Auswärtssieg

Die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld haben ihre Pflichtaufgabe erfüllt und den Leichlinger TV am Gründonnerstag mit 36:33 (18:14) besiegt. Und auch wenn es das Ergebnis nicht unbedingt vermuten lässt: Der Auswärtserfolg des Vierten vor gerade einmal 350 Zuschauern war zu keiner Zeit in Gefahr.

Die Partie beim Tabellenvorletzten war wahrlich keine leichte Aufgabe für die Bittenfelder Handballer. Nicht nur, weil die Niederlage gegen den TV Hüttenberg und der damit verbundene (vorläufige) Verlust des zweiten Platzes noch immer in den Köpfen der Akteure präsent war. Der Leichlinger TV präsentierte sich vor eigenem Publikum äußerst motiviert und kampfstark und nicht unbedingt als Abstiegskandidat. Allerdings machten es die Gäste dem Vorletzten auch einfach – frei nach dem Motto: „Das wird schon irgendwie klappen.“ Besonders in der Defensive ließen Abwehrchef Ludek Drobek und seine Mitstreiter die Zusammenarbeit und Kompromisslosigkeit vermissen. „33 Gegentore sind eindeutig zu viele gegen diesen Gegner“, sagt der Co-Trainer Klaus Hüppchen. „Wir waren meist einen Schritt zu spät und haben uns auch gegenseitig nicht geholfen.“ Was ihn besonders geärgert haben dürfte, waren die zahlreichen und zumeist erfolgreichen Aktionen der Gastgeber über den Kreis. Und so war der Gegner sechs Minuten vor dem Ende beim 29:32 auch noch auf Schlagdistanz. Am Sieg der Bittenfelder dürfte dennoch keiner in der Sporthalle am Hammer gezweifelt haben. Denn immer wenn sich die TVB-Akteure zuvor auf ihre Stärken besonnen hatten, haben sie sich auch einen beruhigenden Vorsprung erspielt. Nicht anders gestaltete sich die Schlussphase. 70 Sekunden vor dem Ende führte der TVB nach einem kurzen aber energischen Zwischenspurt mit 36:30 – der Sieg war unter Dach und Fach. Die drei Tore der Leichlinger in der Schlussminute nur noch Ergebniskorrektur. „Der Gegner hat gut gekämpft, aber damit er das Spiel hätte drehen können, hätte es schon noch einiges bedurft“, sagt Hüppchen, der vor allem mit der Anfangsphase der Seinen zufrieden war. Sieben Angriffe, sieben Treffer. Dabei hatten die Leichlinger mit einer äußersten offensiven 3:3- und 4:2-Abwehrvariante zunächst versucht, den Bittenfeldern das Leben schwer zu machen – was deutlich misslang. In der Folge änderte Leichlingens Coach Frank Lorenzet zwar immer wieder seine Defensivformation und stellte die Bittenfelder damit vor neue Aufgaben, diese aber hatten stets eine Lösung parat. „Wenn wir vorne und hinten etwas konsequenter zur Sache gegangen wären, dann wäre der Sieg sicherlich deutlicher gewesen“, sagt Hüppchen, der für den am Saisonende scheidenden Linkshänder Sebastian Seitner ein Sonderlob parat hatte. „Sebastian hat nach der Pause viele Impulse gesetzt und ein starkes Spiel gemacht.“

Alle anderen Bittenfelder agierten im Rahmen ihrer Möglichkeiten, überzeugten gegen den Abstiegskandidaten allenfalls als Kollektiv. „Wir haben den Gegner beherrscht ohne zu glänzen“, sagt Hüppchen.

 Leichlinger TV: Reckzeh, Ross – Pistolesi, Jungmann, Buss, Göller (4), Schumacher (10), Novickis (9/3), Scherer (3), Jansen (1), Ellenberg, Born (2), Kreckler (4).

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek – Seitner (7), Schöbinger (2), Weiß (1), Baumbach (2), Lenz, Schweikardt (3/1), Heib (2/1), Baumgarten (5), Wehner (4), Hauk (5), Rothe (5/2), Drobek.

Sebastian Seitner (Rückraumspieler, TV Bittenfeld): „Wir haben die Pflicht erfüllt. Nach der Niederlage gegen den TV Hüttenberg war es wieder der erste Schritt in die richtige Richtung – auch wenn wir spielerisch weiß Gott nicht überragend waren. Am Ende war’s aber dennoch eine souveräne Leistung.“

Alexander Heib (Spielgestalter TV Bittenfeld): „Das war ein Arbeitssieg. Die Aufgabe war schwierig, weil der Gegner hoch motiviert war, nie nachgelassen oder gar aufgegeben hat. Trotzdem hatten wir die Leichlinger gut im Griff. Ich denke, dass der Sieg zu keiner Zeit in Gefahr war.“