Alexander Heib behält die Nerven

Mit dem 32:31-Sieg (18:15) gegen den Angstgegner ThSV Eisenach wahrte Handball-Zweitligist TV Bittenfeld seine Aufstiegschance nicht nur, sondern verbesserte sie: Der Bergische HC musste die Bittenfelder nach der Schlappe in Delitzsch in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Alexander Heib zeigte vor 900 Zuschauern in der Schlussphase bei zwei Strafwürfen Nervenstärke.

Zwei Tschechen machten den Bittenfeldern am Samstag das Leben schwer. So standen der aktuelle Nationalspieler Tomas Sklenak und Torhüter Radek Musil auch in der Schlussphase des hochspannenden Spiels im Fokus. Sklenak, den die TVB-Deckung 60 Minuten lang nicht in den Griff bekam, erzielte zwei Minuten vor dem Ende – in Unterzahl – mit seinem elften Treffer den 31:31-Ausgleich für die nimmermüden Eisenacher.

60 Sekunden vor der Sirene trat der Bittenfelder Alexander Heib vom Siebenmeterstrich Musil gegenüber. Zuvor hatte der 22-Jährige zwar drei Strafwürfe verwandelt. Er wusste aber auch, dass der Tscheche mit jedem dritten gehaltenen Wurf die beste Siebenmeterquote aller Torhüter der Liga hatte. Heib behielt jedoch die Nerven und setzte den finalen Treffer zum 32:31 für den TVB. Das hätten die Bittenfelder auch einfacher haben können. Schließlich lagen sie nie in Rückstand.

Wehner fehlte, dafür war Häfner mit dabei

Die personellen Voraussetzungen für den zweiten Sieg im achten Vergleich gegen die Eisenacher waren nicht schlecht. Adrian Wehner musste wegen eines Hexenschusses zwar kurzfristig passen, dafür war Kai Häfner dabei. Erstligist FA Göppingen war spielfrei, Trainer Velimir Petkovic hatte keine Einwände. Auch der grippegeschwächte Jürgen Schweikardt stand im Kader.

Bei den Thüringern sah’s nicht ganz so gut aus. Daniel Luther und Alexander Schiffner, mit Zweifachspielrecht beim HSV Blankenburg ausgestattet, unterstützten den Regionalligisten im Aufstiegskampf. So reiste Eisenach mit nur vier Auswechselspielern an – und hatte nach einer Viertelstunde nur noch deren drei auf der Bank: Pavel Prokopec, bester Torschütze der Eisenacher in dieser Saison, knickte um und musste mit einer Knöchelverletzung fortan zusehen.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Bittenfelder mit 9:5 in Führung. Anders als zuletzt gegen den Bergischen HC und den TV Hüttenberg, kam der TVB gut ins Spiel. Das lag auch an Häfner, der für den angeschlagenen Marco Hauk auf Rechtsaußen begann und von seinen Mannschaftskollegen immer wieder perfekt in Szene gesetzt wurde. Der B-Nationalspieler überzeugte mit einer hundertprozentigen Quote.

Eisenach ließ sich nicht abschütteln

Nach 20 Minuten war der Vier-Tore-Vorsprung der Bittenfelder jedoch wieder dahin, Eisenach war beim 12:11 dran. Immer wieder setzte sich Sklenak im Eins-gegen-eins durch, zudem bekam TVB-Torhüter Bastian Rutschmann kaum eine Hand an den Ball. Auch Daniel Sdunek, in den zweiten 30 Minuten im Tor, erwischte nicht seinen besten Tag. Auf der anderen Seite blieb Musil nicht nur bei zwei Siebenmetern von Häfner und Patrick Rothe Sieger. Auf dieser Position hatte am Samstag der Gegner Vorteile. Trotzdem war der TVB, mit dem guten Dominik Weiß im linken Rückraum, in den ersten 30 Minuten spielbestimmend und ging mit der verdienten 18:15-Führung in die Halbzeit.

Die Taktik der Bittenfelder für den zweiten Durchgang war klar: Mit Tempospiel wollten sie die dezimierten Eisenacher müde machen. Entsprechend wechselte TVB-Trainer Günter Schweikardt sein Personal durch, um Kräfte zu schonen für den Endspurt. Allein: Die Eisenacher machten da nicht mit, ließen sich einfach nicht abschütteln. Mit drei Toren in Folge schafften sie den 18:18-Ausgleich (33.). Beim 23:21 vier Minuten später hatten die Bittenfelder die Chance, den Vorsprung auszubauen: Till Bitterlich saß die erste Zeitstrafe des Spiels ab. Doch der routinierte Sklenak bestrafte die Sorglosigkeit des TVB mit zwei Treffern in Unterzahl zum 23:23.

In diesem Stil ging’s weiter: Bittenfeld legte ein Tor vor, Eisenach glich aus. Nachdem der gute Alexander Heib das 27:26 erzielt hatte (43.), scheiterten Hauk, Jens Baumbach und Sebastian Seitner in aussichtsreicher Position. Seitner hatte sich zuvor sehr treffsicher präsentiert. Auch zwei Tore von Marcel Lenz zum 30:28 und zwei Paraden Sduneks bedeuteten viereinhalb Minuten vor dem Ende nicht die Vorentscheidung. Das Zittern hatte erst ein Ende, als Sklenak in letzter Sekunde mit dem direkten Freiwurf im Zwölf-Hände-Block des TVB hängenblieb.

Durch die überraschend hohe Niederlage des Bergischen HC rückte der TVB wieder auf Platz zwei vor. Allerdings ist der TV Hüttenberg noch mit einem Spiel in Rückstand: Die Partie bei Tabellenführer Friesenheim ist auf den 5. Mai verlegt worden.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (6), Schöbinger, Weiß (5), Baumbach (1), Lenz (4), Schweikardt (2), Heib (5/4), Baumgarten (2), Häfner (6), Hauk (1), Rothe, Drobek.

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Hoffmann (1), Trautvetter (3), Sklenak (11), Bitterlich, Lindner (1), Heinemann, Lilienfelds (2), Koke (9/8), Tosic (4), Prokopec.

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Pressespiegel ThSV Eisenach