die große Chance, auch nach Verlustpunkten auf Platz zwei der 2. Handball-Bundesliga zu stehen. Konkurrent Hüttenberg steht in Delitzsch vor einer besonders schweren Aufgabe. Doch auch die Bittenfelder dürfen sich nicht auf einen lockeren Abend einstellen: Der einstige Titelkandidat HSC Coburg hat den Ligaverbleib längst nicht sicher. TV Bittenfeld (2. Platz, 41:17 Punkte) – HSC Coburg (15. Platz, 19:39 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Gemeindehalle).

Spätestens nach dem 28:22-Sieg beim bis dato heimstärksten Team der 2. Liga Süd TV Neuhausen/Erms weiß die Konkurrenz, dass es die Bittenfelder ernst meinen im Kampf um den zweiten Platz. Noch hat Hüttenberg mit einem Verlustpunkt weniger die etwas besseren Karten. Allerdings steht für den TVH am 5. Mai das Nachholspiel bei Tabellenführer Friesenheim an. Ihren Vorteil verspielen könnten die Hüttenberger auch schon morgen in Delitzsch: Die Concordia ist mit sieben Siegen in Serie das Team der Stunde. Die Bittenfelder sollten allerdings erst in zweiter Linie nach der Konkurrenz schielen und sich ihrer eigenen Aufgabe widmen. Die könnte kniffliger werden als es aussieht. Der HSC Coburg liegt zwar nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt und hat in 14 Auswärtsspielen lediglich vier Punkte gesammelt. Doch nach den beiden Siegen zuletzt gegen die Abstiegskonkurrenten Obernburg (24:22) und Essen (31:26) zeigt der Trend nach oben.

Coburg ist wieder einmal hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Viel weiter vorne müssten die Coburger eigentlich auch stehen. Wie in der Spielzeit zuvor, in der der HSC nur knapp dem Abstieg entronnen war, ist auch in dieser Saison einiges schiefgelaufen. Dabei hatte sich der HSC so viel vorgenommen: Mit den Neuzugängen Dominic Kelm und Johan Andersson (beide aus Wilhelmshaven), Christian Caillat (Füchse Berlin) und Vaclav Vrany (Dukla Prag) wollte Coburg an die Tür zur 1. Bundesliga klopfen. Nun muss es froh sein, auch im nächsten Jahr in der 2. Liga zu spielen.

Dazu indes brauchen die Coburger noch Punkte. TVB-Co-Trainer Klaus Hüppchen ist sich sicher, dass der Gegner um Ex-Nationalspieler Christian Rose entsprechend vehement auftreten wird. „Personell ist Coburg sicher gut besetzt und wird schwer zu schlagen sein“, sagt er. Dass sich der TVB im Hinspiel nach einer Sechs-Tore-Führung in der 42. Minute noch mit einem Tor geschlagen geben musste, wurmt Hüppchen immer noch. Coburg spiele einen variablen Handball. Wenn es die Situation verlange, rücke es aus der gewohnten 6:0-Deckungsformation ab. „Darauf sind wir aber eingestellt.“ Auch im Angriff sei der Gegner nicht so leicht auszurechnen, verfüge über gute Rückraumschützen und mit dem bulligen Stefan Schuhmann und Dominik Kelm über starke Kreisläufer. Sehr torgefährlich sind die Außen Ronny Göhl und Florian Lendner. „Wir müssen am Samstag topfit sein“, sagt Hüppchen. Das indes ist gar nicht so einfach. Die halbe Mannschaft ging angeschlagen ins Neuhausen-Spiel, und akut verbessert hat sich die Situation nach dem kräfteraubenden Match nicht. Wichtigste Aufgabe in der Schlussphase der Saison sei, das Training richtig zu dosieren, sagt der Co-Trainer. „Wir müssen die Spieler so weit hinkriegen, dass sie am Wochenende die bestmögliche Leistung bringen können.“ Hüppchen geht davon aus, dass die Spieler auf die Zähne beißen werden. „Alle werden sich dem großen Ziel unterordnen.“ Bis auf Kai Häfner, der mit Göppingen im Einsatz ist, sind alle dabei.