Reifeprüfung im Endspurt

Auf dem hervorragenden fünften Platz ist der Handball-Zweitligist TV Neuhausen/Erms der beste Aufsteiger. Und nicht nur das: In 13 Heimspielen gab der TVN nur zwei Punkte ab, da kann nur der Bergische HC mithalten. Das drittletzte Auswärtsspiel in dieser Saison stellt den TV Bittenfeld, der ein paar personelle Sorgen hat, also vor eine besondere Herausforderung.

TV Neuhausen/Erms (5. Platz, 34:22 Punkte) – TV Bittenfeld (2. Platz, 39:17 Punkte/Samstag, 20 Uhr, Hofbühlhalle Metzingen-Neuhausen). Dem Aufsteiger HG Saarlouis ist am 21. November vergangenen Jahres etwas Besonderes gelungen: Er hat die Punkte aus der Halle des Mitaufsteigers in Neuhausen mitgenommen. 13 anderen Mannschaften haben das nicht geschafft. Weder der Tabellenvierte Bergischer HC (26:27), noch der Dritte TV Hüttenberg (25:32). Spitzenreiter TSG Friesenheim wird am 1. Mai das Vergnügen haben, sich mit den selbstbewussten Neuhausenern und den 1400 fanatischen Fans auseinanderzusetzen.

Der TV Bittenfeld wird morgen also besonders gefordert sein. „Neuhausen wird sicherlich großen Ehrgeiz entwickeln, uns ein Bein zu stellen“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. Zumal der TVN im Hinspiel in der Gemeindehalle beim 25:33 chancenlos war. Auch in verschiedenen Testspielen vor der Saison war der TVB gegen den Aufsteiger gut zurechtgekommen. Ist er also ein Gegner, der dem TV Bittenfeld liegt?

Große Stütze bei Neuhausen ist Nationaltorhüter Milos Slaby

„Das ist keine Frage, ob eine Mannschaft einem liegt oder nicht“, sagt Schweikardt, der großen Respekt hat vor dem Gegner. „Wenn sich ein Aufsteiger so präsentiert, ist das aller Ehren wert.“ Der TVN lebe einerseits von der Aufstiegseuphorie und von seinem tollen Publikum. Andererseits sei er sehr eingespielt. „Und er hat gute Einzelspieler.“ Große Stütze im Team ist der tschechische Nationaltorhüter Milos Slaby, der vom jungen Magnus Becker sehr gut ergänzt wird. Slaby kommt, wie auch Spielgestalter Alexander Stevic, vom Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten. Mit den beiden Linkshändern Alexander Trost und Ralf Bader hat der TVN weitere erstligaerfahrene Spieler in seinen Reihen. Rückraumspieler Fabian Gutbrod ist Juniorenweltmeister mit Zweifachspielrecht bei FA Göppingen. Am Kreis steht mit Julius Emrich ein Spieler, der auch schon für den TVB aktiv war.

Markenzeichen des TVN sind die offensive 3:2:1-Deckung, das technisch versierte und schnelle Spiel. Es sei nicht ganz einfach, so Schweikardt, diese Deckung zu bespielen. Mindestens genauso wichtig ist dem Trainer die eigene Defensive. Die hat ihm in den vergangenen Spielen nicht immer so gut gefallen.

Ganz sorgenfrei reisen die Bittenfelder nicht zum Derby. Rechtsaußen Marco Hauk hat nach wie vor Probleme mit der Patellarsehne. Adrian Wehner (Hexenschuss) hatte ein ebenso reduziertes Trainingsprogramm wie die beiden Spielmacher Jürgen Schweikardt (krank) und Alexander Heib (Bluterguss im Knie). Insbesondere Heibs und Wehners Einsatz ist gefährdet.