Nicht gerade ein Lieblingsgegner

Es gibt Gegner, die liegen einem nicht. So spielen die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld nicht gerne gegen den ThSV Eisenach. Siebenmal trafen beide aufeinander, die Bilanz aus TVB-Sicht ist mit 3:11 Punkten ernüchternd. Allein: Es nützt dem TVB nichts. Er braucht beide Punkte, um im Kampf um Platz zwei nicht an Boden zu verlieren. Der TVB bangt um Jürgen Schweikardt.

TV Bittenfeld (4. Platz, 37:17 Punkte) – ThSV Eisenach (10. Platz, 27:29 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr). Die Erleichterung bei den Bittenfeldern war groß nach dem 36:33-Sieg in Leichlingen. Damit bleiben sie im Rennen um die Aufstiegsplätze. Allerdings gibt’s für Co-Trainer Klaus Hüppchen keinerlei Anlass, den Sieg überzubewerten. Nach wie vor fehlt ihm die Konstanz im Team über 60 Minuten. „Die brauchen wir, um gegen die Top-Mannschaften zu bestehen“, sagt er. Von den sieben ausstehenden Spielen ist jedes von besonderer Brisanz. In Neuhausen muss der TVB beim besten Heimteam der Liga antreten. In Obernburg hat er noch nie auch nur einen Punkt geholt, zudem steckt Tuspo mitten im Abstiegskampf. Ebenso wie die Heimgegner HSC Coburg und Tusem Essen. Die SG BBM Bietigheim wird im Nachbarschaftsduell alles daransetzen, dem TVB in die Suppe zu spucken. Im letzten Spiel muss der TVB zur HG Saarlouis, die den Bittenfeldern im Hinspiel einen Punkt abknöpften.

Prunkstück des Gegners ist der Rückraum

Bleibt noch das Spiel morgen gegen Eisenach. Der steht auf einem gesicherten Mittelfeldplatz. Ein Gegner also, der nicht mehr mit letztem Einsatz antreten wird? Von wegen. Die Eisenacher scheinen besonders gerne gegen Bittenfeld zu spielen. Von den sieben Vergleichen in der 2. Liga gewann Eisenach fünf, holte beim 29:29 in der vergangenen Saison in der Gemeindehalle einen Punkt und verlor nur in der Saison 2007/2008 mit 28:33 in Bittenfeld.

Im Vorjahr schafften die Eisenacher mit einer Aufholjagd von 17:3 Punkten den fünften Platz. Diesen Rang hatten sie sich auch für die aktuelle Saison vorgenommen, daraus indes wird nichts. Überraschenderweise, denn der Bittenfelder Gegner ist durchweg glänzend besetzt: im Tor mit dem Tschechen Radek Musil, am Kreis mit Benjamin Trautvetter und Till Bitterlich. Paradestück ist der Rückraum mit dem lange Zeit verletzten Letten Girts Lilienfelds, den beiden Tschechen Pavel Prokopec und Tomas Sklenak, Daniel Luther und den im November verpflichteten Ex-Dormagener Alexander Koke. Sklenak machte im Januar bei der Europameisterschaft mit einer starken Leistung auf sich aufmerksam.

Nach drei Siegen in Folge mussten sich die Eisenacher im Nachholspiel am Mittwoch bei Spitzenreiter TSG Friesenheim mit 24:27 geschlagen geben. Nach 20 Minuten hatte der ThSV mit 10:9 geführt und geriet nach acht Gegentreffern in Folge mit 10:17 ins Hintertreffen.

Dass die Eisenacher gegen Spitzenmannschaften bestehen können, haben sie mehrfach bewiesen: Gegen Hüttenberg gab’s 3:1 Punkte, Friesenheim hatte mit 29:33 das Nachsehen – wie auch der TV Bittenfeld im Hinspiel beim 24:25. „Diese Niederlage wurmt uns immer noch“, sagt Hüppchen, der die Eisenacher besser einschätzt, als es der Tabellenplatz aussagt. „Eisenach hat gestandene Zweitligaspieler, die wissen, was zu tun ist.“ Dass der Gegner seit ein paar Wochen wieder in Bestbesetzung antreten kann, ist ihm gar nicht so unrecht. „Da wissen wir, worauf wir uns einstellen müssen.“ Beispielsweise auf eine 6:0-Deckung und eine für Zweitligisten etwas außergewöhnliche Ausrichtung des Rückraums: Hier spiele der ThSV zu großen Teilen mit einem Rechtshänder auf der rechten Seite. Nicht nur diese Variante mache den Gegner schwer ausrechenbar. Der TVB dürfe sein Augenmerk nicht zu sehr auf den Rückraum richten, da der Gegner geschickt über den Kreis spiele.

Große Sorgen macht dem TVB Jürgen Schweikardt, der die Woche über krank war. „Ihn brauchen wir eigentlich unbedingt“, sagt Hüppchen. Da wär’s nicht schlecht, wenn Kai Häfner aushelfen könnte. Aus Göppingen indes hatte der TVB bis Donnerstag noch kein grünes Licht.